{"id":9469,"date":"2016-02-12T20:21:50","date_gmt":"2016-02-12T19:21:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9469"},"modified":"2016-09-14T08:22:14","modified_gmt":"2016-09-14T07:22:14","slug":"jahres-jubel-konferenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9469","title":{"rendered":"Jahres-Jubel-Konferenz"},"content":{"rendered":"<p>Dass der Containerumschlag im Hamburger Hafen in 2015 deutlich auf unter 9\u00a0 Mio. TEU eingebrochen ist, war bereits vor der gestrigen Jahrespressekonferenz vorhergesagt worden. Jetzt wurden die <a href=\"https:\/\/www.hafen-hamburg.de\/de\/news\/hafen-hamburg-im-jahr-2015---34497\" target=\"_blank\">Zahlen offiziell von Hamburg-Hafen-Marketing (HHM)<\/a> ver\u00f6ffentlicht: von 2014 auf 2015 reduzierte sich von 9,7 Mio. auf 8,82 Mio. TEU, d.h. der Hafen musste beim Containerumschlag ein Minus von 9,3% verzeichnen. Somit wurden im vergangenen Jahr weniger TEU umgeschlagen, als 2006. Das Ziel von 10 Mio. TEU ist in weite Ferne ger\u00fcckt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Horch1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-7318\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7318 alignright\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Horch1.jpg\" alt=\"Horch1\" width=\"112\" height=\"201\" \/><\/a>Was tun, um den Hamburger Hafen wieder in das Erfolgslicht zu r\u00fccken? Die Jubel-Experten von Hamburg Hafen Marketing, dem Hamburger Senat und der HPA haben erneut einen Weg gefunden. \u201e<em>Wer das Hafengesch\u00e4ft kennt, der wei\u00df, dass sich der Erfolg des Hamburger Hafens nicht ausschlie\u00dflich in TEU bemisst.<\/em>&#8221; wird der Hamburger Wirtschaftssenator, Herr Frank Horch, in der Pressemitteilung der HHM und <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article152087423\/Hamburgs-Hafen-will-sein-Angebot-verbreitern.html\" target=\"_blank\">in der WELT<\/a> zitiert. &#8220;<em>Sein Charakter als Universalhafen macht Hamburgs Hafen stark. Der Hamburger Hafen ist faktisch eines der gr\u00f6\u00dften und vielf\u00e4ltigsten Gewerbegebiete Deutschlands. Hafenumschlag, Logistik und Industrie sind darin eng miteinander verwoben und befruchten sich gegenseitig.<\/em>&#8221; lesen wir weiter.\u00a0 Konkret werden als Erfolgsfelder <a href=\"http:\/\/www.hafen-hamburg.de\/downloads\/media\/dokumente\/hhm-jpk-2016-16zu9.pdf\" target=\"_blank\">in den Pr\u00e4sentationsfolien<\/a> sowie in der Pressemitteilung herausgehoben:<\/p>\n<ul>\n<li>Gejubelt wird \u00fcber den Anstieg des Massengutumschlags um 5,8% auf 45,5 Mio. Tonnen (Folien 4+5). Zur\u00fcck zu f\u00fchren sei dieser Erfolg vor allem auf Kohle und Getreide.<br \/>\nUnerw\u00e4hnt bleibt, dass die Kohle insbesondere f\u00fcr das Kraftwerk Moorburg ben\u00f6tigt wird. Dieses wurde in 2015 in Betrieb genommen und f\u00fcr die Zukunft wird es diesen Anstieg sicherlich nicht mehr geben.<\/li>\n<li>Bejubelt wird der Anstieg des Seehafenhinterlandverkehrs (Folien 19, 27). Herausgehoben wird hier in der Pressemitteilung, dass der Containertransport mit der Bahn (+2,8%) und mit Binnenschiffen (+27,5%) zugenommen hat.<br \/>\nWas wir nicht erfahren ist, dass per Binnenschiff lediglich 128.800 TEU von 5,6 Mio. TEU transportiert werden und die Steigerung lediglich 27.000 TEU entspricht. Und beinahe schon unversch\u00e4mt finden wir die Erfolgsmeldung, dass der Hamburger Hafen auf Platz zwei der Binnenh\u00e4fen gelandet sein soll.