Wasserwege

Neben Straße und Schiene gibt es einen weiteren Verkehrsträger für den Transport der Container von und zum Hamburger Hafen: die Binnenschifffahrt.

„Im wasserseitigen Umschlag ist der Hamburger Hafen hocheffizient und auch der Weitertransport von Gütern auf den Wasserwegen im Binnenland gehört zu den Stärken des größten deutschen Seehafens. Neben Feeder-, LKW- und Bahnverbindungen bietet die Binnenschifffahrt für Massen- und Gefahrgüter sowie zunehmend auch für Container interessante Transportangebote von und nach Hamburg an. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands hat der Hafen Hamburg sein natürliches Hinterland wiedergewonnen, so dass vermehrt Binnenschifftransporte auf der Mittel- und Oberelbe Richtung Magdeburg, Aken, Torgau, Riesa, Dresden und sogar bis in die Tschechische Republik nach Decin, Usti und Lovosice stattfinden. Entlang der Unterelbe werden z. B. Brunsbüttel, Cuxhaven und Glückstadt bedient. Auch der Elbe-Seitenkanal mit der Verbindung zum Mittellandkanal nach Braunschweig, Hal­densleben, Hannover und Minden sowie der Elbe-Lübeck-Kanal sind für den Binnenschiffverkehr des Hamburger Hafens sehr wichtig. Auch nach Berlin finden regelmäßig Transporte auf den Wasserstraßen statt. Hinzu kommt noch die wachsende Bedeutung der Binnenschiffe für hafeninterne Umfuhren in Hamburg selbst. Transporte per Binnenschiff sind in der Regel kostengünstig, umweltfreundlich und aufgrund der großen Transportkapazitäten der Wasserstraßen sehr wirtschaftlich.“[1]

Damit das für Hamburg prognostizierte Containervolumen von 25 Mio. TEU p.a. bewältigt werden kann, soll der Anteil der Binnenschifffahrt am gesamten Umschlag des Hamburger Hafens gesteigert werden. Aktuell werden von den rund 9.700.000 umgeschlagenen TEU  lediglich rund 100.000 TEU p.a. von der Binnenschifffahrt transportiert. [2]

Für eine wirtschaftliche Binnenschifffahrt werden folgende Mindestanforderungen an die Schiffe und die Wasserstraßen gestellt:

  • Tiefe der Wasserstraßen,
  • Durchfahrtshöhe von Brückenbauwerken,
  • Größe von Schleusen- bzw. Trögen bei Schiffshebewerken,
  • tägliche Nutzbarkeit einer Wasserstraße.

Für eine wirtschaftliche Binnenschifffahrt müssen die Schifffahrtsstraßen an folgende Schiffsgrößen (Länge x Breite x Tiefgang) angepasst werden:

  • „Großmotorgüterschiff“ (110 m x 11,40 m x 2,80 m) und der
  • zweigliedriger Schubverband (185 m x 11,40 m x 2,80 m).

Für einen wirtschaftlichen Schiffsbetrieb wird ein dreilagiger Containertransport benannt. Die erforderlichen Brücken-Durchfahrtshöhen für Containerverkehre betragen gemäß der europäischen Wasserstraßenklassifizierung (ECE-Resolution Nr. 30):

  • zweilagig             5,25 m,
  • dreilagig              7,00 m und
  • vierlagig               9,10 m.

Für einen wirtschaftlichen Betrieb werden für die Nutzbarkeit mindestens 345 Tage pro Jahr bei einer Mindesttiefe von 1,60 m angegeben.
Die Forderung von Politik, Wirtschaft und Verwaltung an den Ausbau der Mittel- und Oberelbe sind in der „Dessauer Erklärung 2012“ wiedergegeben.[3]

Im Zusammenhang mit dem Hamburger Hafen werden fünf Infrastrukturprojekte außerhalb von Hamburg gemäß der in der Quelle [4] beigefügten Karte durchgeführt:

Wasserstraßen Hamburg-Berlin und Hamburg-Dresden:
Die Binnenschifffahrtsstraße Elbe kann wegen fehlender Wassertiefe nicht an 345 Tagen im Jahr genutzt werden. Mit den folgenden 4 Maßnahmen sollen Verbesserungen erwirkt werden:

  • 1/2: Maßnahmen, um die Fahrrinnentiefe der Mittelelbe von 1,60 m gewährleisten zu können. Buhnenbau bei Dömitz (1) und Coswig in Sachsen (2).
  • 3: Korrektur zu niedriger Brücken im Bereich des östlichen Mittellandkanals zwischen Rühen und Magdeburg.
  • 4: Weiterbau der noch nicht fertiggestellten Abschnitte des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 17 (Rühen-Magdeburg-Berlin)

Verbindung Hamburg-Elbe-Seitenkanal:

  • 5: Ertüchtigung des Schiffshebewerks Scharnebeck an derzeit gängige Schiffsgrößen (bis zu 135 m).

Für die Gesamtkosten im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Themenschwerpunkt „Binnenschifffahrt“ ergibt sich ein Betrag von 880.000.000 €.

Gesamtkosten Hamburger Anteil
Maßnahmen Summe 880.000.000 € 100.000.000 €
Buhnenbau 80.000.000 € 0 €
Brückenbau 500.000.000 € 0 €
Schiffshebewerk Scharnebeck 300.000.000 € 100.000.000 €

Lesen Sie jetzt weiter beim -> Ausbau Mittelelbe


[1]  Hamburg Hafen Markteting e.V. auf www.hafen-hamburg.de .
[2]  Statistikamt Nord, „Schifffahrt in Hamburg 2014“ vom 04.05.2015. Letzter Absatz.
[3]  Elbe-Allianz e.V., ehemals Verein zur Förderung des Elbstromgebietes e.V., Dessauer Erklärung 2012.
[4]  Hamburgische Bürgerschaft, Bericht des Ausschusses für Wirtschaft, Innovation und Medien über die Drucksachen 20/5550. (…) und 20/3674 (…), Drucksache 20/7584, siehe Anlage 1, Folie 33