{"id":10372,"date":"2016-09-09T19:31:32","date_gmt":"2016-09-09T18:31:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10372"},"modified":"2016-09-16T08:07:07","modified_gmt":"2016-09-16T07:07:07","slug":"hanjin-und-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10372","title":{"rendered":"Hanjin und Hamburg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Hanjin2.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-10337\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Hanjin2.jpg\" alt=\"Hanjin2\" width=\"250\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Hanjin2.jpg 1920w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Hanjin2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Hanjin2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Hanjin2-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Die Insolvenz der koreanischen Containerreederei Hanjin scheint gro\u00dfe Auswirkungen auf Hamburg und seinen Hafen zu haben. Vor knapp einer Woche war in der <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/hamburg\/politik\/-hanjin-europe--pleite-reederei--jetzt-will-der-senator-vermitteln-24686552\" target=\"_blank\">Morgenpost zum Vermittlungsansinnen unseres Wirtschaftssenators Horch<\/a> in Sachen der festsitzenden &#8220;Hanjin Europe&#8221; zu lesen: &#8220;<em>Es gehe aber nicht darum, der insolventen Reederei Hanjin aus S\u00fcdkorea Kosten zu erlassen, hie\u00df es aus der Wirtschaftsbeh\u00f6rde. Aber Hamburg habe gro\u00dfes Interesse daran, die 200 Arbeitspl\u00e4tze von Hanjin in Hamburg (HafenCity) zu retten \u2013 da sei man gern bereit zu helfen.<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Die freundlich anmutende Nachricht klingt aber heute schon etwas anders. Da lesen wir im Hamburger Abendblatt &#8220;<a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwi8yrzq34HPAhWMK8AKHTxVD8kQqQIIJTAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.abendblatt.de%2Fwirtschaft%2Farticle208210445%2FWird-Hamburg-sicherer-Hafen-fuer-Pleite-Reederei.html&amp;usg=AFQjCNGzKaTmtfEk4cNyRwfyXw_Q5oySpQ\" target=\"_blank\">Wird Hamburg sicherer Hafen f\u00fcr Pleite-Reederei?<\/a>&#8221; und fragen uns, welche Motivation unsere Stadt haben k\u00f6nnte, als sicherer Hafen f\u00fcr einen Insolvenzkandidaten aufzutreten. Man ahnt nach dem Lesen des <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/pleite-reederei-hanjin-frachter-sollen-nach-hamburg-fluechten-a-1111303.html\" target=\"_blank\">Manager-Magazins<\/a> ja schon irgendwie, dass es dabei nicht um die o.a. 200 Arbeitspl\u00e4tze gehen kann, sondern viel gr\u00f6\u00dfere Dinge im Raum liegen.<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Antwort ist in einer aktuellen, gut recherchierten Analyse der NORD\/LB (Norddeutsche Landesbank) zur Hanjin Insolvenz zu lesen. In &#8220;<a href=\"https:\/\/www.nordlb.de\/fileadmin\/redaktion\/analysen_prognosen\/schiffe\/2016\/Shipping_Special_092016.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Hanjin auf Grund gelaufen<\/a>&#8221; erfahren wir sehr viel \u00fcber die Reederei, ihre Schiffe und eben die Verkn\u00fcpfungen der Reederei nach Hamburg. So lesen wir auf Seite 4, dass die Insolvenz insbesondere den Chartermarkt belastet. Rund 77% der 59 von Hanjin gecharterten Schiffe seien von lediglich f\u00fcnf Unternehmen verchartert worden. Unter diesen TOP 5 der Hanjin-Charter befinden sich allein zwei in Hamburg und Umgebung ans\u00e4ssige Unternehmen:\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.doehle.de\/contact.html\" target=\"_blank\">Peter D\u00f6hle mit 19%<\/a> und die <a href=\"http:\/\/www.reederei-nsb.de\/de\/impressum\/\" target=\"_blank\">NSB mit 12% Anteil<\/a>. Ein weiteres Unternehmen, die ebenfalls in Hamburg ans\u00e4ssige <a href=\"http:\/\/www.rickmers.com\/index.php?id=1224&amp;no_cache=1\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Rickmers Reederei<\/a> stellt immerhin noch knapp 4%. W\u00fcrde man daumenm\u00e4\u00dfig mit einem durchschnittlichen Anschaffungswert pro Schiff von rund 100 Mio. Euro rechnen und ber\u00fccksichtigen, dass mindestens ein Drittel der Hanjin-Charterflotte von den o.a. Hamburger Unternehmen verchartert wurden, erg\u00e4be sich ein Betrag von knapp 2 Milliarden Euro, der durch die Hanjin-Insolvenz ausfallgef\u00e4hrdet sein k\u00f6nnte. Und welche Bank wird diese Schiffe wohl finanziert haben? Wir wissen es nicht &#8211; aber es ist sehr leicht vorstellbar, dass die HSH-Nordbank mit bedeutenden Anteilen an der Finanzierung dieses von Hanjin gecharterten Schiffsportfolios beteiligt ist.