{"id":476,"date":"2013-10-27T22:45:15","date_gmt":"2013-10-27T20:45:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=476"},"modified":"2014-11-17T21:30:52","modified_gmt":"2014-11-17T20:30:52","slug":"unsere-ziele-fuer-hamburg-und-fuer-die-elbe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=476","title":{"rendered":"Willkommen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unsere Ziele f\u00fcr Hamburg und f\u00fcr die Elbe<\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/BVerwGLeipzig9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4048\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/BVerwGLeipzig9-300x168.jpg\" alt=\"BVerwGLeipzig9\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/BVerwGLeipzig9-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/BVerwGLeipzig9.jpg 816w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/strong><br \/>\nWir sind eine Gruppe Hamburger Menschen, die dem Glauben an ein unbeschr\u00e4nktes Wirtschaftswachstum, der Unbegrenztheit des Konsums und der Allmacht der Kr\u00e4fte der M\u00e4rkte eine gesunde Skepsis entgegenbringen.<\/p>\n<p>Mit der geplanten Elbvertiefung setzt der Hamburg Senat weiter auf diese Mechanismen:<\/p>\n<ul>\n<li>Mit optimistischen Wachstumsprognosen zur deutschen Konsumentwicklung und Export\u00fcbersch\u00fcssen werden exponentiell steigende Containerzahlen errechnet.<\/li>\n<li>Diese Container k\u00f6nnen nur in Hamburg umgeschlagen werden, da nur Hamburg \u00fcber ausreichende Hinterlandverbindungen verf\u00fcgt.<\/li>\n<li>In Hamburg werden durch den steigenden Umschlag Arbeitspl\u00e4tze und Steuereinnahmen erzeugt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Laut dem Hamburger Senat soll dieses alles nur eintreten k\u00f6nnen, wenn die Elbe unverz\u00fcglich f\u00fcr die Riesenschiffe vertieft wird und die Reeder nicht gezwungen werden w\u00fcrden, in andere H\u00e4fen abzuwandern. Negative Umweltfolgen f\u00fcr die vertiefte Elbe w\u00fcrde der Senat daf\u00fcr mehr als kompensieren. Allein \u00fcber die vielen Hamburger Arbeitspl\u00e4tze und Steuereinnahmen w\u00e4ren hierf\u00fcr gen\u00fcgend finanzielle Mittel vorhanden.<\/p>\n<blockquote><p>Unsere B\u00fcrgerinitiative hat erhebliche Zweifel an diesen einfachen und auf den ersten Blick so logisch klingenden Zusammenh\u00e4ngen. Diese Zweifel wollen wir Ihnen hier und auf den weiteren Seiten erl\u00e4utern.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vor\u00fcberlegungen<br \/>\n<\/strong>W\u00fcrden Sie f\u00fcr den einmaligen Transport einer bestimmten Ladung von A nach B ein passendes Schiff suchen, w\u00fcrden Sie sich ganz andere Fragen stellen, als wenn Sie f\u00fcr einen regelm\u00e4\u00dfigen Liniendienst zwischen A und B die optimale Schiffsgr\u00f6\u00dfe bestimmen wollen w\u00fcrden. Die folgenden \u00dcberlegungen beziehen sich somit auf einen Containerliniendienst, also einer festen Schiffsroute zwischen A und B mit Ankunfts- und Abfahrtszeiten, wie bei einem Linienbus.<\/p>\n<p><strong><strong>Schiffsgr\u00f6\u00dfen<br \/>\n<\/strong><\/strong>Bei voller Kapazit\u00e4tsauslastung Ihres Schiffes w\u00e4ren sicherlich die Baukosten pro Containerstellplatz, die Kosten f\u00fcr die einzusetzende Besatzung sowie der Schadstoffaussto\u00df des Antriebes am niedrigsten, wenn das Fahrzeuge die maximale Gr\u00f6\u00dfe h\u00e4tte, die durch den Schiffbau geliefert werden kann.<\/p>\n<p>Die Nachteile, die Sie\u00a0 mit einer Entscheidung f\u00fcr das gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Fahrzeug hinzunehmen h\u00e4tten, w\u00e4ren allerdings vielf\u00e4ltig:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Reparaturpl\u00e4tze und Wartungspl\u00e4tze f\u00fcr den Schiffsrumpf w\u00e4ren begrenzt.<\/li>\n<li>Die Anzahl der erreichbaren H\u00e4fen w\u00e4re geringer.