<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Metrans1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-3922\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3922\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Metrans1-300x204.jpg\" alt=\"Metrans\" width=\"221\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Metrans1-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Metrans1-1024x698.jpg 1024w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Metrans1-900x613.jpg 900w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Metrans1.jpg 1154w\" sizes=\"(max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Bejubelt wird in diesem Zusammenhang auch, dass der Bahnverkehr mit 45,3% Anteil den LKW-Verkehr mit 42,4% erstmalig \u00fcberholt habe. Allerdings gerechnet auf Tonnen (Folie 21).<br \/>\nDass diese Entwicklung sich nicht bei dem Massen-Transportformat, n\u00e4mlich die Container, abzeichnet, wird jedenfalls in der Pressemitteilung nicht erw\u00e4hnt (LKW-Verkehr 56,7%, Bahnverkehr 4,1%, Binnenschifffahrt 2,3%) (Folie 20).<\/li>\n<li>Der Hamburger Hafen feiert sich mit dem h\u00f6chsten Anteil Bahntransporte (49%) im Vergleich der H\u00e4fen der Nordrange (Folie 22) und erweckt den Eindruck eines besonders &#8220;gr\u00fcnen Hafens&#8221; gegen\u00fcber den Mitbewerbern.<br \/>\nUnterschlagen wird bei dieser Darstellung jedoch, dass <a href=\"https:\/\/www.portofrotterdam.com\/de\/verbindungen-logistik\/modalit%C3%A4ten\/binnenschifffahrt\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Rotterdam ca. 50%<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.portofantwerp.com\/en\/strategic-location-and-connections\" target=\"_blank\">Antwerpen ca. 41%<\/a> des Hinterlandverkehrs mit dem Binnenschiff realisieren. Und wir h\u00f6ren selbstverst\u00e4ndlich auch nichts dar\u00fcber, dass der Bahnverkehr aus dem Hamburger Hafen zunehmend \u00fcber die HHLA-eigene Metrans erfolgt und dem G\u00fcterverkehrssektor der Bahn das Wasser abgegraben wird.<\/li>\n<li>Der Hamburger Hafen habe eine Loco-Quote (lokale Containerladung)\u00a0 von ca. 30% .<br \/>\nWir erfahren allerdings nichts dar\u00fcber, wie diese Quote in den anderen H\u00e4fen der Nordrange aussieht.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/CTH-Bubendey1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-7268\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7268\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/CTH-Bubendey1-300x225.jpg\" alt=\"CTH-Bubendey1\" width=\"227\" height=\"170\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/CTH-Bubendey1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/CTH-Bubendey1.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a>Und der deutlich r\u00fcckl\u00e4ufige Containerumschlag? Da h\u00f6ren wir die bekannten Begr\u00fcndungen: der Umschlag mit China (Wirtschaftskrise) und Russland (Embargo, Wirtschaftskrise) machen sich bemerkbar. Hier habe man im Vergleich zu anderen Nordrange-H\u00e4fen eine hohe Transshipment-Quote (Umladung von Gro\u00dfcontainer- auf Feederschiffe und umgekehrt). Wenn dann weniger Ladung kommt, wirkt sich das auf Hamburg massiv aus. Neuerdings wird auch Polen als Ursache aufgef\u00fchrt, und zwar die zunehmenden Direktanl\u00e4ufe durch die Reedereien. Hat Polen doch seine H\u00e4fen so ausgebaut, dass auch Gro\u00dfcontainerschiffe abgewickelt werden k\u00f6nnen &#8211; so eine Gemeinheit.