{"id":9673,"date":"2016-03-11T19:58:46","date_gmt":"2016-03-11T18:58:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9673"},"modified":"2017-01-26T19:07:34","modified_gmt":"2017-01-26T17:07:34","slug":"wettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9673","title":{"rendered":"Wettbewerb"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hapag-Lloyd14.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-7443\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7443\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hapag-Lloyd14.jpg\" alt=\"Hapag-Lloyd14\" width=\"250\" height=\"84\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hapag-Lloyd14.jpg 1777w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hapag-Lloyd14-300x101.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hapag-Lloyd14-1024x344.jpg 1024w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hapag-Lloyd14-900x302.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Die Frachtraten bei Containerliniendiensten, also der Preis f\u00fcr den Seetransport auf einer Standardrennstrecke von A nach B, sinken kontinuierlich weiter und haben mit der Feststellung des ma\u00dfgeblichen<a href=\"http:\/\/en.sse.net.cn\/indices\/scfinew.jsp\" target=\"_blank\"> Index SCFI vom heutigen Freitag dem 11.03.2016 <\/a>mit 404 Punkte den niedrigsten Stand seit Beginn der Messung erreicht. Ein Indikator daf\u00fcr, dass die Schifffahrtskrise unver\u00e4ndert andauert.<\/p>\n<p>Die Frachtraten befinden sich dabei nicht auf einem kontinuierlichen Sinkflug. Sie werden von Zeit zu Zeit durch die Reedereien drastisch erh\u00f6ht, um dann im Laufe der folgenden Tage oder Wochen wieder auf das Niveau vor der Erh\u00f6hung abzufallen. Der Graph der Preisentwicklung \u00fcber die Zeit hat die Auspr\u00e4gung einer S\u00e4gezahnkurve: Die Preisstellungen der Reedereien erinnern dabei an die Entwicklung der Benzinpreise an den Tankstellen, die im mittlerweile t\u00e4glichen Auf und Ab bei allen Marken \u00e4hnlich sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Europa1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-4192\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4192\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Europa1.jpg\" alt=\"Europa1\" width=\"250\" height=\"238\" \/><\/a>Diese von den Reedereien als GRI (General Rate Increase) bezeichneten Preiserh\u00f6hungen standen seit einigen Jahren unter der Beobachtung der EU-Kommission.\u00a0 Im <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=821\" target=\"_blank\">November 2013 wurde dann ein f\u00f6rmliches Untersuchungsverfahren<\/a> gegen die gro\u00dfen Containerlinienreedereien, u.a. auch Hapag-Lloyd, eingeleitet: eine <a href=\"http:\/\/www.alphaliner.com\/liner2\/research_files\/newsletters\/2013\/no48\/Alphaliner%20Newsletter%20no%2048%20-%202013.pdf\" target=\"_blank\">Alphaliner-Graphik<\/a> zu den GRI&#8217;s zwischen Asien und Nordeuropa aus den Jahren 2009 bis 2013 verdeutlicht, wie \u00e4hnlich die Erh\u00f6hungen in H\u00f6he und Zeitpunkt bei den Reedereien Hapag-Lloyd, Maersk und MSC erfolgt sind.<\/p>\n<p>Nach dem November 2013 wurde es in der \u00d6ffentlichkeit sehr still zu diesem unter der <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/competition\/elojade\/isef\/case_details.cfm?proc_code=1_39850\" target=\"_blank\">Nummer 39850<\/a> von der Generaldirektion Wettbewerb gef\u00fchrten Kartellverfahren. \u00dcber eine <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/51712\/st%c3%a4dtische-beteiligung-bei-hapag-lloyd-kann-olaf-scholz-seine-versprechen-halten-v-.