{"id":10761,"date":"2016-11-13T22:08:04","date_gmt":"2016-11-13T20:08:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10761"},"modified":"2016-11-13T22:16:34","modified_gmt":"2016-11-13T20:16:34","slug":"schwafeln-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10761","title":{"rendered":"Schwafeln geht weiter"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Schornstein.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7447\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Schornstein-300x257.jpg\" alt=\"Schornstein\" width=\"250\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Schornstein-300x257.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Schornstein-1024x876.jpg 1024w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Schornstein-900x770.jpg 900w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Schornstein.jpg 1511w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Das\u00a0<a href=\"http:\/\/www.imo.org\/en\/MediaCentre\/MeetingSummaries\/MEPC\/Pages\/MEPC-70th-session.aspx\" target=\"_blank\">Marine Environment Protection Committee (MEPC) der Weltschifffahrtsorganisation IMO hat in seiner 70. Sitzung Ende\u00a0Oktober 2016<\/a>\u00a0in London wichtige Beschl\u00fcsse zur Luftreinhaltung durch die Schifffahrt getroffen.<\/p>\n<p>Das\u00a0f\u00fcr die IMO-Interessenvertretung in Deutschland federf\u00fchrende <a href=\"https:\/\/www.bmvi.de\/SharedDocs\/DE\/Pressemitteilungen\/2016\/171-ferlemann-imo-schwefellimit.html\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Bundesverkehrsministerium berichtet in seiner Pressemitteilung 161\/2016<\/a> \u00fcber die Entscheidungen: &#8220;<em>Der Beschluss\u00a0sieht vor, den <strong>zul\u00e4ssigen H\u00f6chstwert f\u00fcr den Schwefelgehalt von Schiffskraftstoffen von derzeit 3,5 Prozent auf 0,5 Prozent ab 2020 abzusenken<\/strong>. Damit werden die umwelt- und gesundheitssch\u00e4dlichen Emissionen von Schwefeloxiden durch die Schifffahrt deutlich gesenkt.&#8221;\u00a0<\/em>Ist dieses Ergebnis nun zum Jubeln?<\/p>\n<p>In den hiesigen Medien war <a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=7&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwjJjJ3MpqbQAhVE7xQKHSjLDtMQFghLMAY&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.dvz.de%2Frubriken%2Fseefracht%2Fsingle-view%2Fnachricht%2Fumweltregeln-fuer-schiffe-werden-verschaerft.html&amp;usg=AFQjCNFU-bGIRhlyFH2WtDmnjMkU1C3FTw\" target=\"_blank\">zu dieser Entscheidung<\/a> nicht viel zu lesen. Das Magazin &#8220;natur&#8221; titelt mit &#8220;<em><a href=\"http:\/\/www.natur.de\/de\/20\/Strengere-Umweltauflagen-fuer-die-Schiffahrt,1,,2079.html\" target=\"_blank\">Strengere Umweltauflagen f\u00fcr die Schiffahrt<\/a><\/em>&#8221; und\u00a0bezeichnet die Entscheidung als &#8220;<em>Fortschritt f\u00fcr den Umweltschutz<\/em>&#8220;. Klar, eine Absenkung von Schadstoffen scheint schon ein Fortschritt. Aber warum erst ab dem 01.01.2020?<\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/www.bmub.bund.de\/presse\/pressemitteilungen\/pm\/artikel\/weltschifffahrtsorganisation-imo-beschliesst-weltweites-schwefellimit-in-kraftstoffen-ab-2020\/\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Bundesumweltministerium weist in seiner Pressemitteilung 260\/2016<\/a> darauf hin: &#8220;<em>W\u00e4re die Absenkung weiter auf 2025 verz\u00f6gert worden, h\u00e4tte es zu mehr als 570.000 zus\u00e4tzlichen vorzeitigen Todesf\u00e4llen im Vergleich zum dem jetzt beschlossenen fr\u00fcheren Inkrafttreten von 2020 kommen k\u00f6nnen.