{"id":9889,"date":"2016-03-31T19:28:56","date_gmt":"2016-03-31T18:28:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9889"},"modified":"2016-11-22T13:14:57","modified_gmt":"2016-11-22T11:14:57","slug":"2-nachlese-havarie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9889","title":{"rendered":"2. Nachlese Havarie"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/CSCL-Indian-Ocean-Havarie-D.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-9434\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-9434\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/CSCL-Indian-Ocean-Havarie-D.jpg\" alt=\"CSCL-Indian-Ocean-Havarie-D\" width=\"250\" height=\"123\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/CSCL-Indian-Ocean-Havarie-D.jpg 1021w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/CSCL-Indian-Ocean-Havarie-D-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/CSCL-Indian-Ocean-Havarie-D-768x378.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Im Anschluss an das Freikommen der im Februar 2016 vor Gr\u00fcnendeich havarierten &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9505\" target=\"_blank\">CSCL Indian Ocean<\/a>&#8221; sind viele Fragen unbeantwortet geblieben. In der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft wurde mit lediglich zwei <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/51469\/grundber%c3%bchrung-des-frachtschiffs-%e2%80%9ecscl-indian-ocean%e2%80%9c.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Schriftichen Kleinen Anfragen<\/a> nicht viel hinterfragt. Zudem scheint sich der <a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/ParlDok\/dokument\/51703\/%e2%80%9eport-feeder-barge%e2%80%9c-welche-fortschritte-lassen-sich-hinsichtlich-der-verlagerung-hafeninterner-containerumfuhren-auf-das-wasser-verzeichnen-.pdf\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">Senat, hier Antwort 7,<\/a> auch nicht richtig gerne zum Thema \u00e4u\u00dfern zu wollen.<\/p>\n<p>Aus den Antworten der Bundesregierung auf eine <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/079\/1807931.pdf\" target=\"_blank\">Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag<\/a> ist nun etwas mehr f\u00fcr den Interessierten in Erfahrung zu bringen. So geht die Bundesregierung vorbehaltlich der Ergebnisse der laufenden Seeunfalluntersuchung weiterhin von einem technischen Fehler der Ruderanlagensteuerung als Havarieursache aus. In den weiteren Ausf\u00fchrungen erfahren wir dann, wie man sich auf diese Havarierisiken bei den Planungen der Elbvertiefung und den damit avisierten Gro\u00dfcontainerschiffen, den &#8220;Au\u00dfergew\u00f6hnlich Gro\u00dfen Fahrzeugen&#8221; (AGF), vorbereitet hat. &#8220;<em>In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt f\u00fcr Wasserbau, den Reedern, der Hafenbeh\u00f6rde Hamburgs und den Seelotsen wurden u. a. vorweg Simulationen durchgefahren und zusammen mit den theoretischen Risikoanalyseergebnissen bewertet. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die avisierten au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfen Fahrzeuge (AGF) das Revier der Au\u00dfen- und Unterelbe unter Einhaltung zus\u00e4tzlicher Auflagen in einer Schifffahrtspolizeilichen Genehmigung mit derselben Sicherheit befahren k\u00f6nnen wie die \u00fcbrige Schifffahrt.<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Beruhigend klingt das nicht. Ein Schiff auf der Elbe gilt laut der seit Jahren g\u00fcltigen Definition der WSV-Bundesbeh\u00f6rde ab einer <a href=\"https:\/\/www.elwis.de\/Schifffahrtsrecht\/Seeschifffahrtsrecht\/SeeSchStrO\/Erster-Abschnitt\/02\/Grosse-Fahrzeuge\/3\/index.html\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">L\u00e4nge von 330 Metern oder einer Breite von 45 Metern<\/a> als ein AGF. Es scheint damit so, dass die Havarierisiken mit den in 2006 durchgef\u00fchrten Elbvertiefungsplanungen abgeschlossen wurden und nicht auf die heutigen explosionsartig angewachsenen Schiffsgr\u00f6\u00dfen ausgeweitet wurden. Das l\u00e4sst sich ableiten aus einem Vergleich der von den Bundesbeh\u00f6rden festgelegten Mindestma\u00dfe f\u00fcr ein AGF und den Ma\u00dfen f\u00fcr das sogenannte\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.fahrrinnenausbau.de\/downloads\/fahrrinnenanpassung.pdf\" target=\"_blank\">Bemessungsschiff<\/a>, das f\u00fcr die Begr\u00fcndung der Notwendigkeit der aktuell vor Gericht stehenden Elbvertiefung definiert wurde. <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bemessungsschiff_CSCLIndianOcean.png\" rel=\"attachment wp-att-9907\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-9907\" src=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bemessungsschiff_CSCLIndianOcean.png\" alt=\"Bemessungsschiff_CSCLIndianOcean\" width=\"400\" height=\"172\" srcset=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bemessungsschiff_CSCLIndianOcean.png 