{"id":9630,"date":"2016-03-03T20:14:10","date_gmt":"2016-03-03T19:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9630"},"modified":"2016-03-03T20:14:10","modified_gmt":"2016-03-03T19:14:10","slug":"baggeroekonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9630","title":{"rendered":"Bagger\u00f6konomie"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/AlexandervonHumboldtBagger.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-6138\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-6138\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/AlexandervonHumboldtBagger.jpg\" alt=\"AlexandervonHumboldtBagger\" width=\"250\" height=\"152\" \/><\/a>Es ist beruhigend zu wissen, dass die HPA in Sachen Hafenschlick nun wieder alles im Griff hat. Das k\u00f6nnen wir jedenfalls der nach Fr\u00fchjahrsputz klingenden <a href=\"http:\/\/www.hamburg-port-authority.de\/de\/presse\/pressearchiv\/Seiten\/Pressemitteilung-02-03-2016.aspx\">HPA-Pressemitteilung vom 02.03.2016<\/a> entnehmen: &#8220;<em>Begleitend zur Umlagerung bei der Insel Ne\u00dfsand wird der Hopperbagger gering belastete Sedimente aus der S\u00fcderelbe zur sogenannten Tonne E3 in die Nordsee bringen.<\/em>&#8221; Und wir d\u00fcrfen dazu eine <a href=\"http:\/\/www.hamburg-port-authority.de\/de\/presse\/studien-und-berichte\/Documents\/2016\/160301_Details_zur_Verbringung_Tonne_E3_2016.pdf\" target=\"_blank\">neue Beprobung dieses &#8220;gering belasteten&#8221; Sediments<\/a> zur Kenntnis nehmen: Ein Zahlenfriedhof zu Giftstoffen sondergleichen wird uns pr\u00e4sentiert. Wer sich wie wir fragt, ob das nun bedenklich ist, findet keinerlei Antwort. Erneut wird auf einen wissenschaftlich dargestellten Abgleich der gemessenen Giftstoffkonzentrationen mit dem oberen <a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwjQwomji6XLAhXCdCwKHbnHDr4QFggkMAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.bafg.de%2FBaggergut%2FDE%2F04_Richtlinien%2Fguebag.pdf%3F__blob%3DpublicationFile&amp;usg=AFQjCNEZS5hCoae8YImk3DCe0PLSTzU74Q\" target=\"_blank\">Richtwerten R2 aus der G\u00dcBAK (siehe Tabelle auf Seite 13)<\/a>, der auch f\u00fcr Hamburg und Schleswig-Holstein g\u00fcltigen Baggerverordnung, verzichtet.<\/p>\n<p>Eine kurze \u00dcberblicksauswertung zwischen dieser Verordnung und den HPA-Proben zeigt, dass beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hexachlorbenzol\" target=\"_blank\">Hexachlorbenzol HCB<\/a> der auf 5,5 \u03bcg festgelegte Richtwert 2 mit 6,6 \u03bcg im Mittelwert locker um 20% \u00fcberschritten wurde. Eine noch h\u00f6here \u00dcberschreitung ist bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dichlordiphenyltrichlorethan\" target=\"_blank\">DDT und seinen Metabolite<\/a> festzustellen: sie liegt im Mittelwert der Proben bei deutlich \u00fcber 60%.<\/p>\n<p>Nur allein diese beiden Stoffe sind f\u00fcr den Menschen <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-45589515.html\" target=\"_blank\">seit nahezu einem halben Jahrhundert<\/a> als stark krebserregend eingestuft worden &#8211; die HPA verkauft uns deren Verklappung aber als einen reinigenden Fr\u00fchjahrsputz von &#8220;gering belastetem&#8221; Sediment. Wir alle wissen, dass dieses Baggergut &#8220;Sonderm\u00fcll&#8221; ist, dessen Entsorgung alles andere als einfach und vor allen Dingen &#8220;billig&#8221; ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/AlexandervonHumboldt2.