HHLA

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (folgend HHLA) ist ein Terminalbetreiber, der in HHLAStAnnen der Nordrange ausschließlich in Hamburg Containerterminals betreibt. Die HHLA unterhält hierfür Beteiligungen an diversen Tochterunternehmen, die neben dem eigentlichen Terminalbetrieb auch cargo- und intermodale Dienstleistungen rund um den Containerumschlag wie Logistik, Laschung, und Reparatur anbieten. [1]

Die HHLA bzw. ihre Vorgängergesellschaft ist seit ihrer Gründung in 1885 im Eigentum der Stadt Hamburg. Mit der Änderung der Hafenordnung in 1970 wurde die staatliche Kaiverwaltung aufgeteilt und die staatliche hafenwirtschaftliche Tätigkeit einschließlich der Bereitstellung der Suprastruktur (Kräne etc.) an die HHLA übertragen. Strategisch wurde vom Senat festgelegt, dass sich die sich die HHLA im Kerngeschäft rund um den Containerumschlag konzentriert und sich aus dem Stück- und Massengutumschlag durch Einräumung von hafenwirtschaftlichen (Mehrheits-) Beteiligungen an Dritte (Hansaport für Massengut, O’Swaldkai für Stückgut, Überseezentrum für Fruchtkontore) zurück zieht.

Das seit 2000 boomende Kerngeschäftsfeld Container erforderte immense staatliche finanzielle Ressourcen für den Hafen, so dass der Senat in 2007 entschied, einen HHLA-Aktienanteil von 30 % über einen Teilbörsengang zu privatisieren. Mit den Erlösen in Form der sogenannten HHLA-Milliarde sollten die staatlichen finanziert werden. Hinter der HHLA stehen als Aktionäre mit 69,58 % die Freie und Hansestadt Hamburg, institutionelle  Vermögensverwaltungsgesellschaften mit mehr als 8,0% Anteil. Die restlichen Aktien sind im  Streubesitz.[2] In Hamburg betreibt die HHLA drei Containerterminals (mit Angabe der Beteiligung):

  • Hamburg, CTB (CTH), 100 % HHLA, [3]
  • Hamburg, CTT (CTH), 100 % HHLA, [3]
  • Hamburg, CTA (CTH), 74,9 % HHLA und 25,1 % Hapag-Lloyd AG, der Containerreederei an der Hamburg mit 36,9 % beteiligt ist. [4]

HHLA-Terminals Die HHLA betreibt das CTB (Burchardkai) und CTT (Tollerort) in Eigenregie sowie das CTA (Altenwerder) mit einer Hapag-Lloyd-Minderheitsbeteiligung. Über die Umschlags­verteilung in TEU auf die einzelnen Terminals werden durch die HHLA seit 2006 keine Angaben mehr gemacht. Der im Anschluss an die Finanzkrise bei der HHLA eingetretene massive Umschlagseinbruch von 2 Mio. TEU konnte erst wieder in 2012 wettgemacht werden. Parallel zum Abschmelzen des Umschlagvolumens bei Eurogate CTH konnte damit der HHLA-Marktanteil in Hamburg um 10 % auf 76 % gesteigert werden.

TEU-Umschlag Hamburg HHLA (ohne Odessa)
Jahr Gesamtumschlag Umschlag in TEU Anteil
2014 9.776.000 7.200.000 73,65%
2013 9.302.000 7.100.000 76,33%
2012 8.892.000 6.854.000 77,08%
2011 9.035.000 6.769.000 74,92%
2010 7.908.000 5.548.000 70,16%
2009 7.008.000 4.700.000 67,07%
2008 9.737.000 6.780.000 69,63%
2007 9.890.000 6.706.000 67,81%
2006 8.862.000 6.100.000 68,83%
2005 8.088.000 5.300.000 65,53%

Bei der Auswertung der Anlauflisten der Jahre 2013 und 2014 für Schiffe größer 8.000 TEU ist festzustellen, dass der Umschlag auf den HHLA-Terminals nach Allianzen gegliedert ist:

  • Am CTA werden ausschließlich Schiffe der „G6-Allianz“ abgefertigt,
  • Am CTT werden alle Schiffe der „CKHYE-Allianz“ abgefertigt.
    Abweichend nutzt Hanjin noch das CTH und Evergreen das CTB.
  • Das CTB wird durch die Schiffe der CMA CGM (Ocean Three) sowie Evergreen und Hamburg Süd genutzt.
    Die „Ocean Three“-Mitglieder CSCL und UASC nutzen das benachbarte CTH von Eurogate.

Zu den Kunden der HHLA gehört von den drei Marktführern lediglich mit  CMA CGM die Nummer 3 der Rangliste. Von den Top 10 Containerreedereien folgen dann die Nummer 4 (Evergreen), 5 (Hapag-Lloyd), 6 (COSCO), 9 (MOL) sowie 10 (Hamburg Süd). Hamburgs Umschlag wird somit maßgeblich durch die Schiffe der beiden Allianzen (G6, CKHYE) gebildet. Dem  Umschlag der G6-Allianz um Hapag-Lloyd am HHLA-Terminal CTA kommt dabei eine besondere Bedeutung zu [5]:

  • Der Mehrumschlag des Hamburger Hafens in den 2013 soll sich vollständig aus den zusätzlichen Mengen von Hapag-Lloyd und seinen G6-Partnerreedereien speisen.
  • In 2013 sollen Hapag-Lloyd und seine G6-Partner ihre Aktivitäten in Hamburg bewusst weiter ausgebaut haben. Dieser Ausbau führte in 2014 dazu, das einzelne G6-Liniendienste über das CTT bzw. CTB abgefertigt wurden.

Einen Vergleich der Terminals HHLA versus Eurogate-Töchter finden Sie  unter –> Terminalkennzahlen


[1] HHLA AG, Geschäftsbericht 2014 und Vorgängerberichte, Hamburg 2015
[2] Hamburgische Bürgerschaft, Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft „Teilbörsengang der Hamburger Hafen- und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA), Drucksache 18/6210
[3] HHLA AG, Geschäftsbericht 2014, Hamburg 2014, die Beteiligungen der HHLA sind im Konzernbericht, Anhang auf Seite 152 ff. zu finden.
[4] Hapag-Lloyd AG, Geschäftsbericht 2014, Hamburg 2015, die Beteiligungen sind im Konzernbericht, Anhang auf Seite 208 ff. zu finden.
[5] Hamburgische Bürgerschaft, Ausschuss Öffentliche Unternehmen, „Protokoll der öffentlichen Sitzung des Ausschusses Öffentliche Unternehmen vom 26. November 2013“, Drucksache 20/0026, hier Anlage 2, Seite 5.