Änderungen der Elbe

In den Diskussionen um die Elbvertiefung wird dem interessierten Bürger regelmäßig der Eindruck vermittelt, dass die Vertiefungsmaßnahme „eigentlich“ nicht gravierend sei. Aussagen der Betreiber der Elbvertiefung wie z.B.
„Wir verändern bereichsweise die Tiefenlage der Sohle, indem wir von Riffeln oder Dünen dann ja etwas wegnehmen müssen, um insgesamt einen größeren Tiefgang zu haben. Damit weiten wir den Querschnitt ein Stück weit auf. Wir reagieren sofort darauf, dass wir diese Effekte der Aufweitung gleich wieder minimieren, indem wir Unterwasserablagerungsflächen bauen. In der Summe aber so weit wie irgend möglich so gemacht, dass die Auswirkungen minimal sind.“[1]

oder von der Hafenwirtschaft, die mit
„dieser Planung seitens des Staates: … versucht, die Umwelteingriffe nicht nur zu kompensieren, sondern der Elbe mehr Gutes zu tun als jetzt da ist. Mit den Klagen verhindern die Umweltverbände quasi eine Verbesserung des Ist-Zustands der Elbe.“[2]

stehen unseren eigenen, anderen Eindrücken, die wir als Elb-Spaziergänger, Elbsegler oder Anwohner der Elbe sammeln, entgegen. Die Strömung der Elbe nimmt zu, die kleinen Häfen und die Nebenfahrwasser der Elbe sowie das Mühlenberger Loch verschlicken, die Fähre von Cranz nach Blankenese kann mangels Wasserstandes nicht fahren, das Weilen am wenigen Elbstrande wird durch Warnschilder „Sog- und Wellenschlag“ eingeschränkt und Sauerstofflöcher pflastern den Verlauf unserer Elbe. Wir bemerken diese Veränderungen, vergessen sie aber im Lauf der Jahre: Sie werden schleichend als normal und selbstverständlich wahrgenommen.

Wir wollen Ihnen diese schleichenden Veränderungen wieder sichtbar machen und zeigen Ihnen auf den Folgeseiten wie sich Abschnitte der Unterelbe in Folge der Elbvertiefungen verändert haben. Aus den Elbatlanten der Jahre 1932 bis 2012[3] haben wir die Seekarten der Gewässerabschnitte aneinandergereiht und in eine Flash-Animation verpackt.

Sehen Sie selber, wie man unsere Elbe verändert hat.
-> Aussenelbe
-> Cuxhaven bis Belum


[1] Hans-Heinrich Witte, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord, in Deutschlandfunk Kultur, Länderreport „Die Elbe vor Gericht“, Sendung vom 27.11.2013, Redakteur Axel Schröder.
[2] Gunther Bonz, Bevollmächtigter der Eurogate (CTH) und Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, in Deutschlandfunk Kultur, Länderreport „Die Elbe vor Gericht“, Sendung vom 27.11.2013, Redakteur Axel Schröder.
[3] „Die Elbe von Cuxhaven bis Lauenburg“, 1:50.000, Verlag Carl Griese, Hamburg 1932 ff. bis 1979, „Die Elbe von Helgoland bis Schnackenburg“, Peschke Verlag, Hamburg 1990 und „Die Elbe von Helgoland bis Magdeburg“, Peschke Verlag, Hamburg 1992 ff. bis 2014.