{"id":5631,"date":"2015-04-03T00:01:36","date_gmt":"2015-04-02T23:01:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=5631"},"modified":"2016-02-20T08:56:03","modified_gmt":"2016-02-20T07:56:03","slug":"choapa-trader-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=5631","title":{"rendered":"Choapa Trader I"},"content":{"rendered":"<p>Eine <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/48233\/grundber%c3%bchrung-des-frachtschiffs-%e2%80%9echoapa-trader%e2%80%9c.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">schriftliche kleine Anfrage in der B\u00fcrgerschaft<\/a> fragt <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Track-Choapa-Trader-6-kn-klein.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5549\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Track-Choapa-Trader-6-kn-klein.jpg\" alt=\"Track Choapa Trader 6 kn\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>nach den Umst\u00e4nden der Havarie der &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=5528\" target=\"_blank\">Choapa Trader<\/a>&#8220;. Dieses unter liberianischer Flagge fahrende Containerschiff der Reederei MSC (294,10m \/ 32,20m \/ 13,61m) war am <a href=\"http:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0CCMQqQIwAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.abendblatt.de%2Fhamburg%2Fhamburg-mitte%2Farticle205213647%2FBrasilianisches-Containerschiff-beruehrt-den-Elbboden.html&amp;ei=LdoKVbuOMYOPPe3tgFA&amp;usg=AFQjCNE0dpcBOTWoBnOY7ZwM7nRBsxcDJw&amp;bvm=bv.88528373,d.ZWU\" target=\"_blank\">19.03.2015 beim Verlassen des Pred\u00f6hlkais am Waltershofer Hafen direkt vor Oevelg\u00f6nne auf Grund gelaufen<\/a> und hatte eine zeitlang quer im Fahrwasser gelegen.<\/p>\n<p>Acht Tage nach dem Unfall sind die Ermittlungen der Polizei zu den Ursachen des Unfalls nicht abgeschlossen. Zu den Aktivit\u00e4ten der zwei an Bord befindlichen Hafenlotsen liegen dem Senat im Detail keine Erkenntnisse vor. Es waren Gefahrg\u00fcter in Containern geladen.\u00a0 Trotz der noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen bestand nach Auffassung der WSP<br \/>\ndurch diese Container zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Prima &#8211; alles also ganz harmlos und von allen Beteiligten hervorragend und pr\u00e4zise bearbeitet?<\/p>\n<p>Auf dem o.a. Marinetraffic-Screenshot ist zu erkennen, dass die Choapa Trader schon um 10:27 Uhr mit 6 Knoten in Fahrt war und daher sp\u00e4testens um 10:30 Uhr bei Oevelg\u00f6nne aufgelaufen sein muss. Warum aber laut Senatsantwort zu Frage 9 der beratende Hafenlotse erst nach \u00fcber einer Stunde, also um 11:36 Uhr, die Nautische Zentrale informierte, ist ein R\u00e4tsel. Das Schiff konnte zwei Stunden nach der Havarie\u00a0 befreit werden und gegen 12:30 Uhr wieder am Pred\u00f6hlkai festmachen. Ein Film von der <a href=\"https:\/\/youtu.be\/_VLxM7sUQEo\" target=\"_blank\">Befreiung der Choapa Trader k\u00f6nnen Sie auf YouTube<\/a> nachsehen.<\/p>\n<p>Warum die Polizei dann nochmals eine Stunde gewartet hat, um die Berufsgenossenschaft f\u00fcr Transport und Verkehrswirtschaft, Abteilung Schiffssicherheit und die Bundesstelle f\u00fcr Seeunfalluntersuchung (BSU) zu informieren, erschlie\u00dft sich dann schon gar nicht mehr.<\/p>\n<p>Wir h\u00e4tten gedacht, dass bei einem derartigen GAU auf der Elbe unverz\u00fcglich, d.h. um 10:35 Uhr, sofort alle in der Anfrage angef\u00fchrten Instanzen informiert werden m\u00fcssen und vor allen Dingen sofort Notfallpl\u00e4ne gestartet werden. Und zwar mit h\u00f6chster Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>In Hamburg scheint es bei derartigen Havarien doch eher besinnlich zu zugehen. Erstmal gew\u00e4hrt der Hafenlotse rund eine Stunde Zeit. Vielleicht schafft man es selber unauff\u00e4llig vom Schiet zu kommen? Die Nautische Zentrale mit Sitz in Sichtweite vom Havarieort, laut Senatsantwort &#8220;<em>eine der weltweit modernsten Verkehrsleitzentralen<\/em>&#8220;, merkt auch mit angeblich modernsten Hilfsmitteln, wie AIS, nicht, dass die Choapa Trader auf Grund sitzt und sich nicht mehr bewegt. Warum hat die Nautische Zentrale nichts bemerkt und\u00a0 Hilfsma\u00dfnahmen unverz\u00fcglich eingeleitet? Schaut man dort nicht mehr aus dem Fenster, sondern nur noch auf ausgew\u00e4hlte Computerbilder?