{"id":8120,"date":"2015-11-02T08:36:13","date_gmt":"2015-11-02T07:36:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=8120"},"modified":"2016-09-14T08:19:41","modified_gmt":"2016-09-14T07:19:41","slug":"direkt-ohne-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=8120","title":{"rendered":"Direkt ohne Hamburg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Hapag-Lloyd6.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4862 size-medium\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Hapag-Lloyd6-300x176.jpg\" alt=\"Hapag-Lloyd6\" width=\"300\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Hapag-Lloyd6-300x176.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Hapag-Lloyd6-1024x601.jpg 1024w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Hapag-Lloyd6-900x528.jpg 900w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Hapag-Lloyd6.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>W\u00e4hrend die Hamburger Hafenwirtschaft samt Senat dicke Krokodilstr\u00e4nen \u00fcber den sinkenden Containerumschlag im Hafen weinen und nicht m\u00fcde werdend auf das eingebrochene Russlandgesch\u00e4ft verweisen, hat gestern nachmittag eines der gr\u00f6\u00dften Hapag-Lloyd-Schiffe, die &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hafen-hamburg.de\/en\/vessel\/hong-kong-express-imo-9501356---29422\" target=\"_blank\">Hong Kong Express<\/a>&#8221; das CTA in Hamburg zu ihrem zweiten Direktanlauf nach Danzig in die Ostsee verlassen. Das Schiff wird dort Container l\u00f6schen und aufnehmen, die noch wenige Wochen zuvor in Hamburg umgeschlagen und per Feederschiff zwischen Hamburg und Danzig transportiert wurden.<\/p>\n<p>Seit ein paar Wochen wird also anscheinend die\u00a0 Hamburg mit ihrem Hafen von ihrem Sch\u00fctzling, der Staatsreederei Hapag-Lloyd &#8220;links&#8221; liegen gelassen. Am 11. August 2015 war es erstmalig soweit: <a href=\"https:\/\/www.hapag-lloyd.de\/de\/news-insights\/insights\/2015\/09\/welcome-to-gdansk_42962.html\" target=\"_blank\">Hapag-Lloyd nahm mit der Hong-Kong-Express<\/a> den ersten Direktanlauf nach Danzig vor. Kein Wort im hiesigen Hafenblatt oder auf den Seiten von Hamburg-Hafen-Marketing (HHM)! Letztere konnte eine Woche sp\u00e4ter am 17.8.2015 die oben angef\u00fchrten Krokodilstr\u00e4nen auf ihrer <a href=\"https:\/\/www.hafen-hamburg.de\/de\/news\/hamburger-hafen-bleibt-im-ersten-halbjahr-2015-mit-70-8-millionen-tonnen-seegueterumschlag-knapp-unter-dem-starken-vorjahresergebnis---34296\" target=\"_blank\">Halbjahrespressekonferenz 2015<\/a> versch\u00fctten. Erkl\u00e4rungen und Ursachen von HHM? Da lachen ja nicht nur die heimischen M\u00f6wen&#8230;!<\/p>\n<p>&#8220;<a href=\"http:\/\/www.wolfgang-kiesel.de\/?page_id=718\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Ladung sucht sich eben ihren Weg<\/a>&#8221; ist das der Naturwissenschaft durch Hamburger Senat samt Hafenwirtschaft entwendete Credo. Mit diesem Satz sollen Naturgesetze aus der Physik, z.B. der Blitz eines Gewitters in \u00f6konomische Sachverhalte \u00fcberf\u00fchrt werden. Naturgesetze gelten f\u00fcr Jeden gleicherma\u00dfen und sind zudem pr\u00e4zise beschrieben &#8211; man kann gegen diese bekanntlich nicht versto\u00dfen. F\u00fcr Politik und Wirtschaft, insbesondere um den Hafen Hamburg und die anstehende Elbvertiefung, gelten mit bestechend anmutender Pr\u00e4zision regelm\u00e4\u00dfig andere Regeln. Jedenfalls keine Regeln, die etwas mit &#8220;\u00d6konomischer