<\/em>&#8221; Nimmt man diese Zahl von rund 115.000 vorzeitigen Todesf\u00e4llen pro Jahr und rechnet diese auf die drei Jahre bis zum Erreichen des 01.01.2020 hoch, dann haben die IMO-Delegierten in London sozusagen den vorzeitigen Tod von knapp 350.000 Menschen beschlossen&#8230; Das kann doch kein Fortschritt sein&#8230;<\/p>\n<p>Der NABU sieht die Entscheidung noch differenzierter und spricht von &#8220;<a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/umwelt-und-ressourcen\/verkehr\/schifffahrt\/21434.html\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\"><em>Anfang vom Ende des Schwer\u00f6ls eingeleitet<\/em>&#8220;<\/a>: &#8220;<em>Nach Ansicht des NABU richtige, wenn auch l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Schritte, die jedoch das grunds\u00e4tzliche Abgasproblem der Schifffahrt allein nicht l\u00f6sen werden.<\/em>&#8221; Aber was w\u00e4ren denn die richtigen Schritte?<\/p>\n<p>Komisch, alle Bundesministerien schweigen sich aus. Von unserem Senat &#8230; &#8211; ach Sie l\u00e4cheln auch? &#8211; bis zu den Spitzenverb\u00e4nden der maritimen Wirtschaft z.B. dem VDR ist nichts zu finden. Gibt es keine richtigen Schritte? Sind die vielen Toten unausweichlich? Gottgegeben in einer vermeintlich unab\u00e4nderlichen globalisierten Welt?<\/p>\n<p>Es macht uns schon sehr stutzig, dass unsere Regierenden in Sachen Maritimer Wirtschaft nur Entscheidungen\u00a0zu Fragen der Tonnagesteuer, Steuersparmodellen und Flussvertiefungen finden, aber sich zur bedrohten\u00a0Gesundheit der Menschen an Waterkant und im Binnenland ausschweigen.<\/p>\n<p>Wieder beim NABU gibt es Antworten. Im<a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/imperia\/md\/content\/nabude\/verkehr\/140623-nabu-hintergrundpapier_containerschifftransporte.pdf\" target=\"_blank\">\u00a0Hintergrundpapier \u201eLuftschadstoffemissionen von Containerschiffen\u201c<\/a> wird dann alles erkl\u00e4rt, was die Politik, \u00d6lwirtschaft und die Reeder zu tun h\u00e4tten. \u00a0Es darf weltweit nur noch Treibstoff mit 0,1% Schwefelgehalt verfeuert werden. Unverz\u00fcglich m\u00fcssen &#8220;C<em>ontainerschiffe mit wirksamen Abgasnachbehandlungssystemen ausger\u00fcstet <\/em><em>werden. Hierbei kommen derzeit nur Ru\u00dfpartikelfilter und SCR-Katalysatoren <\/em><em>in Betracht. Scrubber sind keine L\u00f6sung.<\/em>&#8221; Mit dem &#8220;<a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/umwelt-und-ressourcen\/verkehr\/schifffahrt\/containerschifffahrt\/16646.html\" target=\"_blank\">Mythos klimafreundliche Containerschiffe<\/a>&#8221; wird faktenreich aufger\u00e4umt! F\u00fcr wenig Geld im \u00dcbrigen, wenn man z.B. die milliardenschweren Ausf\u00e4lle der HSH-Nordbank bzw. Subventionen\u00a0des Bundes an die Reeder \u00fcber die Tonnagesteuer als Finanzierungsquellen\u00a0heranziehen w\u00fcrde, w\u00e4ren es wahrscheinlich nur &#8220;Peanuts&#8221; &#8230;.<\/p>\n<p>Auch wenn die MEPC-Entscheidung ein klitzekleiner Fortschritt zu sein scheint, haben sich erneut die wirtschaftlichen Interessen unserer Maritimen Lobby klar gegen die Gesundheitsinteressen der Bev\u00f6lkerung durchgesetzt. Unsere Regierungen in Bund und Land kuschen. Und das bei einem Weltgesundheits-Thema, das in der UN und der Schifffahrtsorganisation IMO nachweislich, wie <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2008\/feb\/13\/climatechange.pollution\" target=\"_blank\">der Guardian schon vor Jahren berichtete<\/a>, seit 2007 bekannt ist. Da ist es schon bemerkenswert, dass das kommunistische regierte \u00a0<a href=\"http:\/\/worldmaritimenews.com\/archives\/200943\/ibia-chinas-shenzhen-to-introduce-low-sulphur-rule-from-october\/\" target=\"_blank\">China neben den bestehenden drei 0,5%-SECA&#8217;s vom Fr\u00fchjahr 2016 um Hongkong eine weiteres Schutzgebiet per 01.01.2017<\/a> eingerichtet hat.