{"id":1299,"date":"2014-01-26T19:20:55","date_gmt":"2014-01-26T17:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=1299"},"modified":"2015-07-05T15:31:02","modified_gmt":"2015-07-05T14:31:02","slug":"fazit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=1299","title":{"rendered":"Fazit"},"content":{"rendered":"<p>Im Text <a title=\"Umschlag Nordrange\" href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=1099\" target=\"_blank\">\u201eUmschlag Nordrange\u201c<\/a> haben wir nachgewiesen, dass in den vergangenen zehn Jahren weder Rotterdam noch Antwerpen den beiden norddeutschen H\u00e4fen Hamburg und Bremen Containerumschlag abgenommen haben. Feststellbar war, dass die beiden norddeutschen H\u00e4fen sich gegenseitig Konkurrenz machen und versuchen, durch unterschiedliche Strategien sich jeweils Ladung abzujagen.<\/p>\n<p>Auf der Seite <a title=\"Containerreedereien\" href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=1115\" target=\"_blank\">\u201eContainerreedereien\u201c<\/a> haben wir die Marktanteile und somit die Marktmacht der Reedereien und ihrer Allianzen beschrieben: die \u201e2M-Allianz\u201c mit Maersk und MSC vereint gut 32 % der weltweiten TEU-Kapazit\u00e4ten, soviel, wie die n\u00e4chsten 6 gr\u00f6\u00dften Reedereien zusammen. Hapag-Lloyd f\u00fchrt als f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte Reederei die konkurrierende G6-Allianz, die einen Marktanteil von 21 % hat, gefolgt von der CKHYE-Allianz, die \u00fcber 19 % Marktanteil verf\u00fcgt und der &#8220;Ocean Three-Allianz&#8221; mit 16,5%. Die verbleibenden 11% teilen sich auf ungebundene Reedereien auf.<\/p>\n<p>Im Kapitel <a title=\"Containerterminals\" href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=1156\" target=\"_blank\">\u201eContainerterminals\u201c<\/a> wurde dargelegt, dass Bremen den Containerreedereien Maersk und MSC mit Beginn des Containerbooms eine gesellschaftsrechtliche 50%-Beteiligung am Terminalbetrieb einger\u00e4umt hat und nachgewiesen, dass damit die beiden weltgr\u00f6\u00dften Reedereien durch Containerumschlag am eigenen Terminal einen sp\u00fcrbaren Kostenvorteil haben und sich an den Standort Bremerhaven gebunden haben. Bremen hat sich in Bremerhaven rund 32 % Marktanteil des deutschen TEU Umschlages gesichert.<\/p>\n<p>Hamburg hat erst in 2004 und lediglich an einem Terminal, dem CTA, der Reederei Hapag-Lloyd eine Minderheitsbeteiligung einger\u00e4umt. Erkennbar ist, dass diese Minderheitsbeteiligung ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Auslastung des CTA in Altenwerder durch die von Hapag-Lloyd gef\u00fchrte G6-Allianz mit f\u00fcnf weiteren Reedereien verantwortlich ist. Hamburg hat mit dieser Allianz rund 21 % Marktanteil des deutschen TEU-Umschlags an sich gebunden.<\/p>\n<p><b>Welche Bedeutung haben diese Erkenntnisse f\u00fcr Hamburg<br \/>\n<\/b>Der Bindung von Reederei-Allianzen an einen Hafen mittels gesellschaftsrechtlicher Terminalbeteiligung hat offenbar eine gravierende Bedeutung f\u00fcr die Umschlagsentwicklung des Hafens. Es ist daher zu erwarten, dass die Karten am Hamburger Terminalmarkt und damit f\u00fcr die deutschen H\u00e4fen neu gemischt werden. Hamburg hat dabei viel zu verlieren und scheint nur wenig gewinnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Eine besondere Rolle f\u00fcr Hamburg hat die &#8220;Ocean-Three-Allianz&#8221; mit den Reedereien CMA CGM, UASC und CSCL. W\u00e4hrend CMA CGM ein HHLA-Kunde am Burchardkai ist, sind UASC und CSCL Kunden des CTH von Eurogate. Hier wird in Preisverhandlungen der Allianz mit den Terminalbetreibern sicherlich eine Konzentration auf ein Terminal stattfinden, wie es die anderen drei Allianzen bereits jetzt praktizieren.<\/li>\n<li>M\u00f6glich w\u00e4re es die Reedereien der CKHYE-Alliance mit einem Anteil von 19 % f\u00fcr eine verbindliche Partnerschaft mit Hamburg zu gewinnen. Die CKHYE-Alliance l\u00e4uft Hamburg bereits an. Die Reederei COSCO, ein Teil dieser Allianz, hat bereits seit mehreren Jahren in Hamburg um eine Terminalbeteiligung am CTT angehalten. Hamburg hat dieses Ansinnen von COSCO seit Jahren ignoriert bzw. ausgesessen. Wird diese Beteiligung \u2013 dann vielleicht sogar am CTBurchardkai &#8211; einger\u00e4umt werden?