{"id":10019,"date":"2016-04-27T19:54:35","date_gmt":"2016-04-27T18:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10019"},"modified":"2016-09-14T08:23:56","modified_gmt":"2016-09-14T07:23:56","slug":"unterelbemaerchen-epilog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10019","title":{"rendered":"Unterelbem\u00e4rchen Epilog"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/AlexandervonHumboldt2.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7493\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/AlexandervonHumboldt2.jpg\" alt=\"AlexandervonHumboldt2\" width=\"250\" height=\"187\" \/><\/a>Das <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?s=%22Unterelbem%C3%A4rchen%22\" target=\"_blank\">Unterelbem\u00e4rchen<\/a> ist am gestrigen Nachmittag fertig geschrieben worden. Das seit Sp\u00e4tsommer 2015 gedichtete Unterelbem\u00e4rchen, der \u201e<em>Schlick-Geschichte vom tumben Schleswig-Holstein und dem armen kleinen Hamburg<\/em>\u201c, ist mit dem Einvernehmen des gr\u00fcnen Umweltministers von Schleswig-Holstein, Herrn Robert Habeck, zur\u00a0 Verbringung von giftigem Baggergut aus dem Hamburger Hafen, jetzt auch aus dem gesamten Hafengebiet, in das Schlickfallgebiet bei der Tonne E3 vor Helgoland vollendet.<\/p>\n<p>Die Vereinbarung zwischen der Hamburger HPA und dem schleswig-holsteinischen Umweltministerium (MELUR) samt Bedingungen ist erneut nicht ver\u00f6ffentlicht worden. Die Pressemitteilung des Senates (zwischenzeitlich gel\u00f6scht, siehe PS am Ende des Beitrages) ist nahzu inhaltsleer. Eine Bewertung zusammen mit dem <a href=\"http:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/V\/Presse\/PI\/2016\/0416\/MELUR_160426_Genehmigung_Baggergute.html\" target=\"_blank\">Pendent aus dem Kieler Umweltministerium<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.landtag.ltsh.de\/infothek\/wahl18\/umdrucke\/5600\/umdruck-18-5621.pdf\" target=\"_blank\">Eckpunktevereinbarung aus dem Februar 2016<\/a> l\u00e4sst folgende Kommentierung zu:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Genehmigung umfasst 10 Mio. m\u00b3 giftiges Baggergut in den kommenden f\u00fcnf Jahren. <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=5219\" target=\"_blank\">Bislang wurden in den vergangenen 11 Jahren 11 Mio. m\u00b3<\/a> (2005 bis 2007 rund 4,5 Mio. m\u00b3, von 2008 bis heute 6,5 Mio. m\u00b3) Schlick vor Helgoland verklappt, der nur aus der Stromelbe stammen durfte. Jetzt wird es also mit 2 Mio. m\u00b3 pro Jahr eine doppelt so gro\u00dfe Menge sein.<\/li>\n<li>&#8220;<em><span style=\"text-decoration: underline;\">Strenge Umweltauflagen<\/span> sollen sicherstellen, dass nachteilige Auswirkungen auf das schleswig-holsteinische K\u00fcstengew\u00e4sser der Nordsee und die angrenzenden K\u00fcstenregionen vermieden oder minimiert werden.<\/em>&#8221; Welche Auflagen das sein sollen, bleibt offen. In der Regel wird dieser Begriff immer dann verwendet, wenn es keine verbindlichen Regelungen gibt.<\/li>\n<li>&#8220;<em><q>Wie bisher wird ein intensives und abgestimmtes Umweltmonitoring die Verbringung \u00fcberwachen, die Ergebnisse werden ver\u00f6ffentlicht<\/q>.<\/em>&#8221; Die Monitoring-Berichte der letzten Jahre sind \u00e4u\u00dferst schleppend ver\u00f6ffentlicht worden. Die Monitoring-Berichte f\u00fcr die letzten beiden Jahre stehen sogar noch aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir halten es da mit unseren Mitstreitern von &#8220;Rettet die Elbe&#8221;, die mit Ihrer heutigen <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/RdE-2016_04_27-PM_baggergutverklappung_Tonne-E3.pdf\" target=\"_blank\">Pressemitteilung <\/a>auf die von den Landespolitikern in Hamburg und Schleswig-Holstein falsch dargelegten Zusammenh\u00e4nge zum Dialogforum Tideelbe (FOSUST) hinweisen.<\/p>\n<p>Es bleiben dann noch die Zahlungen von Hamburg an Schleswig-Holstein. Abgerechnet werden 2,50 Euro pro Kubikmeter Schlick (Laderaumvolumen). Bei geplanten Verklappungen von 10 Mio. m\u00b3 in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren geht es immerhin um 25 Mio. Euro, die Hamburg eigentlich an die immer noch nicht von Schleswig-Holstein gegr\u00fcndete\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/V\/Presse\/PI\/2015\/1115\/MELUR_151118_NP_Stiftung.html\" target=\"_blank\">Stiftung <\/a><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/FischKutterDemo.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4040\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/FischKutterDemo.jpg\" alt=\"FischKutterDemo\" width=\"250\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/FischKutterDemo.jpg 1179w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/FischKutterDemo-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/FischKutterDemo-1024x575.jpg 1024w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/FischKutterDemo-900x506.