1303w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bemessungsschiff_CSCLIndianOcean-300x129.png 300w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bemessungsschiff_CSCLIndianOcean-768x329.png 768w, https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bemessungsschiff_CSCLIndianOcean-1024x439.png 1024w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Dieses Bemessungsschiff hat mit dem fast 400 Meter langen und 59 Meter breiten Havaristen &#8220;CSCL Indian Ocean&#8221; bzw. seinem Schwesterschiff &#8220;CSCL Globe&#8221; nicht mehr viel zu tun: es sieht fast niedlich gegen diesen Riesen aus. Es scheint also Handlungsbedarf an der Elbe f\u00fcr diese Riesenschiffe zu geben. Und so lesen wir in der Antwort dann auch: &#8220;<em>Anl\u00e4sslich des hier in Rede stehenden Unfalls wurden die Verkehrszentralen des Bundes angewiesen, bei einem hinreichenden Verdacht auf eine technische St\u00f6rung auf dem AGF f\u00fcr das weitere Befahren ausreichende Schlepperunterst\u00fctzung anzuordnen.<\/em>&#8221; Eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit&#8230;<\/p>\n<p>Auch die Befahrensregelungen auf der Elbe werden f\u00fcr die Riesen in Antwort 7 offiziell, allerdings ohne Quellenangabe, benannt. Interessanterweise wird die bereits vom Eurogate-Chef, <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=6140\" target=\"_blank\">Herrn Emanuel Schiffer vor einem Jahr benannte Restriktion<\/a> &#8220;Auf der Elbe gibt es nach Angaben Schiffers schon heute zwischen der Insel Neuwerk und dem Hamburger Hafen ein Begegnungsverbot f\u00fcr die Riesen.&#8221; von der Bundesregierung best\u00e4tigt: &#8220;<em>Oberhalb der Tonnen 13\/14 d\u00fcrfen sich Fahrzeuge mit einer addierten Breite von 111 m und mehr nur begegnen, wenn ihre Schiffsgeschwindigkeit w\u00e4hrend <\/em><em>der Begegnung 13 kn Fahrt \u00fcber Grund nicht \u00fcberschreitet.<\/em>&#8221; <strong>Eine Restriktion, an der die geplante Elbvertiefung ebenfalls nichts \u00e4ndern wird!<\/strong><\/p>\n<p>Auch das Fehlen des zweiten Ankers, den die &#8220;CSCL Indian Ocean&#8221; kurz vor der Havarie in der Nordsee verloren hatte, scheint, entgegen der \u00fcblichen Ausr\u00fcstungsvorschriften beim Befahren der Elbe kein Problem darzustellen. &#8220;<em>Bei einem betriebsklaren Anker sind \u00fcblicherweise keine weiteren Auflagen erforderlich.<\/em>&#8221; &#8211; soll hei\u00dfen, das ein Anker reicht. Das klingt doch merkw\u00fcrdig f\u00fcr ein derart enges Fahrwasser. So wird dann erkl\u00e4rend hinterhergeschoben: &#8220;<em>Von der Hamburg Port Authority (HPA) wurde am 4. M\u00e4rz 2015 f\u00fcr die \u201eCSCL Indian Ocean\u201c eine Schifffahrtspolizeiliche Genehmigung f\u00fcr das Befahren des Hamburger Hafens erteilt. Neben den in der Genehmigung enthaltenen Auflagen hat die HPA wegen des fehlenden Ankers keine zus\u00e4tzlichen Auflagen erteilt. Begr\u00fcndung daf\u00fcr ist, dass bereits die Auflage bestand, dass das Schiff ab der Landesgrenze eine Leinenverbindung zu einem Schlepper mit einem Pfahlzug von mindestens 70 to. herstellen musste.<\/em>&#8221; Der Havarieort Gr\u00fcnendeich liegt aber vor der Landesgrenze!<\/p>\n<p>Wir erfahren in den Antworten der Bundesregierung auch etwas mehr zur Beladung der &#8220;CSCL Indian Ocean&#8221;. Neben den Containerzahlen und -gewichten, die unser Senat bei Anfragen komischerweise regelm\u00e4\u00dfig nicht beziffern kann, werden auch die Schmier- und Betriebsstoffe angef\u00fchrt. Die Zahlen lassen uns schwindelig werden: Wir k\u00f6nnen froh sein, dass der Havarist freigeschleppt werden konnte und keine Container zur Reduktion des Tiefganges abgeborgen werden mussten.<\/p>\n<p>Es verbleiben weiterhin viele offene Fragen zu dieser Havarie. Und so bleibt es spannend, ob und in welcher Form die <a href=\"http:\/\/www.bsu-bund.de\/DE\/Aktuelles\/laufendeUntersuchungen\/laufendeUntersuchungen_node.html\" target=\"_blank\">Bundesstelle f\u00fcr Seeunfalluntersuchung (BSU)<\/a> eine Untersuchung dieser Havarie vornehmen wird. Bislang haben wir hierzu nichts weiteres geh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Anschluss an das Freikommen der im Februar 2016 vor Gr\u00fcnendeich havarierten &#8220;CSCL Indian Ocean&#8221; sind viele Fragen unbeantwortet geblieben. In der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft wurde mit lediglich zwei Schriftichen Kleinen Anfragen nicht viel hinterfragt. Zudem scheint sich der Senat, hier Antwort 7, auch nicht richtig gerne zum Thema \u00e4u\u00dfern zu wollen. Aus den Antworten der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=9889\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">2. 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