{"id":9608,"date":"2016-03-04T20:11:33","date_gmt":"2016-03-04T19:11:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9608"},"modified":"2016-03-22T18:56:59","modified_gmt":"2016-03-22T17:56:59","slug":"sandnes-auf-schiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9608","title":{"rendered":"&#8220;Sandnes&#8221; auf Schiet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Sandnes-Este.jpg\" rel=\"attachment wp-att-9637\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-9637\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Sandnes-Este.jpg\" alt=\"Sandnes Este\" width=\"250\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Sandnes-Este.jpg 760w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Sandnes-Este-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Erneut gab es bei sch\u00f6nstem Fr\u00fchlingswetter ein Ereignis f\u00fcr Se(e)hleute auf der Elbe. Nach der CSCL Indian Ocean ist ein weiteres Schiff auf Grund gelaufen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.hafen-hamburg.de\/de\/schiff\/sandnes-imo-9306029---28176\" target=\"_blank\">&#8220;Sandnes&#8221;<\/a>, ein selbstl\u00f6schender Bulkcarrier (166,70m, 24,50m, 10,4m),\u00a0 wollte nach einem Aufenthalt auf der Sietas-Pellas-Werft in Cranz wieder in Dienst gehen. Ihre Reise wurde kurz vor 08:00 Uhr bei der Einf\u00e4delung von der Au\u00dfeneste-Fahrrinne in die Elbe gestoppt. Bei bereits ablaufendem Wasser blieb sie stecken. Wie in der <a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwiq-eXwr5zLAhVFwBQKHQpqA0QQqQIIJTAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.abendblatt.de%2Fhamburg%2Faltona%2Farticle207101487%2FDie-Havarie-der-Sandnes-vor-Blankenese.html&amp;usg=AFQjCNGcoXviLEZJHRkJh2YHwEFkK3Hm5g\" target=\"_blank\">Bildergalerie zum Artikel im Hamburger Abendblatt<\/a> zu erkennen ist, lag sie sch\u00f6n hoch und trocken&#8230;<\/p>\n<p>Und wieder hatte die Natur an der Elbe in und um Hamburg Gl\u00fcck. Es ist nichts passiert, kein Mensch gesch\u00e4digt, kein Schwer\u00f6l ausgetreten. Und mit dem n\u00e4chsten Hochwasser konnte die &#8220;Sandnes&#8221; nach ca. 12 Stunden wieder freigeschleppt werden. Schon cool, wie mit den Havarien auf der Unterelbe umgegangen wird &#8211; mag man meinen. Die Zeit untertitelt mit &#8220;<em>Kein Grund zur Panik<\/em>&#8221; und spielt die beiden Havarien der letzten drei Wochen schon fast ein wenig verniedlichend runter: &#8220;<em>Die beiden F\u00e4lle sind weder vergleichbar noch spezifisch f\u00fcr Hamburg \u2013 und einen neuen Trend bilden die j\u00fcngsten Havarien noch lange nicht.<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Wir teilen dabei ausdr\u00fccklich die Senatsmeinung, dass die Havarie der &#8220;CSCL Indian Ocean&#8221; nichts mit der bislang ausgebliebenen Elbvertiefung oder der Schlicksituation im Hafen zu tun hat. Die <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article207118937\/Hafenpolitik-macht-man-nicht-mit-Buntstiften.html\" target=\"_blank\">gestrige entgleiste Debatte dazu in der B\u00fcrgerschaft<\/a> war furchtbar.<\/p>\n<p>Wir vermissen den Respekt vor den Riesenschiffen ab 300 Metern L\u00e4nge, die auf der Unterelbe zwischen Gl\u00fcckstadt und Hamburg im Havariefalle aufgrund des nur 300 Meter breiten Fahrwassers nicht mehr gedreht werden k\u00f6nnen. Ein auf Schietsetzen, wie bei der CSCL Indian Ocean praktiziert, ist einfach kein sicheres und bew\u00e4hrtes Notfallkonzept f\u00fcr derartige Schiffe. Es mutet grob fahrl\u00e4ssig an, wenn, wie in der Zeit geschehen, zehn Havarien in ein Verh\u00e4ltnis zu den angef\u00fchrten 65.000 Schiffspassagen (HADAG-F\u00e4hren, Lotsenboote und Waschpo-Fahrten inklusive) gestellt werden: das sind 0,15 Promille!