Neue Baggerdeponie

Warnschild METHA bei Francop
Warnschild METHA bei Francop

Die Kapazitäten der Baggergutdeponie Francop soll spätestens in 2014 erschöpft sein, so dass neben der Deponie Feldhofe neue Deponieflächen gefunden werden müssen. In einem aufwändigen Auswahlverfahren wurden für die Erweiterung der Möglichkeiten für die Lagerung von belastetem Baggergut aus dem Hamburger Hafen (ca. 1,2 Mio. m3 pro Jahr) aus insgesamt 36 Suchflächen letztlich vier in die engere Wahl gezogen. Für diese vier Flächen gab es detaillierte Untersuchungen zu Auswirkungen auf Mensch und Natur sowie Kostenschätzungen.[1] Die Untersuchungen wurden in der Bürgerschaft in kleinen Anfragen hinterfragt. [2] Der Senat und die HPA als Auftraggeber des Gutachtens haben die Kritik weggewischt. [3] Gleichwohl ist seit 2011 keine öffentliche Diskussion in Sachen Deponieauswahl zu hören.

    Standort     Geschätzte Kosten     Bewertung
    Standort 33 – Moorburg       95.600.000 €     Relativ geringer
    Standort 14 – Kirchsteinbek     113.100.000 €     Relativ höher
    Standort 36-1 – Neuenfelde     110.600.000 €     Relativ höher
    Standort 15 – Billwerder     120.900.000 €     Kosten noch höher

Moorburg wird im Gutachten präferiert, aber aufgrund der Hafenerweiterungspotentiale für neue Hafenbecken sowie der aktuellen Verkehrsplanungen (siehe Planungen Hafenbahn und Bundesautobahn) nahezu ausgeschlossen. In der Gesamtkosten-Aufstellung gehen wir daher von den Kosten für Billwerder aus. Zu den Planungen einer Feldhofeneuen Deponie ist es derzeit in Hamburg verdächtig ruhig: Letztmalig ist im Hamburger Abendblatt im August 2014 über den Fortgang der Planungsarbeiten zu lesen, die erst in der Entwurfsplanung sein sollen.[4] In einer Schriftlichen Kleinen Anfrage wird dieses bestätigt und die Restkapazitäten mit 0,5 Mio. m³ für Francop und 4,5 Mio. m³ für Feldhofe angegeben.[5] Die Möglichkeiten der Giftschlickentsorgung durch die E3-Verklappung vor Helgoland scheinen in Hamburg für einige Entlastung bei den Deponiekapazitäten zu sorgen. Laut einer Schriftlichen Kleinen Anfrage vom Januar 2016 will sich der Senat auf Moorburg festgelegt haben und geht nunmehr von 48 Mio. Euro Gesamtkosten aus. [6] Wir schätzen die Senatsantwort aufgrund der prekären verkehrlichen Situation in Moorburg als vollständig unrealistisch ein und halten daher weiter an den Ausführungen der Gutachter zu den Kosten fest.

Kosten
Kosten von 2009 für Billwerder                  120.900.000 € [1].

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[1] Standortsuche für eine Monodeponie für Baggergut in Hamburg, ATUS GmbH im Auftrag von HPA, Hamburg 2009, das  HPA-Moorburg Schlickdeponie 2011 Kurzgutachten kann hier runtergeladen werden. Den Ausschnitt zur Kostenschätzung aus der Langfassung finden Sie hier. Die vollständige Langfassung mit den Anlagen stellen wir gerne auf Anforderung bereit.
[2] Schriftliche kleine Anfrage: „Standortsuche für Schlickdeponien (II)“, Drucksache 20/832 und schriftliche kleine Anfrage: „Standortsuche für Schlickdeponien“, Drucksache 20/662
[3] Hamburger Abendblatt, „Verschlickte Lage„, vom 21.06.2011 und Hamburger Abendblatt, „Weitere Mängel im Moorburg-Gutachten?„, vom 06.07.2011
[4] Hamburger Abendblatt, „HPA lässt durch Verzögerungen in der Planung Raum für Spekulationen„, vom 10.08.2014.
[5] Schriftliche kleine Anfrage: „Standortsuche für Schlickdeponien (II)“, Drucksache 21/2409 hier Antwort zu Frage 13.
[6] Schriftliche kleine Anfrage: „Deponie am Standort Moorburg – Wie ist der aktuelle Stand?“, Drucksache 21/2693