Eurogate

Die Eurogate GmbH & Co. KGaA, KG (folgend Eurogate) betreibt in allen deutschen Seehäfen der Nordrange Containerterminals. Eurogate unterhält hierfür Beteiligungen an diversen Tochterunternehmen, die neben dem eigentlichen Terminalbetrieb auch cargo- und intermodale Dienstleistungen rund um den Containerumschlag wie Logistik, Laschung, und Reparatur anbieten.[1]

Eurogate wurde 1999 unter Einschaltung verschiedener Zwischengesellschaften als ein Gemeinschaftsunternehmen (je 50 % Anteil) von der hamburgischen Eurokai GmbH & Co. KGaA (folgend Eurokai) und der bremischen BLG Logistics Group AG & Co. KG (folgend BLG) gegründet. Ursächlich für die Gründung dürfte das zeitgleich gegründete Maersk-Terminal NTB in Bremerhaven sein.[2]

Hinter Eurokai steht als Komplementär (Vollhafter) die Kurt F.W.A. Eckelmann GmbH, die sich im alleinigen Eigentum des Hamburger Kaufmannes Thomas H. Eckelmann befindet und als Kommanditisten der KGaA die Aktionäre Thomas H. Eckelmann (75,47%), J.F. Müller & Sohn AG (20,96%) sowie Streubesitz (3,57 %).[2-1]

Hinter der BLG steht als Komplementär die Bremer Lagerhaus Gesellschaft Aktiengesellschaft von 1877 (Aktionäre: 50,4 % Freie Hansestadt Bremen, je 12,6 % Bremer Landesbank und Sparkasse in Bremen, 24,4 % Streubesitz) und als Kommanditist die Freie Hansestadt Bremen.[3]

Eurogate betreibt folgende Terminals unter Angabe der Beteiligungsverhältnisse:

Eurogate in Bremerhaven
Der Container-Umschlag in Bremerhaven ist nach der Finanzkrise in 2009 stark eingebrochen. Seit 2010 steigt dieser wieder kontinuierlich und bereits in 2011 konnte der verlorene Umschlag mehr als wett gemacht werden. In 2012 wurde die Schwelle von 6 Mio. TEU überschritten.

Eurogate betreibt in Bremerhaven mit CTB ein eigenes und gemeinschaftlich mit den beiden weltgrößten Reedereien Maersk und MSC je ein weiteres Containerterminal. Die Reedereien Maersk und MSC lasten ihre Terminals zu über 90 % mit eigenen Schiffen aus.[7] Über CTB wird der restliche Umschlag der verbleibenden Reedereien abgewickelt. Die nachfolgende Tabelle (Angabe in 1.000 TEU= kTEU) zeigt, dass die mit Reedereien betriebenen Terminals für über 82 % des Containerumschlages in Bremerhaven verantwortlich sind und dass der restliche „freie“ Umschlag gerade einmal 17% ausmacht.

2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005
kTEU kTEU kTEU in % kTEU kTEU kTEU kTEU kTEU kTEU kTEU
Eurogt. 5.770 5.809 6.096 99,4% 5.900 4.871 4.536 5.499 4.892 4.428 3.729
CTB n.b. 853 1.043 17,0% 938 721 625 1.560 1.540 1.428 1.223
NTB n.b.  3.328 3.375 55,0% 3.337 2.960 2.981 2.840 2.531 2.400 2.073
MSCgt n.b.  1.673 1.678 27,4% 1.625 1.190 930 1.099 821 600 433
Sonst. 40 22 38 0,6% 25 5 43 1 0 16 15
Summe 5.810 5.832 6.134 100% 5.925 4.876 4.579 5.500 4.892 4.444 3.744

Eurogate in Hamburg
In Hamburg betreibt Eurogate das CTH in Eigenregie. Der im Anschluss an die Finanzkrise eingetretene Umschlagseinbruch hält an und nimmt zu. Die bestehenden Terminalkapazitäten von 4 Mio. TEU, die durch die Westerweiterung auf 6 Mio. TEU erweitert werden sollen, werden derzeit gerade einmal zur Hälfte genutzt.

Hamburg Eurogate
Jahr Gesamtumschlag TEU
Umschlag in TEU Marktanteil
2014 9.776.000 2.275.000 23,27%
2013 9.302.000 1.951.000 20,97%
2012 8.892.000 1.807.000 20,32%
2011 9.035.000 2.054.000 22,73%
2010 7.908.000 2.120.000 26,81%
2009 7.008.000 2.138.000 30,51%
2008 9.737.000 2.691.000 27,64%
2007 9.890.000 2.916.000 29,48%
2006 8.862.000 2.544.000 28,71%
2005 8.088.000 2.643.000 32,68%

Zu den Kunden von CTH gehören wie in Bremerhaven die beiden weltgrößten Reedereien Maersk und MSC sowie die Nummer 7 (CSCL), 8 (Hanjin) und 17 (UASC) der Top-25-Containerreedereien.[8] Da aber, wie oben bereits angeführt, die Reedereien Maersk und MSC die größten Teile ihres Ladungsaufkommens für Deutschland in Bremerhaven umschlagen, verbleibt für Hamburg durch die beiden Großreedereien nur noch ein geringer Umschlag.

Eurogate in Wilhelmshaven
Das Terminal in Wilhelmshaven wurde in 2012 eröffnet und betreibt dieses gemeinschaftlich zusammen mit Maersk. Der Umschlag ist bislang sehr klein.

Jahr Gesamtumschlag in TEU
2014 67.000
2013 76.265
2012 26.045

Wie die Hamburger HHLA aufgestellt ist, lesen Sie auf der folgenden Seite –> HHLA


[1] Eurokai GmbH & Co. KGaA, „Organigramm Eurogate„, Stand April 2014
[2] Hamburger Abendblatt, „Maersk sieht neue Chancen für Bremerhaven„, Nr. 15 vom 10.07.1998
[2-1] comdirect Bank Aktiengesellschaft, „Aktionärsstruktur“ der EUROKAI GmbH & Co. KGaA
[3] BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, „Factsheet der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT – Aktiengesellschaft von 1877
[4] Die Beteiligungsverhältnisse sind im Jahresabschluss im Unternehmensregister unter genauer Angabe der o.a. Firmierungen im Feld „Firmenname“ zu finden.
[5] Die Beteiligungsverhältnisse sind im Jahresabschluss im Unternehmensregister unter genauer Angabe der o.a. Firmierungen im Feld „Firmenname“ zu finden.
[6] Die Beteiligungsverhältnisse sind im Jahresabschluss im Unternehmensregister unter genauer Angabe der o.a. Firmierungen im Feld „Firmenname“ zu finden.
[7] Die Umschlagszahlen sind den jeweiligen im Unternehmensregister veröffentlichten Jahresabschlüssen der Terminalgesellschaften entnommen und mit den gesamten für Bremen veröffentlichten Umschlagszahlen abgeglichen worden.
[8] Für die Ermittlung des CTH-Kundenkreises wurden für das Jahr 2013 und 2014 die CTH-Anläufe von Containerschiffen mit mehr als 8.000 TEU Kapazität nach Reedereien ausgewertet. Für die Bereitstellung der Statistik danken wir dem Regionalen Bündnis. Das Ranking der Reederei wurde den Angaben von Alphaliner entnommen.