<\/li>\n<li>Die Liegepl\u00e4tze zum Laden und L\u00f6schen w\u00e4ren begrenzt.<\/li>\n<li>Die Liegezeiten w\u00fcrden l\u00e4nger werden.<\/li>\n<li>St\u00f6rungen im Fahrplan h\u00e4tten schwerwiegendere Folgen.<\/li>\n<li>Havarien w\u00e4ren teurer.<\/li>\n<li>Die Anpassungsf\u00e4higkeit bei r\u00fcckg\u00e4ngiger Nachfrage w\u00e4re schlechter.<\/li>\n<li>Der Verlust bei Wiederverkauf bei r\u00fcckl\u00e4ufiger Nachfrage w\u00e4re h\u00f6her.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Warum entscheiden sich derzeit trotzdem einige Reeder in der Containerlinienschifffahrt f\u00fcr Riesenschiffe, die sogenannten Megaboxer? Ganz einfach: In Zeiten der \u00dcberkapazit\u00e4ten, die durch die durchlaufene Weltwirtschaftskrise entstanden sind, besteht f\u00fcr wirtschaftsstarke Reeder die Chance, die Konkurrenz aus dem Wettbewerb zu dr\u00e4ngen. Und das funktioniert so:<\/p>\n<p>Um diese\u00a0 Reeder rivalisieren Werften, die \u00fcber die Kompetenz, gro\u00dfe Schiffe bauen zu k\u00f6nnen, verf\u00fcgen, mittels g\u00fcnstiger Konditionen. Diese Konditionen sind nur m\u00f6glich, da einige asiatische Schiffbaunationen zur Demonstration ihrer technischen Leistungsf\u00e4higkeit ihre Werften subventionieren. Die Reeder greifen zu und kaufen, wie wir im Supermarkt: &#8220;Zwei zum Preis von Einem&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Welche Folgen hat das f\u00fcr europ\u00e4ische Hafenst\u00e4dte?<br \/>\n<\/strong>Zun\u00e4chst erleben wir, dass sich die regionale Regierungen und Verwaltungen von H\u00e4fen gegen\u00fcber den wirtschaftsstarken Reedereien als geschw\u00e4cht darstellen: insbesondere die H\u00e4fen, die die Megaboxer nicht ohne Anpassungen abfertigen k\u00f6nnen, stehen pl\u00f6tzlich in Konkurrenz zu den nat\u00fcrlichen bzw. den gebauten Tiefwasserh\u00e4fen. Um in diesem Konkurrenzkampf zu bestehen, neigen sie dazu, den Forderungen der Reeder Folge zu leisten.<\/p>\n<p>Dabei sehen sie sich gewaltiger Kosten und Planungsaufgaben gegen\u00fcber, die ihre Handlungsm\u00f6glichkeiten auf anderen Politikfeldern einschr\u00e4nken, n\u00e4mlich die nicht unwesentlichen Kosten der Anpassung an die gr\u00f6\u00dferen Fahrzeuge: Es m\u00fcssen tiefere H\u00e4fen und Fl\u00fcsse, h\u00f6here Br\u00fccken und Kabel\u00fcberf\u00fchrungen sowie st\u00e4rkere Kaianlagen geschaffen werden. Es handelt sich hierbei nicht nur um einmalige Investitionen, sondern um fortw\u00e4hrende, laufend wiederkehrende und hohe Instandhaltungskosten. Dazu kommen noch Folgekosten f\u00fcr Hochwasserschutz und Ausgleichsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Umwelt sowie Betroffene.<\/p>\n<p>Die Hafenanlagenbetreiber m\u00fcssen f\u00fcr die Megaboxer kostentr\u00e4chtige Anpassungen ihrer Umschlagseinrichtungen vornehmen, die \u00fcber die normalen Kapazit\u00e4tsanpassungen aufgrund Umschlagswachstum hinausgehen. Die Containerbr\u00fccken m\u00fcssen gr\u00f6\u00dfer werden, dabei aber nicht langsamer und beh\u00e4biger sein &#8211; im Gegenteil: durch Automatisierungen m\u00fcssen h\u00f6here Produktivit\u00e4ten erreicht werden. Der Ersatz sowie Wartung und Reparatur dieser Megaboxer-Containerbr\u00fccken werden in der Folge teurer. Auch die Folgen bei Ausfall einer dieser Containerbr\u00fccken sind gewaltiger.<\/p>\n<p><strong>Wer kommt f\u00fcr die Folgen auf?<br \/>\n<\/strong>Wie auch immer die h\u00f6heren Kosten umgelegt werden: sie werden vom Steuerzahler und den Verbrauchern \u00fcber h\u00f6here Preise zu tragen sein. Sie werden in keinem Falle durch etwaig niedrigere Transportkosten\/St\u00fcck ausgeglichen werden k\u00f6nnen. Sollen diese Subventionen f\u00fcr die oben angef\u00fchrten <span style=\"text-decoration: underline;\">verdr\u00e4ngenden<\/span> Reeder und Werften geleistet werden, die bereits f\u00fcr den Bau der Megaboxer subventioniert wurden? Wir, die Steuerzahler und\u00a0 Verbraucher, werden nicht gefragt.