Hafenquerspange

Mit Hafenquerspange (HQS) wird eine Ost-West-Auto­bahnverbindung durch den Hamburger Hafen bezeichnet. Die Planungen der HQS existieren seit 1939 als Bestandteil eines Hamburger Autobahnringes analog zum Berliner Ring. Seitdem werden regelmäßig Sinn und Planungen zur Streckenführung dieser Hafenautobahn (A252 oder A26) kon­trovers diskutiert. [1]

Die Handelskammer Hamburg stellt den direkten Bezug der HQS zum Hafen her: „Der direkte Anschluss des Hamburger Hafens über eine Autobahn an die A 7 im Westen und die A 1 im Osten ist aus Sicht der Hafen- und Verkehrswirtschaft unverzichtbar. Die aktuelle Umschlagsentwicklung relativiert die große Bedeutung dieses Projekts nicht; vielmehr wird eine anforderungsgerechte Abwicklung der Hafenverkehre mit Blick auf die sich verschärfende Wettbewerbssituation in der Nordrange noch wichtiger.…Für die Attraktivität und damit Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens war die gute Hinterlandanbindung stets ein entscheidendes Erfolgskriterium.“[2]

Die Planung zur A26 gliedert sich in eine Osttrasse (A26-Ost: eigentliche Hafenquerspange) sowie eine Westtrasse (A26-West: A7 bis zur Anbindung an die bestehende A26 an der Landesgrenze zu Niedersachsen). Für beide Trassen wurden im Oktober 2012 Planfeststellungsverfahren eingeleitet.[3]

Für den Verlauf der A26-Ost wird die Südtrasse in der Realisierung vorangetrieben. „Die Planfeststellungsverfahren für die einzelnen Abschnitte könnten ab 2014 eingeleitet werden. Ein Baubeginn für den ersten Abschnitt wäre bei Sicherstellung der Finanzierung durch den Bund frühestens ab 2016 möglich. …Die Baukosten betragen auf Basis einer vorläufigen groben Kostenschätzung als Teil der Linienbestimmungsunterlagen aus dem Jahre 2010 784 Millionen Euro insgesamt, wobei ein Kostenanteil in Höhe von rund 30 Millionen Euro für Kreuzungsbeteiligungen auf Hamburg entfällt.“[4]

Kosten                                                                  Hamburger Anteil                                  Bundesanteil
Stand 2010: [4]                                                       30.000.000 €                                        754.000.000 €
Stand 2014: [5]                                                       30.000.000 €                                        870.000.000 €

Für die A26-West werden die Planunterlagen derzeit mit Niedersachsen und dem Bund erstellt. Die Bauzeit wird mit 6 Jahren nach Erwirkung des Planfeststellungsbeschluss angegeben. Die Kosten werden per Stand 2015 mit 250 Mio. Euro angegeben und vollständig vom Bund getragen.

Kosten                                                               Hamburger Anteil                                   Bundesanteil
Stand 2011:[4]                                                                 0 €                                                  227.000.000 €
Stand 2015:[5]                                                                 0 €                                                  250.000.000 €

Zu Beginn des Jahres 2015 wurden ÖPP-Planungen für den Bau der Hafenquerspange vorgestellt. Die Gesamtkosten für West- und Oststrecke werden in Planungen des Bundesverkehrsministeriums nun mit 1.250.000.000 € angegeben.[6] Das wäre eine Preissteigerung seit 2010 von nahezu 25%.

Nach der Dokumentation des Planungsstand im April 2016 [7] werden am 12. Oktober 2016 überarbeitete Planungen vorgelegt. Die Hafenquerspange wird nun in „Hafenpassage“ umgetauft und soll bei unveränderter Südtrassenführung ab den Bahngleisen in einem Tunnel am Friedhof Finkenriek nach Stillhorn geführt werden. Baubeginn soll nun in 2020 erfolgen – Kosten werden unverändert angegeben.

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[1]  Michael Rothschuh auf www.hafen-quer-spange.de, „Geschichte der Hafenquerspange“, Hamburg 2012
[2]  Handelskammer Hamburg auf www.hk24.de „Bundesautobahn A26 (Hafenquerspange)“ Hamburg 2012,  und Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf www.strassenbau.niedersachsen.de  „4. Bauabschnitt von der Anschlussstelle Neu Wulmstorf bis zum Anschluss an die A 7
[3] Hamburgische Bürgerschaft, Schriftliche kleine Anfrage: „Sachstand bei den Planungen zur A26“, Drucksache 20/7954[4] Hamburgische Bürgerschaft, Große Anfrage: „Hafen, Transport und Logistik“, Drucksache 20/4968
[5] Hamburgische Bürgerschaft, Schriftliche Kleine Anfrage: „A26-Realisierung-Reine Augenwischerei?“, Drucksache 20/14319, in der Antwort zu Frage 6 wird der Hamburger Anteil für die A26-Ost nicht separat ausgewiesen, aber von uns beibehalten.
[6] Hamburger Abendblatt „A26 kommt möglicherweise früher als ursprünglich gedacht“ vom 09.01.2015
[7] Hamburgische Bürgerschaft, Schriftliche Kleine Anfrage: „Umsetzung der A26-West und -Ost„, Drucksache 21/3923