Archiv für den Monat: Dezember 2013

„MSC Monterey“ – Deutscher Containerfrachter in Seenot

Die „MSC Monterey“, ein Containerschiff der Buxtehuder Reederei NSB, welches in Charter für MSC fährt, setzte am Sonntagvormittag einen Notruf ab.  An Deck wurde ein ca. 2 m langer Riss entdeckt, der sich auf den Rumpf ausweitete. Bisher gibt es keinen Personenschaden. Wasser ist noch nicht eingedrungen, Schweröl und andere Schadstoffe sind noch nicht ausgetreten.[1]

Sie war auf dem Weg von Antwerpen nach Boston. Nachdem der Riss entdeckt wurde, drehte sie Richtung Kanada ab und ist auf dem Weg in die geschützte St. Mary’s Bay an der Südspitze Neufundlands, da ein schwerer Schneesturm erwartet wird. 4 Passagiere wurden durch die kanadische Küstenwache evakuiert. An Bord blieben 20 Besazungsmitglieder.

Die „MSC Monterey“ ist ein Containerschiff, 275 m lang, 32 m breit, Tiefgang 13,5 m, 4872 TEU.[2] Sie wurde 2007 von der Daewoo Mangalia Heavy Industries in Rumänien gebaut.

Innerhalb von 1,5 Jahren ist die „MSC Monterey“ das zweite an MSC vercharterte Schiff der Reederein NSB, das eine Havarie hat. Im Juli 2012 war der Frachter „MSC Flaminia“ nördlich der Azoren explodiert und brannte. 3 Seeleute starben und das Containerschiff trieb monatelang unkontrolliert auf dem Atlantic, bevor es nach Wilhelmshaven geschleppt wurde. Und innerhalb von 6 Monaten ist es das zweite Schiff, welches auseinanderzubrechen droht. Im Juni 2013 zerbrach die 316 m lange „MOL Comfort“ im Indischen Ozean.



[1] NDR-Info, Meldung 13:31 Uhr und 16:52 UhrKieler Nachrichten, 30.12.2013, Frank Behling, „Notruf vor Kanada-Hamburger Frachter in Seenot“ und Internetseite gCaptain, „MSC Monterey Suffers Crack Off Canada“

[2] Internetseite Port of Hamburg, Schiffsinformationen

Neue Umschlagsprognose!

Über eine kleine Anfrage wurde es bereits angekündigt: es gibt eine neue Container-Umschlagsprognose für den Hamburger Hafen. Die ursprünglich für die jetzige Elbvertiefung angesetzte Umschlagsprognose des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) sagte „legendäre“ 25,3 Mio. TEU im Jahre 2025 aus.

Dieser Wert ist in der nun vorliegenden neuen ISL-Studie „Containerumschlagpotenzial Hafen Hamburg“ gestern deutlich nach unten korrigiert worden. Der THB berichtet am 20.12.2013: „Bis 2025 könnte sich der Containerumschlag im Hamburger Hafen in einer Bandbreite von 11,9 bis 21,8 Mio. TEU bewegen.“ Das Hamburger Abendblatt präzisiert, dass sich der für 2013 vorhergesagte Containerumschlag von 9,3 Mio. TEU auf 15,4 Mio. TEU im Jahre 2025 steigern wird. Der THB führt diesen Wert allerdings als Untergrenze für den Umschlag des Jahres 2030 an.

Fazit: weit über 10 Mio. TEU Container werden nun für 2025 weniger vorhergesagt, einem Umschlag der nicht einmal im Jahre 2013 erreicht werden wird. Ist diese Differenz zwischen Planung und Wirklichkeit wieder einmal nur „Peanuts“, die unser Senat nicht zur Kenntnis nehmen wird? Was muss denn noch passieren, damit endlich ein „nationales Hafenkonzept“ Wirklichkeit wird? Zu den Umschlagsverteilungen in der Nordrange finden Sie hier weitere Ungereimtheiten.

HHLA-Zahlen

In der Presse wurde in vergangenen Wochen viel über die Entwicklung des weitgehend städtischen Terminalbetreibers HHLA berichtet: es war zu erwarten, dass erneut die bislang ausgebliebene Elbvertiefung als Verursacher der schlechten Zahlen ausgemacht wurde.

Bei genauerer Betrachtung der HHLA-Zahlen in 2012, der Statistik zum Containerumschlag HH 2000-2015 und der aktuell beantworten großen Anfrage werden Sie feststellen,  dass ein stagnierender Welthandel und die Gewährung von Hafenrabatten Auswirkungen auf den Gewinn der HHLA haben müssen. Angesicht der von den weniger gewordenen HHLA-Mitarbeitern erarbeiteten Produktivitätszuwächse, die sofort in millionenschwere Investititionen in die Suprastruktur für die Megaboxer geflossen sind, halten wir es nicht mehr für glaubwürdig, dass die ausgebliebene Elbvertiefung der alleinige Grund für die verhaltene HHLA-Gewinnentwicklung gewesen sein soll. Der auf unserer Einleitungsseite „Willkommen!“ beschriebene schädliche Konkurrenzkampf ist Realität in unserem Hamburg

Hochwasserwarnung!

Um 22:30 Uhr wurde auf www.hamburg.de eine Warnung für das Spring-Morgen-HW Hamburg-St. Pauli am 06.12.2013, 06:27 Uhr mit 5,60 m über Normal Null (NN) statt 2,10 m über Normal-Null herausgegeben. Eine BSH-Meldung haben wir nicht gefunden – die ARD-Tagesthemen bestätigen die Warnung.

6,09 m über Normal Null sind es geworden.

Rabatte fürs Hafengeld

Erinnern Sie noch die Pressemitteilung unseres Wirtschaftssenators zu den Rabatten beim Hafengeld für große Containerschiffe von vor genau einem Jahr ? Jetzt ist diese Pressemitteilung nur noch bei der HPA und nicht mehr auf hamburg.de zu finden. Anläßlich des ersten Geburtstages dieser Rabattoffensive wird in der Bürgerschaft mit einer schriftlichen kleinen Anfrage nach dem Erfolg und den zukünftigen Hafengeld-Entwicklungen gefragt.

Gerichtstermine Elbvertiefung

Heute hat das Bundesverwaltungsgericht in der Pressemitteilung 84/2013 die Verhandlungstermine zum Verfahren um die Elbvertiefung mitgeteilt. So ist die mündlichen Verhandlung für den 15. Juli 2014 und weitere fünf Verhandlungstage in der 29. und 30. Kalenderwoche angesetzt. Vorsorglich wurden drei weitere Verhandlungstage in der 31. Kalenderwoche eingeplant.

Weiter teilt das Gericht mit, dass „An seiner ursprünglichen Absicht, die Verfahren zunächst auszusetzen und dem Gerichtshof der Europäischen Union bestimmte Fragen zur Auslegung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie vorzulegen, wie dies bereits durch Beschluss vom 11. Juli 2013 in einem Verfahren zur Weservertiefung (BVerwG 7 A 20.11) geschehen ist, hält der Senat nicht mehr fest. Im Hinblick auf eine mittlerweile durch Beschlüsse vom 1. Oktober 2013 vorgenommene Planergänzung lässt sich erst nach der mündlichen Verhandlung verlässlich beurteilen, ob diese Fragen sich in den Verfahren zur Elbvertiefung noch stellen und ob gegebenenfalls weitere Fragen zur Auslegung der Wasserrahmenrichtlinie vorzulegen sind.“

Eine erste Interpretation der Presse finden Sie hier.