{"id":4406,"date":"2014-12-23T00:02:56","date_gmt":"2014-12-22T23:02:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4406"},"modified":"2016-01-22T08:51:21","modified_gmt":"2016-01-22T07:51:21","slug":"junckers-plan-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4406","title":{"rendered":"Junckers Plan 2"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen berichteten wir Ihnen <a title=\"Junckers Liste\" href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4333\">\u00fcber Junckers Liste<\/a>, in der alle europ\u00e4ischen <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Europa1.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4192\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Europa1.jpg\" alt=\"Europa1\" width=\"245\" height=\"234\" \/><\/a>Staaten ihre Wunschprojekte f\u00fcr eine gehebelte EU-Finanzierung \u00fcber Privatisierungen einbringen durften. Auf dieser Liste sollte, so wurde gemunket, bei den deutschen Projektvorschl\u00e4gen auch die Elbvertiefung angef\u00fchrt sein. Mittlerweile sind auf den <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\" target=\"_blank\">Internetseiten der EU-Kommission<\/a> offizielle Details des Juncker Planes ver\u00f6ffentlicht, die wir nachfolgend versuchen zu erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>In einer Gesamtanalyse wird <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/priorities\/publications\/factsheets-investment-plan_de\" target=\"_blank\">zun\u00e4chst festgestellt<\/a>, dass in einigen EU-Staaten die Investitionst\u00e4tigkeit seit der Finanzkrise 2007\/2008 stark gesunken ist: &#8220;<em>W\u00e4hrend Bruttoinlandsprodukt (BIP) und privater Verbrauch in der EU im zweiten Quartal 2014 im Vergleich zu 2007 in etwa gleich geblieben sind, gingen die Gesamtinvestitionen um rund 15 % zur\u00fcck<\/em>.&#8221; Als EU-Staaten mit dem st\u00e4rksten Investitionsschwund werden Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien benannt. &#8220;<em>Eine schwache Investitionst\u00e4tigkeit im Euro-W\u00e4hrungsgebiet &#8230; d\u00e4mpft das Wachstumspotenzial, die Produktivit\u00e4t, die Besch\u00e4ftigungslage und die M\u00f6glichkeiten zur Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze in Europa.<\/em>&#8221; Als Ursache wird geringes Investorenvertrauen benannt, das insbesondere Auswirkungen auf die KMU (Kleine und Mittlere Unternehmen) haben soll. Das Vertrauen der Kapitalgeber insbesondere in die KMU soll durch die Bereitstellung von EU-B\u00fcrgschaften wieder verbessert werden. <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=COM:2014:903:FIN\" target=\"_blank\">Kommissionspr\u00e4sident Juncker hat in seiner Rede vom 15. Juli 2014<\/a> vor dem EU-Parlament die Investitionsprojekte benannt, die im Fokus der F\u00f6rderung stehen sollen:<\/p>\n<ul>\n<li>Infrastrukturma\u00dfnahmen (insbesondere Breitband- und Energienetze und Verkehrsinfrastruktur in Industriegebieten),<\/li>\n<li>Bildung, Forschung und Innovation und<\/li>\n<li>F\u00f6rderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz flie\u00dfen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8220;<em>Vor allem aber muss in gro\u00dfem Ma\u00dfstab in Ma\u00dfnahmen investiert werden, die Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die junge Generation schaffen.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen Vorgaben wurden die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, einer von Herrn Juncker eingesetzten &#8220;Task-Force&#8221; kurzfristig realisierungsf\u00e4hige Investitionsprojekte zu benennen, die den Staaten als besonders relevant und passend erscheinen. Die gemeldeten Projekte wurden von der &#8220;Task-Force&#8221; in einer Projektliste aufbereitet und nun ver\u00f6ffentlicht. Diese als Annex 2 bezeichnete Liste wird englischsprachig in drei Teilen zur Verf\u00fcgung gestellt (Ende Mai 2015 wurden die Download-Links der EU gel\u00f6scht):<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/annex-2-teil-1.pdf\" target=\"_blank\">Teil 1 des Annex 2<\/a>: Vorschl\u00e4ge der L\u00e4nder <strong>A<\/strong>ustria bis <strong>N<\/strong>etherlands<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/annex-2-teil-2.pdf\" target=\"_blank\">Teil 2 des Annex 2<\/a>: Vorschl\u00e4ge der L\u00e4nder <strong>P<\/strong>oland bis <strong>U<\/strong>nited-Kingdom<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/annex-2-teil-3.pdf\" target=\"_blank\">Teil 3 des Annex 2<\/a>: &#8220;European Commission &#8211; List of Illustrative Projects&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Teil 1 und Teil 2 k\u00f6nnen wir uns noch mit einer Aufteilung des Gesamtdokumentes erkl\u00e4ren. Aber was soll die Liste 3, die ausdr\u00fccklich als Projektliste der EU-Kommission benannt wird?