{"id":3182,"date":"2014-09-27T10:49:16","date_gmt":"2014-09-27T09:49:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=3182"},"modified":"2014-09-27T10:59:19","modified_gmt":"2014-09-27T09:59:19","slug":"entladen-von-ignoranz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=3182","title":{"rendered":"Entladen von Ignoranz"},"content":{"rendered":"<p>In einem\u00a0<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/40\/schifffahrt-umweltschutz-elbe\/komplettansicht\" target=\"_blank\">Zeit-Artikel \u201eBeladen mit Ignoranz\u201c<\/a> wird die Frage formuliert, \u201eWas w\u00fcrde es eigentlich f\u00fcr die Umwelt bedeuten, wenn die EIbe nicht vertieft wird?\u201c<\/p>\n<p>Die grunds\u00e4tzlich spannende Fragestellung entgleist sehr schnell. Geschickt werden vom\u00a0Autor, f\u00fcr die aus seiner Sicht\u00a0einzig m\u00f6gliche\u00a0 Antwort, zwei Pr\u00e4missen gesetzt: Erstens, ohne Elbvertiefung werden die ehemals in Hamburg umgeschlagenen Container nun vollst\u00e4ndig nach Rotterdam umgeleitet und, zweitens, die Container werden von Rotterdam an ihren Zielort vollst\u00e4ndig per Lkw transportiert. So wird vom Autor schnell festgestellt, dass das Containerschiff weniger CO\u00b2 produziert, besser als der Lkw ist und Elbvertiefung ist damit gut. Warum scheint das blo\u00df keiner von den Gegnern der Elbvertiefung zu verstehen?<\/p>\n<p>Mit Verlaub, weil das so sinnentstellend verk\u00fcrzt ist, dass es schon peinlich anmutet. So einen Unsinn verbreiten\u00a0heute nur noch die demagogischen Bef\u00fcrworter der Elbvertiefung.<\/p>\n<p>Der Beitrag vermischt den o.a. Unsinn mit schlechten Recherchen. Es ist richtig, dass Schiffe aufgrund ihres Tiefgangs tidenabh\u00e4ngig \u201enach Hamburg surfen\u201c. Der Autor verschweigt aber, dass diese Schiffe dieses auch nach der Elbvertiefung werden machen m\u00fcssen. Der Autor unterschl\u00e4gt, dass die gro\u00dfe Mehrheit der\u00a0Hamburger Schiffsanl\u00e4ufe von gro\u00dfen Containerschiffen seit Jahren tidenunabh\u00e4ngig erfolgt. Die Feststellung \u201eDie Zahl der Schiffe, die Hamburg auf diese Weise anlaufen, l\u00e4sst sich nicht beliebig steigern\u201c ist somit falsch.<\/p>\n<p>Im Anschluss unterschl\u00e4gt der Autor, dass die bisherigen Containerprognosen von Planco und ISL bis in das Jahr 2025 vollst\u00e4ndig jenseits der Realit\u00e4t liegen. Nach diesen Prognosen h\u00e4tten Hamburg\u00a0 in 2014 bereits 15 Mio. TEU umschlagen m\u00fcssen. Es werden aber lediglich\u00a0\u00fcber 9 Mio. TEU umgeschlagen und Hamburg steht mit seinen Wachstumsraten gegen\u00fcber den Mitbewerbern gl\u00e4nzend dar. Trotz der Haltlosigkeit h\u00e4lt der Beitrag an diesen Prognosen fest. Sie werden als Basis f\u00fcr eine v\u00f6llig intransparente Berechnung zur <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/40\/elbvertiefung-berechnung-oekobilanz\" target=\"_blank\">\u00f6kologischen Vorteilhaftigkeit der Elbvertiefung<\/a> verwendet. Dieser rechnerische Unsinn wird dann auch noch als &#8220;optimistische Betrachtung&#8221; bezeichnet.<\/p>\n<p>Daraufhin werden die Inhalte des <a href=\"http:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/WWF-Studie_Szenario_fuer_eine_Seehafenkooperation_im_Bereich_des_Containerverkehrs.pdf\" target=\"_blank\">Ordemann-Gutachtens<\/a> sinnentstellend durcheinander gewirbelt. Es wird behauptet, dass einige der betroffenen Unternehmen sich schon vor Jahren gegen eine Kooperation ausgesprochen haben sollen und die EU-Kommission streng \u00fcber Kartelle in der Seeschifffahrt, also die Allianzen, achtet. Mit dieser Behauptung wird der Eindruck erweckt, dass die staatlichen H\u00e4fen die gleichen Interessen wie die privatwirtschaftlichen Reedereien haben und <em>sich gegenseitig absprechen<\/em>. Diese Behauptung entlarvt die Qualit\u00e4t des Redakteurs: Eine gegenseitige Absprache d\u00fcrfte europ\u00e4ische Kartellbeh\u00f6rden und Rechnungsh\u00f6fe immens interessieren.<\/p>\n<p>Zum Abschluss gibt\u2019s Bashing. Es wird von einer \u201eBeschr\u00e4nkung des eigenen Horizonts\u201c der\u00a0Elbvertiefungsgegner gesprochen\u00a0und die Beweislast pervertiert. Mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten wird die &#8220;Dummheit&#8221; der Gegner dargelegt. Der Beitrag der Zeit ist kein Artikel sondern ein verdeckter Kommentar. Schlecht recherchiert\u00a0und mit unseri\u00f6sen Unterlassungen und Pr\u00e4missen-Setzungen garniert, kann man mit dem bereits vor einigen Wochen in der Zeit erschienen Artikel &#8220;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/31\/elbvertiefung-hamburg-wirtschaft-hafen\" target=\"_blank\">Runter damit<\/a>&#8221; den Eindruck gewinnen, dass Meinungsmache bei der Zeit deutlich in den Fokus ger\u00fcckt ist. Mit seri\u00f6sem Journalismus haben die beiden Beitr\u00e4ge aus unserer Sicht nichts zu tun. Die \u00dcberschrift des Zeitartikels &#8220;Beladen mit Ignoranz&#8221; scheint auf die beiden Autoren selber gem\u00fcnzt zu sein. Nun haben diese ihre Ignoranz bei den Zeit-Lesern entladen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem\u00a0Zeit-Artikel \u201eBeladen mit Ignoranz\u201c wird die Frage formuliert, \u201eWas w\u00fcrde es eigentlich f\u00fcr die Umwelt bedeuten, wenn die EIbe nicht vertieft wird?\u201c Die grunds\u00e4tzlich spannende Fragestellung entgleist sehr schnell. 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