Bahnprojekte

2013.Die Bahnprojekte gliedern sich in Netz-Maßnahmen der Hafenbahn, Eigentum der HPA, und Maßnahmen der Deutschen Bahn (DB). Beide Bahnen müssen ihre Netze mit einander abstimmen, um die prognostizierten Containermengen bewältigen zu können. Diese Abstimmung erfolgte über den „Masterplan Hafenbahn 2015“ zwischen DB und HPA. Der Masterplan Hafenbahn 2015 geht von einer Verdoppelung des Verkehrsaufkommens von 200 auf 400 Züge pro Tag aus: „Das erwartete Wachstum im Schienengüterverkehr erfordert erhebliche Anpassungsmaßnahmen in der Kapazität der Umschlagterminals im Hafen, der Hafenbahn, der Verknüpfung der Hafenbahn mit dem Netz der DB AG und im Bereich der DB AG (Knoten Hamburg und Zu-/Ablaufstrecken).“ [1]

Beim Thema Bahnprojekte erscheint es zunächst überraschend, welche Auswirkungen ein Umschlagswachstum im Hamburger Hafen auf die Belastung von Bahntrassen hat, die zum Teil geographisch weit entfernt vom Hamburger Hafen liegen. Bereits die jetzige Umschlagsleistung des Hamburger Hafens bringt, wie in den nachfolgenden Kapiteln dargestellt, die Bahn an die Grenze der Kapazitäten. Jedes Umschlagswachstum im Hamburger Hafen zieht somit unmittelbar einen erheblichen Investitionsbedarf in den Trassenausbau. Zum Einstieg seien zwei Zitate angeführt:

„Nach dem aktuell gültigen Bundesverkehrswegeplan wird für die Prognose 2025 der Gesamtmarkt mit einem Wachstum von durchschnittlich 2,6 % pro Jahr gesehen, das heißt, der Gesamtmarkt wächst ungefähr um gut 70 Prozent, die Schiene dabei leider leicht unterproportional mit 2,4 % pro Jahr und Straße mit 2,8 % pro Jahr. Ein großes Thema ist dabei, und das ist besonders hier für den Standort Hamburg ein elementares Thema: Der Intermodalverkehr toppt alles, weil die Prognosen für den Intermodalverkehr, für den kombinierten Verkehr, bei rund 129 % liegen für den Zeitraum bis 2025.“ [2]

und

„Für uns und für den Hafen Hamburg ist der sogenannte Korridor Ost, Ostkorridor, ein ganz wichtiges Thema, um genau die Hauptabfuhrstrecke über Hannover-Göttingen zu entlasten. Dafür sind auch Maßnahmen im Süden der Republik notwendig, also man mag bitte auch die Elektrifizierung in Reichenbach-Hof-Regensburg als Bestandteil des Seehafenhinterlandverkehres bitte mit aufnehmen, auch wenn es weit weg ist. Aber wenn ich bedenke, dass rund 70 % der Verkehre im Schienengüterverkehr inzwischen internationale Verkehre sind und gerade Süd-Süd-Ost für uns hier in Hamburg eine ganz wichtige Achse, ist auch die Elektrifizierung in Reichenbach-Hof als Bypass für die Hauptabfuhrstrecke ein wichtiges Projekt.“ [3] [4]

Für die Gesamtkosten im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Themenschwerpunkt „Bahnprojekte“ ergibt sich ein Betrag von 3.416.062.000 €.

Gesamtkosten Hamburger Anteil
Maßnahmen Summe 3.449.862.000 € 740.062.000 €
Ersatzinvestitionen Hafenbahn 131.900.000 € 131.900.000 €
Bahnhof Waltershof 64.200.000 € 64.200.000 €
Bahnhof Hohe Schaar 43.962.000 € 43.962.000 €
Planungen Westhafen 500.000.000 € 500.000.000 €
Eisenbahnknoten HH 82.800.000 €  0 €
Bahnhof Maschen 233.000.000 €  0 €
3. Gleis Lüneburg 294.000.000 €  0 €
Y-Trasse 1.600.000.000 €  0 €
Weitere DB-Planungen 500.000.000 €  0 €

Lesen Sie hier weiter bei den -> Projekten der Hafenbahn


[1]  Hamburgische Bürgerschaft, Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft: „Masterplan Hafenbahn 2015“, Drucksache 18/7731
[2]
[3] Hamburgische Bürgerschaft, Protokoll der öffentlichen Sitzung des Verkehrsausschusses vom 7.8.2012, Drucksache 20/15, Ute Plambeck, Deutsche Bahn AG
[4] Hamburg Hafen Marketing e.V., „Kooperationsprojekt „Hafen Hamburg 62+, Vertraulicher Abschlussbericht„, zensierte Version, Hamburg 2013.
Der über viele Monate vollständig auf den Internetseiten von Hamburg Hafen Marketing (HHM) veröffentlichte Bericht musste von uns auf Wunsch von HHM mittels Schwärzungen zensiert werden. Die unzensierte Version stellen wir Ihnen aber gerne auf Nachfrage zur Verfügung.