{"id":4449,"date":"2014-12-27T00:02:16","date_gmt":"2014-12-26T23:02:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4449"},"modified":"2016-09-15T15:33:37","modified_gmt":"2016-09-15T14:33:37","slug":"hafengier-ohne-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4449","title":{"rendered":"Hafengier ohne Grenzen?"},"content":{"rendered":"<p>Im Zusammenhang mit der Bewerbung Hamburgs f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/fairspielen.de\/olympia-hamburg-sieben-milliarden-euro-fuer-den-umzug-im-hafen\/\" target=\"_blank\">Olympischen Spiele<\/a> wurden doch erste Zahlen zu den Kosten genannt. Nein, es geht nicht um die Kosten, die der Bau von Stadien, Olympischem Dorf, Infrastruktur,\u00a0 Ausbau des \u00d6PNV &#8230; bedeuten w\u00fcrden, es geht um &#8220;Entsch\u00e4digungen f\u00fcr Hafenbetriebe&#8221;.<\/p>\n<p>Bereits am 28. September 2014 ver\u00f6ffentlichte die Welt ein Interview mit Gunther Bonz, Pr\u00e4sident Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH) und Generalbevollm\u00e4chtigter bei Eurogate, unter dem Titel <a title=\"Artikel Die Welt\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/print\/wams\/hamburg\/article132691462\/Olympia-darf-nicht-schaden.html\" target=\"_blank\">&#8220;Olympia darf nicht schaden&#8221;<\/a>. In diesem Interview legt er sich mit den Hamburger B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, der HPA und <a title=\"Olympia ohne Bonz\" href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4242\" target=\"_blank\">der Handelskammer<\/a> an.<\/p>\n<p>In der Welt erh\u00e4lt Herr Gunther Bonz einen breiten Raum, um dreist Schelte zu verteilen und Forderungen zu formulieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Zun\u00e4chst beschwert er sich dar\u00fcber, dass die Handelskammer die Olympia-Bewerbung Hamburgs unterst\u00fctzt, ohne die Interessen des Hafens zu vertreten.<\/li>\n<li>In der n\u00e4chsten Frage weist er auf die derzeitige Nutzung des Kleinen Grasbrook und des \u00dcbersee-Zentrums hin, sowie in diesem Zusammenhang auf die Beteiligung einer ausl\u00e4ndischen Gesellschaft <a href=\"http:\/\/www.grimaldi-germany.de\/index.php?lang=de\" target=\"_blank\">(Grimaldi)<\/a> an einem Terminal<a href=\"http:\/\/www.unikai.de\/index.php\/de\/\" target=\"_blank\"> (UNIKAI)<\/a> hin. <em>&#8220;&#8230; Was sollen wir denen sagen? &#8230; Oder sollen wir gar empfehlen, den Standort Hamburg zu verlassen weger der Investitionsunsicherheit?&#8221;<\/em><\/li>\n<li>Er fordert <em>&#8220;&#8230;dass Investitionen in den n\u00e4chsten Jahren w\u00e4hrend der weiteren Planungs- und der Bewerbungsphase vollumf\u00e4nglich erstattet werden, wenn Hamburg den Zuschlag f\u00fcr Olympia erh\u00e4lt.&#8221;<\/em> und droht mit Stillstand, wenn diesen Interessen nicht nachgekommen wird.<\/li>\n<li>Auf die Frage nach alternativen Hafenfl\u00e4chen f\u00fcr holt er zu einem Rundumschlag aus: Herr Jens Meier von der HPA sei sich auch nicht sicher, ob es ausreichend alternative Fl\u00e4chen g\u00e4be. Die Hafenerweiterungsfl\u00e4chen in Hamburg-Moorburg m\u00fcssten f\u00fcr den Hafenausbau genutzt werden: <em>&#8220;Sie sind ja auch bereits gesetzlich als Hafenerweiterungsfl\u00e4chen definiert. Dies wird sicher nicht einfach werden, da die Stadt es dann wieder mit den &#8220;\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen&#8221; wie den Umweltverb\u00e4nden zu tun haben wird, die bisher immer eine Hafenerweiterung in dieses Gebiet hinein abgelehnt haben.