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/V\/Presse\/PI\/2015\/1115\/MELUR_151118_NP_Stiftung.html\" target=\"_blank\">Nationalpark<\/a> \u00fcberweisen soll.\u00a0 Da gibt es aber f\u00fcr die Landesregierung aus der Eckpunktevereinbarung ein Hintert\u00fcrchen, das nun geschickt mit einem anderen gleichfalls schr\u00e4g anmutenden landespolitischen Thema verquickt wird:<\/p>\n<p>Eckpunkt 10 lautet: &#8220;<em>Hamburg unterst\u00fctzt die schleswig-holsteinischen Bem\u00fchungen <\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>um die \u00f6kologisch, \u00f6konomisch und sozial nachhaltig Ausgestaltung der Krabbenfischerei im Wattenmeer und<\/em><\/li>\n<li><em>um die St\u00e4rkung der Nationalparkregion durch eine nachhaltige touristische Inwertsetzung des Weltnaturerbes Wattenmeer.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Diese Betr\u00e4ge, die auf Anforderung des MELUR direkt in entsprechende Projekte flie\u00dfen, werden in den betreffenden Jahren von den Zahlungen an die Stiftung abgezogen. Der Abzug darf innerhalb des Zulassungszeitraumes von f\u00fcnf Jahren den Betrag von 6 Mio. Euro nicht \u00fcberschreiten.<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige Leser unserer Seite werden sich angesichts der Worte &#8220;Krabbenfischerei&#8221; und &#8220;touristische Inwertsetzung&#8221; sofort an Friedrichskoog erinnern. Letztes Jahr wurde <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?s=Friedrichskoog\" target=\"_blank\">der Hafen von Friedrichskoog<\/a> mit der <a href=\"http:\/\/www.deichwelt.de\/\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Brechstange von der Landesregierung<\/a> geschlossen. Die j\u00e4hrlichen Baggerkosten f\u00fcr den von extremer, urs\u00e4chlich auf die letzte Elbvertiefung zur\u00fcckzuf\u00fchrende, Verschlickung betroffenen Hafen <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article141151583\/Traditionsreicher-Hafen-wird-endgueltig-geschlossen.html\" target=\"_blank\">in H\u00f6he von rund 350.000 Euro p.a.<\/a> wollte die Landesregierung nicht mehr tragen.<\/p>\n<p>Der geschlossene Kutterhafen, zugleich Herzst\u00fcck des Tourismus an der s\u00fcdwestlichen K\u00fcste, hat ein gro\u00dfes wirtschaftliches Loch hinterlassen. Nun sucht die <a href=\"http:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/VII\/Presse\/PI\/2015\/150804_Friedrichskoog_Wasserqualitaet.html\" target=\"_blank\">Landesregierung verzweifelt nach Konzepten<\/a>, um die von der Hafenschlie\u00dfung zur\u00fcckgeworfene Region wirtschaftlich wieder auf Vordermann zu bringen. Das kostet Geld. Und da ist es doch sch\u00f6n, dass die Landesregierung aus den Hamburger Ablass-Zahlungen f\u00fcr die Giftschlickverklappung vor Helgoland gleich 6 Mio. Euro f\u00fcr die vermeintliche Linderung der Folgen der Hafenschlie\u00dfung abzweigen kann. Klasse &#8211; auf diese Idee des gr\u00fcnen Umweltminister ist nicht mal unser <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/46451\/verantwortung-hamburgs-f%C3%BCr-die-verschlickung-des-friedrichskooger-hafens-%E2%80%93-kann-hamburg-dazu-beitragen-die-drohende-schlie%C3%9Fung-des-hafens-abzuwenden-.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Wirtschaftssenator Herr Frank Horch<\/a> gekommen.<\/p>\n<p>Schleswig-Holstein h\u00e4tte auch &#8220;Nein&#8221; zur Elbvertiefung, zur Hafenschlie\u00dfung und zur Verklappung des Hafenschlicks sagen k\u00f6nnen. Mit 6 Mio. Euro h\u00e4tte man den Hafen von Friedrichskoog jedenfalls mindestens f\u00fcr 15 Jahre ausbaggern k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n<p>Das Unterelbem\u00e4rchen ist nun zu Ende erz\u00e4hlt. Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann reiben Sie sich jetzt verwundert die Augen.<\/p>\n<p>PS: Die zwischenzeitlich gel\u00f6schte Pressemitteilung des Hamburger Senates wurde durch <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/pressearchiv-fhh\/5899654\/2016-04-26-bwvi-hamburger-hafen\/\" target=\"_blank\">eine neue Pressemitteilung der Wirtschaftsbeh\u00f6rde ersetzt<\/a>. Hier wird der Umweltsenator zu den mit Schleswig-Holstein vereinbarten bekannten Ablasszahlungen zitiert. Neu ist aber der Satz: &#8220;<em><span id=\"articleText\">Auch wird ein gesetzliches Ersatzgeld f\u00fcr den Naturschutz in H\u00f6he von ca. 500.000 \u20ac pro Jahr f\u00e4llig.<\/span><\/em>&#8221; Was mit diesem gesetzlichen Ersatzgeld gemeint ist, erschlie\u00dft sich jedoch nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Unterelbem\u00e4rchen ist am gestrigen Nachmittag fertig geschrieben worden. 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