Zollverein und Freihafen

Bei der Gründung des Deutschen Zollvereins in 1834 ging der Hamburger Senat erneut seinen persönlichen Interessen nach und verschloss sich bis 1888, also über 50 Jahre, der Schaffung eines deutschen Staates mit einheitlichem Binnenmarkt und Steuersystem.

So hatte sich Hamburg bei der Reichsgründung 1871 in der Reichsverfassung das Recht vorbehalten so lange Zollausland zu bleiben, bis es selbst den Antrag zu einer Statusänderung stellen würde. Ham­burg trat als letztes Reichsgebiet nach jahrelangen zähen Verhandlungen erst im Jahre 1888 dem Zollverein bei, nach­dem es sich 1883 rechtlich den Freihafen als Zollaus­schlussgebiet gesichert und mit erheblichen finanziellen Zuschüssen des Deutschen Reiches den Bau der Hafenanlagen finanziert hatte. Zudem blieb die Zu­fahrt über die Unterelbe zollfrei und die Zollverwaltung verblieb in Hamburger Hand.

Die Grundlagen für den heutigen Hafen waren gelegt: Alleiniger Eigentümer des gesamten Hafengebietes ist seitdem die Stadt Hamburg. Im Hamburger Hafen setzte mit dem Bau neuer Hafenanlagen und der Gründung einer Vorgängergesellschaft der heutigen HHLA ein wirtschaftlicher Boom ein. [1]

Über die Aussiedlung der 24.000 Bewohner, die vorher auf den Flächen des „neuen“ Hafens, dem Großen Grasbrook gelebt hatten und deren neuen Wohnbedingungen in den Gängevierteln wird nur wenig berichtet.[2]

Die Ausdehnung des neuen Hafengebietes sind auf der Karte [3] zu erkennen. Die Gelbe Grenzlinie umschließt das neue Freihafengebiet im Jahre 1888 bzw. die ehemaligen Wohnflächen der umgesiedelten 24.000 Hamburger.

Lesen Sie weiter zu den Verhandlungen um den -> Wasserstraßenvertrag von 1921



[1]  Hans Jürgen Teuteberg, Die Entstehung des modernen Hamburger Hafens (1866-1896) in Tradition, 17. Jahrgang, S. 288 – 291, München 1972
[2] Wir verweisen auf die Links zur Cholera Epedimie und ergänzen über die Wikipedia-Ausführungen zum Hamburger Gängeviertel und Bauverein der Elbgemeinden eG, „Unsere Geschichte„, Absätze 1 bis 3
[3]  Karte „Umgebung von Hamburg 1887“, aus Meyers Konversations-Lexikon. Wir danken Christian Terstegge für den großen öffentlichen Kartenfundus