&#8221;<\/em> Den in der Frage angesprochenen Anwohnerinnen und Anwohnern widmet er \u00fcbrigens keine Silbe. Und er bedauerte, dass die Hafenfl\u00e4chen nicht den Hafenbetrieben geh\u00f6ren, sondern der Stadt bzw. der HPA.<\/li>\n<li>Nat\u00fcrlich ist auch das Thema verkehrliche Hafeninfrastruktur dabei: Hafenbetriebe d\u00fcrfen nicht durch eine Olympia-Baustelle beeintr\u00e4chtigt werden. Sie h\u00e4tten bereits jetzt gen\u00fcgend Probleme. Die Baufirmen m\u00fcssten eben \u00fcber den Wasserweg ihre Materialien und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer transportieren.<\/li>\n<li>Auf die Frage, wer denn die Kosten f\u00fcr den zus\u00e4tzlichen Aufwand bei der Infrastruktur tragen solle, antwortet Herr Gunther Bonz: <em>&#8220;Das ist in diesem Fall nicht das Problem der Unternehmen.&#8221;<\/em><\/li>\n<li>Und danach best\u00e4tigt Herr Gunther Bonz die ersten verhaltenen \u00c4u\u00dferungen aus Hamburger Dienststellen zu den m\u00f6glichen Kosten f\u00fcr die Verlagerung der Hafenbetriebe in H\u00f6he von f\u00fcnf bis sieben Milliarden: <em>&#8220;Das ist nicht unrealistisch. Hinzu kommen gegebenenfalls die Kosten f\u00fcr die Erschlie\u00dfung neuer Hafenfl\u00e4chen.&#8221;<\/em><\/li>\n<li>Zum Schluss geht es noch um die vorgesehene Nachnutzung der olympischen Geb\u00e4ude, vor allem des Olympischen Dorfs, als Wohngebiet. Selbstverst\u00e4ndlich kommt hier die Forderung, dass Beschwerden \u00fcber L\u00e4rm und Verschmutzung f\u00fcr den Industrie- und Hafenstandort Hamburg nicht in Frage kommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was hat das mit der Elbvertiefung zu tun? In gewohnter &#8220;Bonz-Manier&#8221; wird selbstverst\u00e4ndlich auch in Verbindung mit den Olympischen Spielen die Elbvertiefung als ein Beispiel f\u00fcr das &#8220;unternehmerunfreundliche Planungsrecht&#8221; in Deutschland heran gezogen: <em>&#8220;Die Stadt hat zu sp\u00e4t realisiert, dass f\u00fcr die Olympiabauten und die Zufahrtswege Ausweichm\u00f6glichkeiten geschaffen werden m\u00fcssen. Und wie schwierig solch langwierige Planungen sind, sieht man ja an der Elbvertiefung. 14 Jahre haben allein die Planung und die Gerichtsverfahren gedauert. Und gebaut worden ist noch nicht ein Zentimeter. Wie soll also so ein Mammutprojekt wie Olympia bis 2024 realisiert werden? Mit unserem antiquierten Planungs- und Genehmigungsrecht sicher nicht.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Dazu kommt, dass wir Herrn Bonz und den von ihm vertretenen Hafenbetrieben durchaus zutrauen, dass sie ihre Investitionsplanungen erst vornehmen, wenn sie eine Zusicherung f\u00fcr die \u00dcbernahme der Kosten bei der Realisierung von Olympia bekommen. Denn uns ist nicht bekannt, dass in der Vergangenheit auf dem Kleinen Grasbrook oder am \u00dcberseezentrum gro\u00dfe Investitionen geplant waren, die jetzt durch die potenzielle Olympiabewerbung in&#8217;s Stocken geraten. Hier geht es also wieder einmal darum, uns Hamburger Steuerzahlerinnen und Steuerzahler f\u00fcr die Hafenwirtschaft zu melken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zusammenhang mit der Bewerbung Hamburgs f\u00fcr die Olympischen Spiele wurden doch erste Zahlen zu den Kosten genannt. 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