<\/p>\n<p>Nehmen wir dagegen nur die Containerriesen mit 300 Metern L\u00e4nge und mehr. Davon sind im Jahr 2015 genau 973 Schiffe in den Hamburger Hafen ein- und ausgelaufen. Das sind 1.946 Passagen auf der Unterelbe gewesen, die in Relation zu den uns bekannten drei Havarien von gro\u00dfen Schiffen in den letzten 360 Tagen zu setzen sind: namentlich die <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=7185\" target=\"_blank\">NYK Olympus<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=7430\" target=\"_blank\">Yangming Wish<\/a> und die<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?s=CSCL+Indian+Ocean\" target=\"_blank\"> CSCL Indian Ocean<\/a>. <strong>Ohne<\/strong> Ber\u00fccksichtigung der nur 294 m kleinen\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=5631\" target=\"_blank\">Choapa Trader<\/a> z\u00e4hlen wir also drei Havarien bei 1.946 Passagen. Das w\u00e4ren knapp 0,16 Prozent!<\/p>\n<p>Peanuts m\u00f6gen Sie jetzt sagen &#8211; f\u00fcr Sicherheitsverantwortliche ist das schon ein enormer Unterschied, ob \u00fcber 99,98% Zuverl\u00e4ssigkeit gesprochen wird oder \u00fcber nur 99,84%. Wir f\u00fchlen uns bei derartigen Diskussionen immer an die Sicherheit von Atomkraftwerken erinnert. Und da wurden trotz Tschernobyl immer tolle Sicherheiten benannt &#8211; bis es zu Fukushima gekommen ist.<\/p>\n<p>Bei der Havarie der Sandnes war bei den verantwortlichen Akteuren coolness angesagt. Bei der CSCL Indian Ocean dagegen mit 100% Sicherheit nicht. Das hat heftige Spuren hinterlassen, auch wenn die Zeit und unser <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/51703\/%e2%80%9eport-feeder-barge%e2%80%9c-welche-fortschritte-lassen-sich-hinsichtlich-der-verlagerung-hafeninterner-containerumfuhren-auf-das-wasser-verzeichnen-.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Senat mit seinen Antworten auf eine Schriftliche Kleine Anfrage<\/a> zur Port-Feeder-Barge einen g\u00e4nzlich anderen Eindruck zu vermitteln scheinen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4387\" target=\"_blank\">Fahrrinne der Au\u00dfeneste ist \u00fcbrigens ebenfalls ein Dauerthema<\/a> wie die Verschlickung des Hamburger Hafens insgesamt. Wir erinnern uns an die Dauerbaustelle am Este-Sperrwerk, weil eine Schlicklinse ein Sperrwerktor aus den Angeln gehoben hat. Auch kommt es immer wieder vor, dass bei Niedrigwasser die F\u00e4hre Blankenese &#8211; Cranz, die viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einer Elbseite zur anderen bef\u00f6rdert, weder den Anlieger Cranz noch den Anlieger am Sperrwerk anlaufen kann. Die Passagiere m\u00fcssen dann den Umweg \u00fcber den Anlieger Finkenwerder und eine anschlie\u00dfende Busfahrt in Kauf nehmen, um von Blankenese nach Cranz zu kommen. Das ist kein Problem f\u00fcr die HPA und den Hamburger Senat. Aber vielleicht ist es ein Problem f\u00fcr die Menschen auf der S\u00fcdseite der Elbe, die regelm\u00e4\u00dfig nur wenig von der Hamburger Politik beachtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erneut gab es bei sch\u00f6nstem Fr\u00fchlingswetter ein Ereignis f\u00fcr Se(e)hleute auf der Elbe. Nach der CSCL Indian Ocean ist ein weiteres Schiff auf Grund gelaufen. 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