<\/li>\n<li>Ein Coup f\u00fcr Eurogate w\u00e4re es, wenn Eurogate f\u00fcr das in 100%-Eigentum betriebene Bremerhavener Terminal gesellschaftsrechtlich eine Allianz, sei es CKHYE oder Ocean-Three, beteiligen w\u00fcrde.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Selbst mit einer tieferen Elbe werden Maersk und MSC ihre Anl\u00e4ufe nicht ausweiten \u2013 das rechnet sich nicht f\u00fcr diese Reedereien im Vergleich mit Bremerhaven.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Allianzen von Containerreedereien sind nicht mehr zu erwarten. Die verbliebenen ungebundenen Reedereien verf\u00fcgen nur \u00fcber einen geringen Marktanteil und werden keinen weiteren nennenswerten Umschlag nach Hamburg f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine bereits realisierte Ma\u00dfnahme: Hamburg hat Milliarden in den Kauf von Hapag-Lloyd-Aktien investiert, um den Umschlag der G6-Allianz in Hamburg zu halten. Hamburg muss sich, um ein weiteres Umschlagswachstum generieren zu k\u00f6nnen, neue strategische Partner f\u00fcr die Hafenauslastung suchen. Das kann bedeuten, dass weitere Terminal-Anteile an Reedereien verkauft werden oder dass die Allianzen deutlich g\u00fcnstigere Konditionen bei der HHLA aushandeln k\u00f6nnen. In jedem Falle wird dieses f\u00fcr die Stadt erhebliche Kosten bzw. Einnahmeverluste bedeuten.<\/p>\n<p><b>Warum ist es zu dieser Situation gekommen?<\/b><br \/>\nMit dem Containerboom Ende des 20. Jahrhunderts hat man in Hamburg geglaubt, die Reedereien und deren Umschlagst\u00e4tigkeit deutschlandweit in Griff zu haben: Einer Strategie zum Umgang mit den Reedereien bedurfte es nicht. In Bremen dagegen hat man sich bereits im Jahre 1998 Gedanken \u00fcber eine l\u00e4ngerfristige Strategie f\u00fcr den Containerumschlag gemacht und diese konsequent in den Folgejahren weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p><b>Hafen-Allianz als Gegenpol zu Reederei-Allianzen?<\/b><br \/>\nWie man den Ausf\u00fchrungen entnehmen kann, bestimmen die gro\u00dfen Reedereien die Politik in den deutschen H\u00e4fen. Sofern sie nicht ganze Terminals \u00fcbernehmen, wollen sie auf die Preise bei Umschlag und Dienstleistung einwirken. Sie versuchen vollst\u00e4ndige Lieferketten mit eigenen Unternehmen zu gew\u00e4hrleisten. So begann Maersk im Januar 2014 in Bremerhaven mit dem Einsatz von Schleppern eines Tochterunternehmens. F\u00fcr die Hafenbetreiber wird bei diesem Trend am Ende nicht einmal mehr eine Wertsch\u00f6pfung durch hafenbedingte Dienstleistungen \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<p>Die geplante Elbvertiefung hat mit dieser Situation im Hamburger Hafen also nichts zu tun: die Weser bis Bremerhaven soll von derzeit auf 12,80 m auf 13,50 vertieft werden, also auf die Tiefe, die die Elbe bereits seit der letzten Elbvertiefung hat. Das Beharren auf der Elbvertiefung soll vielmehr von der erfolglosen Hafenpolitik der Hamburger Senate der letzten 15 Jahre ablenken. Auch eine vertiefte Elbe kann den von Profitabilit\u00e4t geleiteten Entscheidungen der marktbeherrschenden Reedereien das Anlaufen des Hamburger Hafens nicht schmackhafter machen.<\/p>\n<p>Wir Hamburger leben mit unseren Schleswig-Holsteinischen, Nieders\u00e4chsischen und Bremischen Nachbarn gemeinsam in Norddeutschland. Wir Hamburger m\u00fcssen ein deutsches Hafenkonzept mit den anderen norddeutschen H\u00e4fen entwickeln: <b>eine norddeutsche Hafen-Allianz!<\/b> Nur so kann dem geballten Druck der Reederei-Allianzen auf Augenh\u00f6he mit Gegendruck begegnet werden.<\/p>\n<p>Zugleich leben wir gemeinsam mit den Niederl\u00e4ndern und Belgiern in Europa. Sie ahnen es schon&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Text \u201eUmschlag Nordrange\u201c haben wir nachgewiesen, dass in den vergangenen zehn Jahren weder Rotterdam noch Antwerpen den beiden norddeutschen H\u00e4fen Hamburg und Bremen Containerumschlag abgenommen haben. Feststellbar war, dass die beiden norddeutschen H\u00e4fen sich gegenseitig Konkurrenz machen und versuchen, durch unterschiedliche Strategien sich jeweils Ladung abzujagen. 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