{"id":8482,"date":"2015-12-10T17:34:53","date_gmt":"2015-12-10T16:34:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=8482"},"modified":"2016-09-14T08:20:04","modified_gmt":"2016-09-14T07:20:04","slug":"hsh-rausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=8482","title":{"rendered":"HSH-Rausch"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/HSH-Nordbank1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3961\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/HSH-Nordbank1.jpg\" alt=\"HSH-Nordbank\" width=\"250\" height=\"139\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/HSH-Nordbank1.jpg 784w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/HSH-Nordbank1-300x167.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Die Hamburgische B\u00fcrgerschaft hat in Sachen HSH-Nordbank dem Senat gestern Abend einen Blankoscheck von 16,2 Milliarden Euro ausgestellt. Zum Vergleich: der Hamburger Staatshaushalt des Jahres 2015 betr\u00e4gt rund 12 Mrd. Euro.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwilwMuPz9HJAhUEYA8KHUlSBB0QqQIIJTAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.abendblatt.de%2Fhamburg%2Farticle206808329%2FDie-Milliarden-Entscheidung-zur-HSH-Nordbank.html&amp;usg=AFQjCNFcHMGwdpWG3SyFnD_iicfqhdwGPg\" target=\"_blank\">Abendblatt<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article149815232\/Buergerschaft-gewaehrt-16-Milliarden-fuer-HSH-Rettung.html\" target=\"_blank\">die Welt <\/a>berichten, wie diese bemerkenswerte Entscheidung des Parlamentes zu Stande gekommen ist. Der <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/50503\/verst%c3%a4ndigung-der-freien-und-hansestadt-hamburg-und-des-landes-schleswig-holstein-mit-der-europ%c3%a4ischen-kommission-im-beihilfeverfahren-zur-hsh.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Entscheidungsvorlage des Senates<\/a> samt <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/50800\/drs-21-2177-anlage-3.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Erg\u00e4nzung <\/a>ist nichts Verst\u00e4ndliches zu entnehmen, warum diese Entscheidung &#8220;alternativlos&#8221; sein sollte. Sie erkl\u00e4rt auch nicht, warum die Regierungsmehrheit der B\u00fcrgerschaft freiwillig und ohne Not auf <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/50784\/neustrukturierung-der-hsh-nordbank-%e2%80%93-ja-zu-sinnvollen-ma%c3%9fnahmen-zum-risikoabbau-nein-zum-16-milliarden-blankoscheck-f%c3%bcr-den-senat.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">s\u00e4mtliche Kontrollrechte<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/50787\/zukunftskonzept-f%c3%bcr-hsh-nordbank-entwickeln.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Pr\u00e4zisierungen<\/a> verzichtet hat bzw. was gegen eine sofortige Abwicklung der Bank spricht!<\/p>\n<p class=\"p_3\">Eine Antwort leitet sich aus dem heutigen Geheule des <a href=\"http:\/\/www.reederverband.de\/uploads\/media\/2015_12_10_VDR-Pressemeldung_-_Erneuter_Rueckgang_der_deutschen_Handelsflotte_bedroht_den_maritimen_Standort_Deutschland.pdf\" target=\"_blank\">Verbandes deutscher Reeder (VDR)<\/a>\u00a0 ab. Der VDR berichetete erneut \u00fcber einen erneuten R\u00fcckgang der <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=8033\" target=\"_blank\"><em>sogenannten<\/em> deutschen Handelsflotte<\/a>. Sogenannt, weil nur noch ein verschwindend kleiner Bruchteil dieser vom VDR als &#8220;deutsch&#8221; bezeichneten Flotte unter deutscher Flagge mit europ\u00e4ischen bzw. deutschen Arbeitnehmern segelt. Im Abendblatt lesen wir dann erg\u00e4nzend \u00fcber die VDR- Pressemitteilung: &#8220;<em><strong>Sanierung der HSH Nordbank kann Lage weiter versch\u00e4rfen<\/strong>. Die bevorstehende Sanierung der HSH Nordbank kann die Lage weiter versch\u00e4rfen. Die Bank gibt 8,2 Milliarden Euro an notleidenden Schiffskrediten ab, davon zwei Milliarden Euro in den freien Markt. &#8220;Wenn nun viele Schiffe auf den Markt geworfen werden, dann werden die Preise weiter sinken&#8221;, sagte Hartmann. &#8220;Es ist zu bef\u00fcrchten, dass Hedgefonds in gro\u00dfer Zahl Schiffe zu g\u00fcnstigen Preisen kaufen.&#8221; Der Verband bem\u00fche sich gemeinsam mit der Politik, M\u00f6glichkeiten zu finden, die HSH-Schiffe in Deutschland zu behalten. &#8220;Es ist schwierig, solche Modelle zu entwickeln&#8221;, sagte Hartmann. &#8220;Aber es ist im nationalen Interesse&#8221;. Jedes Schiff, das ins Ausland verkauft werde, schw\u00e4che den maritimen Standort Deutschland und koste Arbeitspl\u00e4tze und Knowhow.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p class=\"p_3\">Na klar &#8211; f\u00fcr das nationale Interesse braucht man milliardenschwere Blankoschecks! Es ist unglaublich, mit welcher <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chuzpe\" target=\"_blank\">Chuzpe<\/a> diese Reeder ihre Interessen bei unserem willf\u00e4hrigen Senat durchsetzen k\u00f6nnen. Wie ist das alles nur m\u00f6glich?