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Schriftliche Kleine Anfrage<\/a> in der B\u00fcrgerschaft wurde jetzt \u00f6ffentlich, dass es einen weiteren Schritt gegeben haben muss. Wir finden in den Eur-Lex-Ver\u00f6ffentlichungen einen auf den <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:52016XC0216(01)&amp;from=EN\" target=\"_blank\">16.02.2016 datierenden Beschluss der EU-Kommission zur Nummer 39850<\/a>.<\/p>\n<p>Darin ist zu lesen, dass 15 Reedereien von den Untersuchungen betroffen waren: es sind ausschlie\u00dflich die Gro\u00dfen aus den TOP20, einschlie\u00dflich den in Hamburg ans\u00e4ssigen Reedereien Hapag-Lloyd und Hamburg-S\u00fcd.\u00a0 Die Kommissionsvermutung lautet, dass die Reeder mit ihren GRI-Gebaren &#8220;<em>auf diese Weise m\u00f6glicherweise die Preisplanungen der jeweils anderen Parteien sondieren und ihr Verhalten abstimmen k\u00f6nnten. Sie k\u00f6nnten so, ohne Gefahr zu laufen, Kunden zu verlieren, \u201etesten\u201c, ob eine Preiserh\u00f6hung realistisch sei, was die strategischen Ungewissheiten der Parteien wie auch ihre Wettbewerbsanreize mindern w\u00fcrde.<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Aber in Analogie zu den t\u00e4glich erlebten Benzinpreisen, bestreiten die Reedereien diese Vorgehensweise und stimmen auch der Analyse aus dieser vorl\u00e4ufigen W\u00fcrdigung der Kommission nicht zu. Gleichwohl bieten sie ohne Anerkennung eines Versto\u00dfes an, Verpflichtungen gegen\u00fcber der Kommission einzugehen, um deren Wettbewerbsbedenken auszur\u00e4umen. Die o.a. 15 Reedereien haben in den letzten Wochen gegen\u00fcber der Kommission eine einheitliche Verpflichtungserkl\u00e4rung mit Nuancen in der Pr\u00e4ambel\u00a0 abgegeben. Stellvertretend sei die <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/competition\/antitrust\/cases\/dec_docs\/39850\/39850_3062_4.pdf\" target=\"_blank\">Erkl\u00e4rung des Branchenprimus Maersk<\/a> angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die wesentlichen Inhalte der sechseitigen Verpflichtungen sind der <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-16-317_de.pdf\" target=\"_blank\">Pressemitteilung der EU-Kommission vom 16.02.2016<\/a> zu entnehmen:<\/p>\n<ul>\n<li><em> Die Reedereien werden keine GRI Announcements \u2013 d. h. Ank\u00fcndigungen von nur als<\/em><br \/>\n<em>\u00c4nderungsbetrag oder -prozentsatz ausgedr\u00fcckten Preis\u00e4nderungen \u2013 mehr ver\u00f6ffentlichen und mitteilen.<\/em><\/li>\n<li><em>Damit die Kunden die Preisank\u00fcndigungen verstehen und sich darauf verlassen k\u00f6nnen, werden k\u00fcnftige Ank\u00fcndigungen transparenter gestaltet und mindestens die f\u00fcnf wichtigsten Bestandteile des Gesamtpreises enthalten (Grundpreis, Bunkerzuschl\u00e4ge, Sicherheitsgeb\u00fchren, Terminalumschlagsgeb\u00fchren und ggf. Hochsaisonzuschlag).<\/em><\/li>\n<li><em>Die k\u00fcnftigen Ank\u00fcndigungen werden f\u00fcr die jeweilige Reederei f\u00fcr den angegebenen Geltungszeitraum als H\u00f6chstpreise verbindlich sein (die Unternehmen d\u00fcrfen jedoch Preise bieten, die unter diesem H\u00f6chstpreis liegen).<\/em><\/li>\n<li><em>Die Preisank\u00fcndigungen werden fr\u00fchestens 31 Tage vor der geplanten Einf\u00fchrung der neuen Preise gemacht. Dann beginnen die meisten Kunden zu buchen.