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-7493\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7493 alignleft\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/AlexandervonHumboldt2.jpg\" alt=\"AlexandervonHumboldt2\" width=\"250\" height=\"187\" \/><\/a>Statt \u00fcber vern\u00fcnftige L\u00f6sungen nachzudenken, haben unsere Politiker anderes im Sinn. Geiz ist geil, scheint die Devise zu sein. W\u00e4hrend ein B\u00fcrger f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.stadtreinigung.hamburg\/privatkunden\/gebuehren.html\" target=\"_blank\">umweltgerechte Entsorgung von 100 Litern ungiftigen, keramischen Bauschutt bei der Hamburger Stadtreinigung 9,20 Euro<\/a> zu zahlen hat, scheinen f\u00fcr die politischen Akteuren f\u00fcr vergiftete Sedimente andere Regeln zu gelten. F\u00fcr die <strong>nicht-umweltgerechte<\/strong> Entsorgung der zehnfachen Menge, also 1.000 Liter bzw. 1 m\u00b3 hochgiftigen Sediments erscheinen ihnen selbst 2 Euro bzw. ab dem Jahr 2016 dann 2,50 Euro noch zu teuer zu sein. Warum?<\/p>\n<p>Warum umschreiben Politiker dieses unverantwortliche Handeln in einer <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/51560\/hafenschlick-%e2%80%93-einigung-mit-schleswig-holstein-teuer-erkauft-.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Schriftlichen Kleinen Anfrage<\/a> mit den Worten &#8220;<em>Der Kompromiss mit Schleswig-Holstein scheint teuer erkauft worden zu sein und ist damit alles andere als ein nachbarschaftlicher Freundschaftsdienst.<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Wenn es denn schon im o.a. Kostenvergleich wohl doch diesen &#8220;Freundschaftsdienst&#8221; des gr\u00fcnen Umweltministers in Schleswig-Holstein gibt, ist nicht zu verstehen, warum dann <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/51657\/verbringung-von-sedimenten-viii-%e2%80%93-planfeststellung-im-schweinsgalopp-.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">marktdominierte Abgeordnete<\/a> nicht auf Marktpreisen bestehen. Ein marktgerechter Preis w\u00fcrde eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Externer_Effekt\" target=\"_blank\">Externalisierung von Kosten<\/a>, also ein krasses Marktversagen, verhindern und endlich den Wettbewerb f\u00f6rdern. K\u00f6nnen Politiker wirtschaftlich und insbesondere \u00f6kologisch nur noch Schaum schlagen?<\/p>\n<p>Ja, leider. Auch wenn diesen o.a. Abgeordneten, aber auch unserem Senat, die zu zahlenden Gelder f\u00fcr das hochgiftige Baggergut viel zu hoch erscheinen: was kommt denn von diesen hamburgischen Millionen\u00fcberweisungen wirklich bei der Umwelt an? Ja, das sind wirklich Peanuts&#8230;<\/p>\n<p>Die Ministerantworten auf eine<a href=\"http:\/\/www.landtag.ltsh.de\/infothek\/wahl18\/drucks\/3600\/drucksache-18-3601.pdf\" target=\"_blank\"> Schriftliche Kleine Anfrage im Schleswig-Holsteinischen Landtag<\/a> anl\u00e4sslich der Stiftungsgr\u00fcndung &#8220;Nationalpark Wattenmeer&#8221;, also jener Stiftung an die Hamburg seine &#8220;Ablasszahlungen&#8221; f\u00fcr die Verklappung des hochgiftigen Baggerguts leistet, offenbaren das Desaster: &#8220;<em>In der Annahme eines weiterhin niedrigen Zinsniveaus am Kapitalmarkt ist davon auszugehen, dass die Stiftung in den n\u00e4chsten Jahren F\u00f6rdermittel in H\u00f6he von ca. 30.000 bis ca. 50.000 \u20ac\/a aus der Anlage des Stiftungskapitals generieren kann.<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>So fragen wir: wie k\u00f6nnen Politiker ernsthaft glauben, dass mit 30 bis 50 Tausend Euro pro Jahr schwere Vergiftungen der Nordsee auch nur ansatzweise ausgeglichen werden k\u00f6nnen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist beruhigend zu wissen, dass die HPA in Sachen Hafenschlick nun wieder alles im Griff hat. 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