Wissenschaft&#8221; zu tun haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Nun mag man meinen, dass ein paar wenige Direktanl\u00e4ufe in die Ostsee durch ein Hapag-Lloyd-Schiff keine gro\u00dfen Auswirkung haben k\u00f6nnten. Ein Blick auf die <a href=\"https:\/\/www.hapag-lloyd.de\/downloads\/news\/TMFE_Loop_7_additional_Gothenburg__Antwerp_call.pdf\" target=\"_blank\">zugeh\u00f6rige Pressemitteilung von Hapag-Lloyd<\/a> und seiner G6-Allianz beweist das Gegenteil. Einmal in der Woche wird Danzig als Endpunkt auf dem Loop 7 der G6-Allianz, einem Liniendienst mit dem anderen Endpunkt Tsingtau, angelaufen. G\u00f6theburg ist ein weiterer Ostseehafen, der zuvor \u00fcber den Hamburger Hafen gefeedert wurde.<\/p>\n<p>Nicht, dass wir falsch verstanden werden: wir hegen keinerlei Groll gegen das polnische Danzig oder das schwedische G\u00f6theburg. \u00dcberhaupt nicht. Wir verstehen nur nicht die Hamburger Senatsl\u00fcgen, die uns regelm\u00e4\u00dfig um den <strong>Hamburger Gottesstaat, dem Hamburger Hafen<\/strong>, auf den Tisch gelegt werden.<\/p>\n<ul>\n<li>Wie k\u00f6nnen nur Krokodilstr\u00e4nen geweint werden, wenn meine eigene Staatsreederei kr\u00e4ftig zu diesem Ladungseinbruch beitr\u00e4gt?<\/li>\n<li>Wie verlogen ist das, wenn ich damit meine eigene Umschlagsgesellschaft HHLA, die sich zudem mit Hapag-Lloyd das CTA-Terminal in Altenwerder teilt, sch\u00e4dige?<\/li>\n<li>Wie kann ich nur einen Hapag-Lloyd-B\u00f6rsengang unterst\u00fctzen, der den Hamburger Haushalt mit hunderten von Millionen Euros an Kosten belastet,<\/li>\n<li>nur damit von Hapag-Lloyd Schiffe gekauft werden k\u00f6nnen, die nicht mehr unter der K\u00f6hlbrandbr\u00fccke durchpassen? Die dann durch Hamburg neu gebaut werden muss?<\/li>\n<li>Warum ist das Feedern gr\u00f6\u00dfter Schiffe am Jade-Weser-Port zum Weitertransport nach Hamburg aus Senatssicht Teufelswerk? Warum werden Direktanl\u00e4ufe der Staatsreederei in die Ostseeh\u00e4fen dagegen f\u00fcr so gut befunden, dass man daf\u00fcr einen B\u00f6rsengang mit der Brechstange und hundeten von Millionen Euro gutsagt?<\/li>\n<li>Warum muss die Unterelbe f\u00fcr einen milliardenschweren Unsinn vertieft werden?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit Naturgesetzen oder Wissenschaft hat das nichts zu tun. H\u00e4tte sich der Senat die &#8220;\u00f6konomischen&#8221; Gutachten, z.B. die von ihm in Auftrag gegebene <a href=\"http:\/\/www.hamburg-port-authority.de\/de\/presse\/studien-und-berichte\/Documents\/Endbericht_Potenzialprognose_Mai2015_5.pdf\" target=\"_blank\">ISL-Potenzialprognose 2015<\/a>, genau durchgelesen, h\u00e4tte er diese Sachverhalte sehr einfach erkennen k\u00f6nnen. In der Potenzialprognose ist auf Pdf-Seite 99 ff. zu finden:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;<em>Mit Blick auf Direktanl\u00e4ufe in die Ostsee, &#8230;, sind mehrere Szenarien denkbar. Liniendienstkostenkalkulationen des ISL zeigen, dass sich dieses Modell nur bei niedrigen Charter- bzw. Opportunit\u00e4tskosten rechnet \u2013 wie sie seit 2009 durch das \u00dcberangebot an Schiffsraum praktisch ununterbrochen vorherrschen.<\/em>&#8221;<br \/>\n<strong>Das Kriterium ist erf\u00fcllt!