<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass wir in Hamburg sch\u00f6nstes ruhiges Wetter mit bester Sicht hatten. Was w\u00e4re passiert, wenn die St\u00fcrme der letzten Tage \u00fcber die festgefahrene Choapa Trader gefegt w\u00e4ren?<\/p>\n<p>Wir ahnen, dass die Ursachen dieser Havarie mit gro\u00dfem Gefahrenpotential f\u00fcr die Hamburger Bev\u00f6lkerung erneut unter den Teppich gefegt wird. Genauso, wie wir es schon bei den tiefschwarzen Rauchwolken der &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=3302\" target=\"_blank\">Yangming Utmost<\/a>&#8221; im Oktober 2014 erleben durften oder bei dem Brand des Atomfrachters &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=1819\" target=\"_blank\">Atlantic Cartier<\/a>&#8221; im Mai 2013 neben dem Hamburger Kirchentag.<\/p>\n<p>Die Statistiken zu den Grundsitzern aus den Senatsantworten f\u00fcr Frage 1 und 2 beruhigen dabei keineswegs. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass seit Jahren die Zahl der Schiffsanl\u00e4ufe aufgrund der <a href=\"http:\/\/www.statistik-nord.de\/fileadmin\/Dokumente\/Presseinformationen\/SI15_068.pdf\" target=\"_blank\">Schiffsgr\u00f6\u00dfenentwicklung<\/a> regelm\u00e4\u00dfig abnimmt &#8211; f\u00fcr 2014 gehen wir von 9.500 Schiffsanl\u00e4ufen aus. Wenn dann die Zahl der Grundber\u00fchrungen auf Unterelbe und im Hamburger Hafen mit 12 F\u00e4llen in 2014 angegeben wird, haben wir nur durch Grundsitzer eine Havariequote von 1,26 Promille. Das ist beachtlich! Vor allem, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass sich die Anzahl der Grundber\u00fchrungen mit Ausnahme von 2011 permanent erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Nehmen wir dann noch die Br\u00e4nde a la &#8220;Atlantic Quartier&#8221;,\u00a0 die schwarzen Abgasfahnen der &#8220;Yangming Utmost&#8221;, die Wellenschl\u00e4ge von der &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=2075\" target=\"_blank\">Christophe Colomb<\/a>&#8221; und die Schleusenrammings der &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=5560\" target=\"_blank\">Saint George<\/a>&#8221; mit den gleichen Quoten\u00a0 von 1,26 Promille hinzu, ermitteln wir eine Havariequote von 0,5%. Mit derartigen Quoten d\u00fcrften in Europa und Deutschland keine Z\u00fcge und Busse fahren, Flugzeuge fliegen oder Lastwagen auf der Autobahn fahren.<\/p>\n<p>Schiffe d\u00fcrfen das aber. Sie bekommen daf\u00fcr von der Politik sogar sch\u00fctzende H\u00e4nde und dicke Teppiche bereitgestellt. Was soll hier zugedeckt werden?<\/p>\n<p>PS: Uns erreichten heute viele Mails die auf die Uhrzeitangaben in UTC\u00a0 bei Marinetraffic hingewiesen. Wir danken diesen aufmerksamen Menschen!<br \/>\nDie Zeitangabe in UTC bei den AIS-Angaben ist uns wohlbekannt. Der Senat kennt den Unterschied zwischen UTC und MEZ bzw. MESZ anscheinend nicht. So ist zu vermuten, dass die vorliegende Senatsantwort erneut nicht qualit\u00e4tsgesichert wurde.<\/p>\n<p>Wir haben unsere heutigen Schlussfolgerungen ausschlie\u00dflich aus den Senatsantworten abgeleitetund sind gespannt, ob unter dem Hafenteppich in Hamburg \u00fcberhaupt noch jemand reagiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine schriftliche kleine Anfrage in der B\u00fcrgerschaft fragt nach den Umst\u00e4nden der Havarie der &#8220;Choapa Trader&#8220;. Dieses unter liberianischer Flagge fahrende Containerschiff der Reederei MSC (294,10m \/ 32,20m \/ 13,61m) war am 19.03.2015 beim Verlassen des Pred\u00f6hlkais am Waltershofer Hafen direkt vor Oevelg\u00f6nne auf Grund gelaufen und hatte eine zeitlang quer im Fahrwasser gelegen. 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