<\/p>\n<p>Wir erinnern an Heide Simonis, die die Geschichte der HSH-Nordbank mit einem <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/artikel\/hsh-nordbank-groessenwahn-und-mangelnde-kontrolle-bringen-niedergang-a-1058557.html\">\u201eWir waren besoffen vom Erfolg<\/a>\u201c umschrieben hat. In der Tat herrschte in dem Jahr <strong>2003<\/strong>, dem Gr\u00fcndungsjahr der HSH Nordbank, in der Politik eine Goldrauschstimmung. Hamburg mit Schleswig-Holstein wollten es dem Rest der Welt mit dem Hamburger Hafen zeigen. Container, Schifffahrt und Hafen waren die Zauberworte.<\/p>\n<p>Parallel zur HSH Nordbank-Gr\u00fcndung, die der \u201egr\u00f6\u00dfte Schiffsfinanzierer der Welt\u201c werden sollte, wurden im Jahr <strong>2004<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.shortseashipping.de\/de\/service\/pdf\/seeverkehrsprognose-endbericht-teil-2.pdf\">langfristige Wachstumsraten im Containerumschlag von j\u00e4hrlich 6,7 Prozent<\/a> auf bis zu 27,8 Millionen TEU im Jahr 2025 ermittelt (Seite 69 ff.). Mit Blick auf dieses anscheinend nie endende Wachstum wurden Mitte des vergangenen Jahrzehnts verschiedenste Planvorhaben angeschoben, unter anderem die neunte Elbvertiefung (deren Umsetzung derzeit gerichtlich \u00fcberpr\u00fcft wird).<\/p>\n<p>Parallel wurde die Erweiterung von Terminalkapazit\u00e4ten, Logistikfl\u00e4chen und Verkehrsanbindungen eingeleitet.<\/p>\n<ul>\n<li>Anfang <strong>2005<\/strong> legte der Senat ein detailliertes <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/15203\/hafen-sonderinvestitionsprogramm.pdf\" class=\"broken_link\">f\u00fcnfj\u00e4hriges Hafen-Sonderinvestitionsprogramm<\/a> mit einem Volumen von einer halben Milliarde Euro auf: Alle Terminalkapazit\u00e4ten, die 2004 rund sieben Millionen TEU bew\u00e4ltigen konnten, sollten bis Ende 2009 konkret auf zw\u00f6lf Millionen und in den Folgejahren bis 18 Millionen TEU erweitert werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Zum 1. Oktober <strong>2005<\/strong> wurde die Hafenverwaltung durch Gr\u00fcndung der \u201eHamburg Port Authority\u201c (HPA) in Form einer rechtsf\u00e4higen Anstalt \u00f6ffentlichen Rechts konzentriert \u2013 zuvor waren die verschiedenen Aufgaben zwischen dem \u201eAmt f\u00fcr Strom- und Hafenbau\u201c sowie Wirtschafts-, Finanz- und Umweltbeh\u00f6rde aufgeteilt gewesen. Die bis dato in den Etatplanungen des Landeshaushalts transparente Darlegung der Hafenkosten wurde schrittweise in die verschleiernde HPA-Bilanz \u00fcberf\u00fchrt.<\/li>\n<li>Mit der Teil-Privatisierung der \u201eHamburger Hafen und Logistik AG\u201c (HHLA) Ende <strong>2007<\/strong> und dem Konzept \u201e<a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/24319\/%e2%80%9ehafen-finanziert-hafen%e2%80%9c-haushaltsplan-entwurf-2009-2010-erg%c3%a4nzung-des-haushaltsbeschlusses.pdf\" class=\"broken_link\">Hafen finanziert Hafen<\/a>\u201c in <strong>2008<\/strong> wurden der HPA gewisserma\u00dfen unter Umgehung des Haushaltsrechts die Verkaufserl\u00f6se aus den HHLA-Aktien, die so genannte HHLA-Milliarde, zur Finanzierung der Infrastruktur im Hafen bereitgestellt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zusammengefasst: Zwischen 2004 und 2007 wurde also im Rausch, quasi \u201ebesoffen\u201c der Hamburger Hafen mit Milliarden von Euros vollst\u00e4ndig umgekrempelt. Aus diesem Rausch scheint man auch jetzt nach \u00fcber zehn erfolglosen Jahren nicht aufzuwachen.<br \/>\nObwohl die Schifffahrt am Boden liegt und keine Perspektiven f\u00fcr deren Gesundung sichtbar sind, werden Blankoschecks in Milliardenh\u00f6he ausgestellt. Vergessen wir nicht, dass Hamburg mit der Staatsreederei Hapag-Lloyd, der <a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwiamLfk29HJAhVEJQ8KHQkECl4QqQIIJTAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.abendblatt.de%2Fhamburg%2Farticle206808305%2FHamburgs-bestbezahlter-Manager-geht-mit-ueppiger-Rente.html&amp;usg=AFQjCNGIltGEf1Q8jwyB_jqU4pGwaYukwg\" target=\"_blank\">angeschlagenen HHLA<\/a> und der hochdefizit\u00e4ren HPA mit weiteren Milliarde im Hafen investiert ist. Es wird h\u00f6chste Zeit, dass diese &#8220;berauschten Strategen&#8221; zum Entzug geschickt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hamburgische B\u00fcrgerschaft hat in Sachen HSH-Nordbank dem Senat gestern Abend einen Blankoscheck von 16,2 Milliarden Euro ausgestellt. Zum Vergleich: der Hamburger Staatshaushalt des Jahres 2015 betr\u00e4gt rund 12 Mrd. Euro. Das Abendblatt und die Welt berichten, wie diese bemerkenswerte Entscheidung des Parlamentes zu Stande gekommen ist. 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