Kreetsand

Am Kreetsand, einem Bestandteil des erst im Jahre 2010 geschaffenen 31. Hamburger Naturschutzgebiet Auenlandschaft Norderelbe, entsteht seit 2012 eine „besondere“ Ausgleichsmaßnahme für die aktuelle Elbvertiefung.

KreetsandIBABild
Infosäulenbild: so soll es mal aussehen…

Mit dieser Maßnahme soll aus dem Altspülfeld Kreet­sand ein von der Tide beeinflusstes Flachwassergebiet mit Ver­bin­dung zur Norderelbe geschaffen werden. Es handelt sich im Rahmen der geplanten Elbver­tiefung um eine Flora-Fauna-Habitat-Aus­gleichs­maß­nahme, die dem  Schierlings-Wasserfenchel, der weltweit nur an der Niederelbe leben kann, eine „vermeindlich“ neue Heimat geben soll.

Gleichzeitig sollen am Kreetsand 1 Mio. m³ Tidevolumen zur Redu­zierung des Tidal-Pumping-Effektes geschaffen werden. Das Projekt wurde als Teil der IBA 2013 präsentiert und sollte als Pilotprojekt für „…eine integrative Planung und Umsetzung verschiedenster Interessen und Belange aus Hafennutzung, Hochwasserschutz, Wasserwirtschaft, Naturschutz und Naherholung“ gelten. Für die IBA wurde am Südrand der jetzigen Dauerbaustelle ein Pavillon gebaut, auf dem das mittlerweile unglaubwürdig gewordene Projekt erklärt wird. Der Senat koppelt den Abschluss des Projekt an die Durchführung der neunten Elbvertiefung und strebt damit eine Fertigstellung erst für das Jahr 2017 an.

In der Zwischenzeit ist die ehemals grüne Tideaue Kreetsand zu einer Dauerbaustelle in Form einer SandwKreetsand2014üste verkommen. Bagger, Planierraupen samt Containerdorf stehen nun seit mittlerweile über zwei Jahren auf dem Gelände.

Es mutet absurd an, welches Phlegma die Stadt Hamburg an den Tag legt: die normalerweise für Naturschutzgebiete zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) scheint gegenüber dem Bauträger Hamburg Port Authority, HPA keine Einflussmöglichkeiten für eine schnelle Beendigung der Baumaßnahmen zu haben.

Die Ausgleichs­maß­nah­­me Kreetsand wurde, wie die Aufwertung des NSG-Zollenspieker, von der EU-Kommission als Kohärenzmaßnahme nachgefordert. Für das NSG Zollenspieker werden zusätzliche Kosten von 2.800.000 € erwartet.[1]

Kosten
Stand 2010:    noch keine Planungen, von der EU als Ausgleichsmaßnahme eingefordert.
Stand 2011:                          37.600.000 €
Stand 2013:                          63.000.000 €[2]
Stand 2014:                          63.256.000 €[3]
Stand 2015:                          63.300.000 €[4]

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[1] Schriftliche kleine Anfrage: „Elbvertiefung – Kosten“, Drucksache 20/3337
[2] Schriftliche kleine Anfrage: „Stand der Hafeninfrastrukturmaßnahmen Tideelbe-Neubau Flachwassergebiet Spadenlan­der Busch-Kreetsand“, Drucksache 20/7072
[3] Große Anfrage: „Hafenfinanzierung (III)“, Drucksache 20/10595, hier Anlage 3, Seite 8 und Schriftliche kleine Anfrage: „Elbvertiefung-Kosten“, Drucksache 20/12347, hier Frage 5
[4] Große Anfrage: „Hafenfinanzierung (IV)“, Drucksache 20/14001, hier Anlage 4, Seite 8