<\/strong><\/li>\n<li>&#8220;<em>Eine weitere Rolle spielen die Umschlagtarife in den Ostseeh\u00e4fen (derzeit v.a. Danzig), die ggf. das Pendel zugunsten der Direktanl\u00e4ufe umschlagen lassen. Es w\u00e4re daher aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht durchaus denkbar, dass bei steigenden Charterraten und h\u00f6herer Auslastung der Containerschiffsflotte der Reederei Maersk die Direkteinl\u00e4ufe in die Ostsee wieder einstellt werden. Dagegen sprechen jedoch einige weiche Faktoren wie das erfolgreiche Marketing f\u00fcr die Direktverladung \u00fcber polnische H\u00e4fen bei den polnischen Verladern und generell die erfolgreiche <\/em><em>Einf\u00fchrung dieses Modells im Markt. In der Folge k\u00f6nnten andere gro\u00dfe Reedereien oder Allianzen \u00e4hnliche Modelle einf\u00fchren und somit das Volumen noch steigern.<\/em>&#8221;<br \/>\n<strong>Die weichen Faktoren haben sich im Markt durchgesetzt &#8211; erf\u00fcllt!<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Gutachter kommen zu dem Schluss: <em>&#8220;Dies bedeutet auch, dass sich das Modell der Direktdienste nur f\u00fcr sehr gro\u00dfe Marktspieler lohnt, die ausreichende Volumen b\u00fcndeln k\u00f6nnen. Hier kommen also nur die aktuellen Allianzen oder Reedereiverbunde 2M, O3, CHKYE oder G6 infrage.<\/em>&#8221; <strong>Hapag-Lloyd mit der G6-Allianz ist ein derartiger Reedereiverbund!<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_8129\" aria-describedby=\"caption-attachment-8129\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/MSCJapan.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8129 size-medium\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/MSCJapan-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/MSCJapan-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/MSCJapan-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/MSCJapan-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/MSCJapan.jpg 1106w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8129\" class=\"wp-caption-text\">MSC Japan hinter der kurischen Nehrung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die heutige Geschichte mit den Direktanl\u00e4ufen hat noch kein Ende. Selbst in &#8220;der Welt&#8221; hat man in &#8220;<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/print\/wams\/hamburg\/article148287587\/Direkt-nach-Danzig.html\" target=\"_blank\">Direkt nach Danzig<\/a>&#8221; die Zeichen der Zeit wahrgenommen, aber nicht verstanden. Im <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/mscschedule.pdf\" target=\"_blank\">litauischen Klaipeda\/Memel<\/a> ist die 240 Meter lange &#8220;MSC Japan&#8221; mit 3.400 TEU Kapazit\u00e4t regelm\u00e4\u00dfig beim 14-t\u00e4gigen Anlauf zu beobachten. Der <a href=\"http:\/\/en.portnews.ru\/comments\/2017\/\" target=\"_blank\">Hafennachbar im russischen Kaliningrad\/K\u00f6nigsberg<\/a> plant den erheblichen Ausbau der eigenen Container-Umschlagskapazit\u00e4ten bis zum Jahr 2018.<\/p>\n<p>Hamburger Senat &#8211; bitte wach doch endlich auf! Wir brauchen unsere Haushaltsmilliarden f\u00fcr unsere in Hamburg lebenden Menschen und nicht f\u00fcr die wirtschaftlich unsinnige Zerst\u00f6rung unserer Unterelbe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Hamburger Hafenwirtschaft samt Senat dicke Krokodilstr\u00e4nen \u00fcber den sinkenden Containerumschlag im Hafen weinen und nicht m\u00fcde werdend auf das eingebrochene Russlandgesch\u00e4ft verweisen, hat gestern nachmittag eines der gr\u00f6\u00dften Hapag-Lloyd-Schiffe, die &#8220;Hong Kong Express&#8221; das CTA in Hamburg zu ihrem zweiten Direktanlauf nach Danzig in die Ostsee verlassen. 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