<\/p>\n<p><strong>&#8230;und die Arbeitspl\u00e4tze?<br \/>\n<\/strong>Unser Hamburger Senat bem\u00fcht sich, dass wir uns diese Zusammenh\u00e4nge auch nicht bewusst machen k\u00f6nnen. Im Gegenteil, er nutzt die Unwissenheit f\u00fcr seine Politik aus:<\/p>\n<p>Mit den bereits angef\u00fchrten Subventionen der Megaboxer wird eine negative Bilanz der Arbeitspl\u00e4tze der Seeleute und der Besch\u00e4ftigten in den H\u00e4fen erzeugt. F\u00fcr die Megaboxer werden &#8211; das ist ja der Sinn ihres Einsatzes &#8211; weniger Besatzung und Ausr\u00fcstung gebraucht. Da ein Megaboxer die Aufgabe von mehreren kleineren Containerschiffen \u00fcbernimmt, werden in den H\u00e4fen gleichfalls weniger Lotsen, Schlepper, Festmacher und Werften ben\u00f6tigt. Durch den hohen Automatisierungsgrad der Containerbr\u00fccken f\u00fcr Megaboxer wird weniger Terminalpersonal f\u00fcr den Umschlag eingesetzt.<\/p>\n<p>Die Angst der Seeleute und Hafenbesch\u00e4ftigten um ihre Arbeitspl\u00e4tze ist in Hamburg sp\u00fcrbar. Ihre Reaktionen und die ihrer gewerkschaftlichen Organisationen richten sich, unterst\u00fctzt durch die unvollst\u00e4ndige Informationspolitik des Hamburger Senates, befremdlicherweise gegen die Menschen und Einrichtungen, die den Megaboxern und dem von ihnen induzierten arbeitsplatzvernichtenden Subventionswettlauf\u00a0 samt Raubbau an der Elbe ablehnend gegen\u00fcber stehen. Eine \u00e4hnliche Lage ist bei den aktuellen Vertiefungsdiskussionen von Weser und Ems zu beobachten.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6sung: nationale Hafenkooperation!<br \/>\n<\/strong>Die Politiker der Hafenstaaten und Hafenst\u00e4dte m\u00fcssen zum Schutz der Arbeitnehmer der maritimen Wirtschaft, der Steuerzahler und Verbraucher, also uns W\u00e4hlern, aufgefordert werden, \u00fcber eine <b>Hafenkooperation <\/b>diese Eskalation zu beenden und den Reedern endlich wieder Vorgaben zu machen, mit welchen Schiffsgr\u00f6\u00dfen sie in unsere H\u00e4fen kommen d\u00fcrfen. Nicht jeder Hafen muss alle Schiffstypen l\u00f6schen und abwickeln k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>\u00dcber eine <strong>Hafenkooperation<\/strong> kann zudem die Lenkung der Ladungsstr\u00f6me nach \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Gesichtspunkten optimiert werden. Sie, lieber Leser, w\u00e4ren erschrocken, wenn Sie w\u00fcssten, wie viel Ladung, zum Teil sogar mit denselben Schiffen, die Elbe rauf- und wieder runtertransportiert wird.<\/p>\n<p>Verkehre k\u00f6nnen erforderlich sein und Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Eine alte Logistikerweisheit besagt, dass Verkehre immer eine Belastung sind und vermieden werden sollten, wo immer es nur m\u00f6glich ist. In einer z.B. norddeutschen <strong>Hafenkooperation<\/strong> k\u00f6nnen einige H\u00e4fen an Bedeutung verlieren, aber Gewinner werden wir alle sein.<\/p>\n<p>Wir Hamburger leben mit unseren Schleswig-Holsteinischen, Nieders\u00e4chsischen und Bremischen Nachbarn gemeinsam in Norddeutschland. Zugleich leben wir gemeinsam in Europa. Trotzdem verh\u00e4lt sich unser Hamburger Senat so, als ob kleinstaatliche Hafenpolitik, die dem tiefsten Mittelalter entstammt, eine noch heute g\u00fcltige hanseatische Kaufmannsmanier ist.<\/p>\n<p>Lesen Sie auf unseren weiteren Seiten, wie diese kleinstaatliche Hamburgische Senatspolitik derzeit Ebbe in unsere Stadtkasse bringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Ziele f\u00fcr Hamburg und f\u00fcr die Elbe Wir sind eine Gruppe Hamburger Menschen, die dem Glauben an ein unbeschr\u00e4nktes Wirtschaftswachstum, der Unbegrenztheit des Konsums und der Allmacht der Kr\u00e4fte der M\u00e4rkte eine gesunde Skepsis entgegenbringen. 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