<\/p>\n<p>Aber es ging auf der Konferenz in London nicht nur um den Schwefelgehalt in Schiffstreibstoffen. Seit dem Jahre 2007 debattiert die <a href=\"http:\/\/www.helcom.fi\/news\/Pages\/HELCOM-agrees-on-a-Roadmap-for-a-Baltic-Sea-NECA-.aspx\" target=\"_blank\">HELCOM \u00fcber die\u00a0NECA-Ausweisung<\/a>\u00a0(Verminderung von Stickoxiden) der Ostsee. Unfassbar &#8211; nach 10 Jahren Debatte\u00a0hat <a href=\"https:\/\/portal.helcom.fi\/meetings\/HELCOM%2037-2016-288\/default.aspx\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">man sich im M\u00e4rz 2016 <\/a>mit den Anrainern unserer Meere Nord- und Ostsee endlich dazu durch gerauft, \u00fcber die IMO beide Meere zu NECA&#8217;s erkl\u00e4ren zu lassen. Nein, nicht auf dieser IMO-Konferenz, sondern erst auf der 71. Tagung des MEPC im n\u00e4chsten Jahr. Toll, und dann startet die NECA Start nicht ab Beschluss. Erst ab dem 01.01.2021 sollen beide Meere zu NECA&#8217;s erkl\u00e4rt werden. Ja, und dann auch nur f\u00fcr neu in Betrieb genommene Schiffe. Die existierenden Schiffe d\u00fcrfen weiter rumstinken und die Athomosph\u00e4re vergiften. Immerhin <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regdoc\/rep\/1\/2016\/DE\/1-2016-617-DE-F1-1.PDF\" target=\"_blank\">haben sich aber die EU<\/a> und auch die Port-Authorities von Bremen und Hamburg (mit falschem Logo) mit ihren Kollegen aus Rotterdam und Antwerpen <a href=\"http:\/\/senatspressestelle.bremen.de\/sixcms\/media.php\/13\/20161021_NECA_statement.pdf\" target=\"_blank\">zu einem gemeinsamen Statement<\/a> durchringen k\u00f6nnen. Unsere Bundesregierung scheint allerdings keine Meinung zur NECA zu haben.<\/p>\n<p>Was die CO2-Emissionen der Schifffahrt angeht (GHG-Green House Gases), wird man\u00a0auch in 2017 eine Roadmap verabschieden wollen. Nat\u00fcrlich nicht ab sofort &#8211; nein, nein. : Deutschland mit einer der gr\u00f6\u00dften ausgeflaggten Handelsflotten der Welt braucht da noch viel, viel Zeit. Da nimmt man sich die gleiche Zeit, wie bei der Luftfahrt. Auch da gibt es wie f\u00fcr die Schifffahrt eine<a href=\"http:\/\/www.icao.int\/environmental-protection\/Pages\/market-based-measures.aspx\" target=\"_blank\"> UN-Organisation, die sich ICAO nennt<\/a>. Deren Klimaziele sind laut der <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/videos\/video-die-grosse-luftnummer-kein-klimaschutz-beim-flugverkehr-100.html\" target=\"_blank\">Fernsehsendung Monitor<\/a>\u00a0genauso unterirdisch, wie bei der Seefahrt. Abscheulich!<\/p>\n<p>So bleibt eine Bundesumweltministerin, die, drangsaliert von ihren vielen Kabinettskollegen, ihrem Parteivorsitzenden und Ex-Umweltminister, mit einem dramatische entsch\u00e4rften Klimaschutzplan nun nach Marokko fahren muss. Seefahrt, Flugverkehr, Braunkohle und Landwirtschaft m\u00fcssen sich am Klimaschutz die n\u00e4chsten Jahrzehnte nicht beteiligen. Die Autolobby wird im Abgasskandal nur mit Watteb\u00e4uschen beworfen &#8211; na, dann\u00a0gibt&#8217;s eben Klimawandel mit mehr als 2\u00b0C, und?<\/p>\n<p>Hauptsache die o.a. Klientels d\u00fcrfen sich mit der Deckung der o.a. deutschen Politiker zu Lasten der Gesundheit der Menschen und des Klimas die Taschen voll machen. Das soll w\u00e4hlenswerte Realpolitik auf demokratischen Fundamenten darstellen, die sich angeblich deutlich von der Politik\u00a0<a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/usa\/id_79532462\/trump-will-schnellstmoeglich-aus-klimaabkommen-aussteigen.html\" target=\"_blank\">eines frischgew\u00e4hlten Kurzdenkers<\/a> abgrenzt. Verstehen Sie den Unterschied?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das\u00a0Marine Environment Protection Committee (MEPC) der Weltschifffahrtsorganisation IMO hat in seiner 70. Sitzung Ende\u00a0Oktober 2016\u00a0in London wichtige Beschl\u00fcsse zur Luftreinhaltung durch die Schifffahrt getroffen. 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