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Reedereien haben nun f\u00fcnf Monaten Zeit, die Regelungen der Verpflichtung umzusetzen. Bislang konnten wir noch keine Umsetzung finden. So wurde beispielsweise ein aktuelles GRI f\u00fcr S\u00fcdamerika Ostk\u00fcste-Nordeuropa von <a href=\"https:\/\/www.hapag-lloyd.de\/de\/news-insights\/news\/2016\/03\/general-rate-increase-east-coast-of-south-america-to-europe-no_47144.html\" target=\"_blank\">Hapag-Lloyd<\/a>, <a href=\"https:\/\/ecom.hamburgsud.com\/ecom\/de\/ecommerce_portal\/tariffs_and_surcharges\/gri_announcement\/griannouncement.xhtml?lang=DE#\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Hamburg S\u00fcd<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.maerskline.com\/hi-in\/shipping-services\/~\/media\/7EE9724D97DF4CE59FDFA50970AB823F.ashx\" target=\"_blank\">Maersk <\/a>weiterhin in der alten Form durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ob die von der EU-Kommission gew\u00e4hlte Vorgehensweise erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Da in diesem Verfahren anscheinend keine Bu\u00dfgelder verh\u00e4ngt wurden, bleibt offen, ob die Wettbewerbsh\u00fcter einen wirklichen Nachweis h\u00e4tten f\u00fchren k\u00f6nnen. Bei den <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/hohe-benzinpreise-kartellverfahren-gegen-fuenf-mineraloelkonzerne-11707218.html\" target=\"_blank\">Tankstellen<\/a> ist das nie gelungen. Der Verdacht von Preisabsprachen blieb immer im Raum und h\u00e4lt trotz der Schaffung von mehr Preistransparenz durch Installation einer zentralen Meldestelle sowie Preisvergleichsportalen an.<\/p>\n<p>So verbleibt auch hier, wie bei den gro\u00dfen Mineral\u00f6lern, ein schaler Nachgeschmack bei den gro\u00dfen Containerreedereien. Die Stadt Hamburg scheint als Eigent\u00fcmer von einer dieser gro\u00dfen Reedereien eine derartige Preispolitik zu st\u00fctzen. Wir sollen f\u00fcr die angeblich wirtschaftlich notwendigen Reederzw\u00e4nge zum Einsatz von Riesen-Containerschiffen die Elbe vertiefen und unsere Hafenanlagen permanent mit neuen Containerbr\u00fccken und Kaianlagenverst\u00e4rkungen anpassen. Gleichzeitig sind die Frachtraten nicht mehr ausk\u00f6mmlich, sollen deutsche Seeleute nur noch <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=7995\" target=\"_blank\">unter Erlass der Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge<\/a> besch\u00e4ftigt werden k\u00f6nnen, die Elbe mit j\u00e4hrlich mit \u00fcber 100 Mio. Euro Steuergeld auf Tiefe gehalten werden und eine Hafenkooperation zwischen den deutschen Seeh\u00e4fen in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven nicht sinnvoll sein. Wir verstehen diese vermeintlich \u00f6konomisch geleitete Logik einfach nicht mehr.<\/p>\n<p>Ach ja, im Hafen wartet noch ein weiteres Wettbewerbsverfahren seit Dezember 2014 auf Kl\u00e4rung: <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=4251\" target=\"_blank\">ARGE-Hafenschlepper<\/a>. Knapp ein Jahr sp\u00e4ter waren im August 2015 durch das Kartellamt <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=7459\" target=\"_blank\">sieben Containerspeditionen<\/a> mit Bu\u00dfgeldern belegt worden. Alles ehrbare Kaufleute&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frachtraten bei Containerliniendiensten, also der Preis f\u00fcr den Seetransport auf einer Standardrennstrecke von A nach B, sinken kontinuierlich weiter und haben mit der Feststellung des ma\u00dfgeblichen Index SCFI vom heutigen Freitag dem 11.03.2016 mit 404 Punkte den niedrigsten Stand seit Beginn der Messung erreicht. Ein Indikator daf\u00fcr, dass die Schifffahrtskrise unver\u00e4ndert andauert. 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