<\/p>\n<p>Und so schlie\u00dft sich der Kreis: 200 Arbeitspl\u00e4tze um den Hafen interessieren unseren Senat nur wenig &#8211; die von der Schlie\u00dfung des <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=6996\" target=\"_blank\">BUSS Hansa-Terminal betroffenen 200 Mitarbeiter<\/a> warten schlie\u00dflich seit Sommer 2015 auf eine klare Aussage unseres Wirtschaftssenators. Die gro\u00dfen, von Hamburger Reedern in Hanjin-Schiffen versenkten Geldbetr\u00e4ge und deren nunmehr noch wackeligere Finanzierung durch die am Staatstropf h\u00e4ngende HSH-Nordbank sind die Musik, bei der sich unser Senat anscheinend zu bewegen gedenkt. Und da halten wir es auch nicht mehr f\u00fcr ausgeschlossen, dass der Senat zur Bew\u00e4ltigung der Hanjin-Krise im Hamburger Hafen \u00fcber seine HPA auf einige zehntausend Euro an Liegegeldern verzichtet und Deals mit der im \u00fcberwiegenden Hamburgischen Staatsbesitz befindlichen HHLA anbietet.<\/p>\n<p>Folgt man den o.a. weiteren Ausf\u00fchrungen der NORD\/LB wird die Hanjin-Insolvenz auch gro\u00dfe Auswirkungen auf die von Hapag-Lloyd gegr\u00fcndete Allianz von Containerreedereien haben. Hanjin w\u00e4re nach Hapag-Lloyd der zweitgr\u00f6\u00dfte Player in THE ALLIANCE gewesen. Dieser Partner wird nun ersatzlos entfallen und damit diese Allianz und das frisch fusionierte Hapag-Lloyd\/UASC-Konglomerat erheblich schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Apropos \u00dcberschuldung von Hanjin: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article157915375\/Suedkoreanische-Reederei-Hanjin-stellt-Insolvenzantrag.html\" target=\"_blank\">in der Presse, z.B. in der Welt,<\/a> war nach der Insolvenzanmeldung zu lesen, dass Hanjin mit \u00fcber 4,5 Milliarden Euro verschuldet sei. Lesen wir uns die auf der Fusionshauptversammlung von Hapag-Lloyd zum 26.8.2016 vorgelegte &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hapag-lloyd.com\/content\/dam\/website\/downloads\/pdf\/HLAG_Freiwillige%20Zusatzinformationen%20zur%20Transaktion%20mit%20UASC_HV_2016.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Freiwillige Zusatzinformation im Hinblick auf den geplanten Zusammenschluss der Gesellschaft mit der United Arab Shipping Company S.A.G.<\/a>&#8220;, hier Pdf-Seiten 12 ff., durch, stellen wir fest, dass zum 30.06.2016 von Hapag-Lloyd auf der Passivseite der Bilanz rund 6,6 Milliarden US-Dollar an Finanz- und Sonstigen Schulden ausgewiesen werden und von UASC\u00a0 knapp 4,7 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Ups, das macht, wenn wir die summierten Zahlen der gemeinsamen Bilanz von Hapag-Lloyd und UASC auf PDF-Seite 17 betrachten insgesamt eine Verschuldung von 10,8 Milliarden US-Dollar, oder mit dem angesetzten Bewertungskurs von 1,0893 Euro\/US-Dollar den Betrag von knapp 10 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Wieder nur Zahlenspielereien? Nein, Schulden sind grunds\u00e4tzlich nichts Schlimmes. Aber wir benennen den Schuldenstand wenigstens. In der <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/54280\/zusammenf%c3%bchrung-der-hapag-lloyd-ag-und-der-united-arab-shipping-company-s-a-g-.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Senatsmitteilung an die Hamburger B\u00fcrgerschaft<\/a> zur &#8220;Zusammenf\u00fchrung der Hapag-Lloyd AG und der United Arab Shipping Company S.A.G.&#8221; vom 30. August 2016\u00a0 finden Sie zur Verschuldung der frisch fusionierten Reederei nicht einen einzigen Hinweis. Das ist doch nun wirklich bemerkenswert&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Insolvenz der koreanischen Containerreederei Hanjin scheint gro\u00dfe Auswirkungen auf Hamburg und seinen Hafen zu haben. 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