<\/p>\n<p>Im Hamburger Hafenblatt gibt es dann noch den obligatorischen Rankingvergleich mit Rotterdam und Antwerpen. Hamburg ist auf Platz 3 zur\u00fcck gefallen&#8230; &#8211; das geht doch gar nicht. Tatsache ist, Rotterdam hat ebenfalls, wenn auch nicht so gravierend, im Containerumschlag verloren, n\u00e4mlich 0,5%. Antwerpen hat zugelegt um 7,4%. Auch hier wird uns wieder nicht alles gesagt. Rotterdam hat eine Hafenkooperation mit Amsterdam und somit Verluste relativieren k\u00f6nnen. Antwerpen hat eine Hafenkooperation mit Zeebrugge. <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/MarktanteileNorthrangeI2016.pdf\" target=\"_blank\">Die Jahresergebnisse<\/a> zeigen jedoch, dass Zeebrugge ungef\u00e4hr dieselbe Menge im Containerumschlag verloren hat, wie Antwerpen gewonnen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben die deutschen H\u00e4fen der Nordrange auch \u00fcber Gesamt an Containerfracht verloren. Und das liegt vor allem an der Abh\u00e4ngigkeit des Hamburger Hafens von China und Russland. Dieser r\u00fchmte sich bisher, der westlichste Ostseehafen zu sein. Dieses Konzept scheint nicht mehr aufzugehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Buss-Hansaterminal-5.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-9288\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9288\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Buss-Hansaterminal-5.jpg\" alt=\"Buss Hansaterminal 5\" width=\"165\" height=\"220\" \/><\/a>Und was den Universalhafen angeht, haben wir ebenfalls Fragen. Wie passen <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9151\" target=\"_blank\">die Schlie\u00dfungen<\/a> des BUSS Hansa Terminals und des HHLA \u00dcberseezentrums zu einer St\u00e4rkung des Universalhafens? Beide Terminals haben vor allem St\u00fcck- und Schwergut abgewickelt.<\/p>\n<p>Ach, Mist, wir d\u00fcrfen ja <a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwivvI7Y7PLKAhWFIJoKHTEhDE4QqQIIJTAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.abendblatt.de%2Fwirtschaft%2Fhafen-und-schifffahrt%2Farticle207033239%2FHorch-warnt-davor-den-Hafen-schlechtzureden.html&amp;usg=AFQjCNFQwL-XdxSiXs8LRYYryLkCix0yXw\" target=\"_blank\">Entwicklungen im Hamburger Hafen gar nicht kritisch kommentieren<\/a>.\u00a0 Unisono wurden kritische Fragen und Berichte zur\u00fcck gewiesen: &#8220;<em>Ich warne dringend davor, Krisen herbeizureden. Das schadet unserem Hafen und spielt unseren Konkurrenten in die H\u00e4nde.<\/em>&#8221; wird Wirtschaftssenator Frank Horch zitiert. Auf der Jahrespressekonferenz wurde zwar f\u00fcr 2016 kein besseres Ergebnis f\u00fcr 2016 vorher gesagt: &#8220;<em>Angesichts der Lage erwartet Hamburg f\u00fcr dieses Jahr eine Stagnation des G\u00fcterumschlags. &#8220;Wir prognostizieren bestenfalls ein Ergebnis in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 2015&#8221;, sagte Mattern. Eine genauere Prognose sei angesichts der schwer einsch\u00e4tzbaren Au\u00dfenhandelsentwicklung nicht drin.<\/em>&#8221; Aber wenn diese Prognose wirklich eintritt, sind vermutlich wir und andere kritische Begleiter der Entwicklung des Hamburger Hafens Schuld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass der Containerumschlag im Hamburger Hafen in 2015 deutlich auf unter 9\u00a0 Mio. TEU eingebrochen ist, war bereits vor der gestrigen Jahrespressekonferenz vorhergesagt worden. Jetzt wurden die Zahlen offiziell von Hamburg-Hafen-Marketing (HHM) ver\u00f6ffentlicht: von 2014 auf 2015 reduzierte sich von 9,7 Mio. auf 8,82 Mio. 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