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst betrachten wir den Teil 1 des Annex2, da Germany in dieser Liste enthalten ist. Auf Seite 204 beginnen die Deutschen Vorschl\u00e4ge &#8211; f\u00fcr die Elbvertiefung ist ein Eintrag mit einem Budget von 400 Mio. Euro finden (Doppelklick zum Vergr\u00f6\u00dfern):<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Annex2-11.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4494 size-full\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Annex2-11.jpg\" alt=\"Annex2-1\" width=\"1507\" height=\"282\" \/><\/a> Im Teil 3 des Annex 2 (Projektliste der EU-Kommission) suchen wir ebenfalls nach der Elbvertiefung. Auch hier werden wir f\u00fcndig. Die Elbvertiefung wird gleich dreimal angef\u00fchrt<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Annex2-2.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4496 size-full\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Annex2-2.jpg\" alt=\"Annex2-2\" width=\"1504\" height=\"408\" \/><\/a>. Einmal von der Bundesregierung und zweimal von Hamburg.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir sehr erstaunt. Der Bundesanteil mit 248 Mio. Euro und der hamburgische Anteil von 199 Mio. Euro sind nach den bisherigen Ver\u00f6ffentlichungen korrekt angegeben. Aber warum ist der Hamburger Anteil der Vertiefungskosten gleich zweimal angef\u00fchrt? Und wieso ergeben 250 Mio. Euro Bundesanteil und 199 Mio. Euro Landesanteil zusammen 400 Mio. Euro? Noch schwindelig von dieser Form der Zahlenakrobatik finden wir im Teil 3 des Annex 2 zahlreiche weitere Hamburger Hafenprojekte:<\/p>\n<ul>\n<li>Hamburg New Kattwyk railbridge mit <strong>205 Mio. Euro<\/strong>,<\/li>\n<li>Hamburg Anpassung Einfahrt Vorhafen mit <strong>98 Mio. Euro<\/strong>,<\/li>\n<li>Hamburg Core Network, Adjustment of gateway offshore terminal (turning radius) Widening of gateway form the Norderelbe into the offshore terminal to meet the requirements of ship size development and to ensure safety and ease of ship traffic mit <strong>98 Mio. Euro<\/strong>,<\/li>\n<li>Hamburg Transport links Burchardkai (planning and construction) \/ Renovation and redesign of road and rail connections of the container terminal Burchardkai (CTB) mit <strong>104 Mio. Euro<\/strong>,<\/li>\n<li>Hamburg node, Extension of the rail infrastructure within the Hamburg node, strengthening of the rail connections to the sea port mit <strong>545 Mio. Euro<\/strong>,<\/li>\n<li>Hamburg, A 7 Dreieck Hamburg-Nordwest &#8211; Schleswig-Holstein border \/ Upgrade (6 lanes); partly tunneling for noise protection mit<strong> 211 Mio. Euro<\/strong>,<\/li>\n<li>Hamburg A 7 Dreieck Hamburg-Nordwest &#8211; Hamburg-Stellingen \/ Upgrade (8 lanes); partly tunneling for noise protection mit <strong>192 Mio. Euro<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle Hamburger Forderungsanmeldungen f\u00fcr den Juncker-Plan ergeben zusammen 2,1 Mrd Euro aus einem Junckers-Gesamtbudget von 300 Mrd. Euro, also rund 0,7%! Na, das ist doch f\u00fcr Hamburg mit seinen 1,8 Mio. Einwohner und seinem Bev\u00f6lkerungsanteil von 0,35% an der Gesamt-EU-Bev\u00f6lkerung mehr als angemessen. Warum sollte die Hamburger Devise f\u00fcr die Zusammenarbeit mit den norddeutschen Bundesl\u00e4ndern, &#8220;<strong>immer das Doppelte beanspruchen, auch wenn einem nur die H\u00e4lfte zusteht<\/strong>&#8221; gegen\u00fcber der EU anders lauten?<\/p>\n<p>Kommen wir zur\u00fcck zu den o.a. Investitionsleitlinien des Kommissionspr\u00e4sidenten Herrn Juncker. Die von Hamburg und dem Bund angef\u00fchrten Investitionsprojekte klingen nicht danach, dass Sie auch nur eines der Kriterien erf\u00fcllen w\u00fcrden. Weder sind \u00fcber die von Hamburg durch die Elbvertiefung getriebenenen Investitionsprojekte F\u00f6rderungen von KMU, noch Arbeitspl\u00e4tze insbesondere f\u00fcr die junge Generation erkennbar. Es f\u00e4llt uns auch schwer, eine Investition in die Verkehrsinfrastruktur eines Industriegebietes zu erblicken, welches dann ja im Stadthafen mitten in der Hamburger Stadt liegen w\u00fcrde&#8230;<\/p>\n<p>Wir gewinnen den Eindruck, dass man in Hamburg\u00a0 &#8211; in Analogie zur Auslegung der EU-Wasserrahmenrichtlinie anl\u00e4\u00dflich der jetzigen Elbvertiefung &#8211;\u00a0 wieder einmal mit ganz wenig Respekt, zudem egoistisch und in jedem Falle sehr fl\u00fcchtig mit Europa umgegangen ist. Ob wir f\u00fcr wohl f\u00fcr dieses uns\u00e4gliche Gebaren eine Erkl\u00e4rung des Senates erhalten werden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen berichteten wir Ihnen \u00fcber Junckers Liste, in der alle europ\u00e4ischen Staaten ihre Wunschprojekte f\u00fcr eine gehebelte EU-Finanzierung \u00fcber Privatisierungen einbringen durften. 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